Prostitutionsseminar

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  • Wann: 5.-7.2.2010
  • Wo: Berlin


Prostitutionsseminar/Vorbereitung

Anträge zum BuKo in Weimar im Herbst 2009

Seminarantrag

Prostitutionsseminar/Diskussionsnotizen

Prostitution Antragsentwurf


Inhaltsverzeichnis

Programm

Freitag

17:00 Ankunft

18:00 Darstellung & Diskussion des derzeitigen Gesetzes mit Irmingard

20:30 Abendessen & Film

Samstag

9:00 Frühstück

10:00 Hydra e.V. ->

  • Analyse der Gründe für Sexarbeit
  • Probleme der Sexarbeit
  • Wünsche von Sexworker_innen allgemein
  • Wünsche von Sexworker_innen in Bezug auf Recht/Verbot im Besonderen
  • Wege der Enttabuisierung

14:00 Mittagessen

16:00 Solwodi e.V.: "Abschaffung von Prostitution" -> Vorstellung des Ziels von Solwodi

19:00 Kochen & Essen

Sonntag

9:00 Frühstück

10:00 Diskussion in Kleingruppen

12:00 Verschriftlichung

Ende gegen 14:00

Wie weiter?

1. erste Outputformulierung

2. BA

--> Diskussion am Samstagabend

3. Antrag für den Buko

Doku

Freitag Abend

  • "Ist Realität, die Frage ist nicht ob Prostitution erwünscht ist oder nicht, sondern wie wir mit den Menschen umgehen."
  • "Das Mädchen Rosmarin: Die Liberalität eines Staates kann an seinem Umgang mit der Prostitution gemessen werden."
  • Grundgesetz: Berufsfreiheit
  • Ist heute noch kein anerkannter Beruf
  • Gute Arbeitsbedingungen waren damals Förderung von Prostitution = Strafgesetzbuch
  • Umso schlechter die Arbeitsbedingungen, umso legaler war die Zuhälterei
  • 400.000 Prostitierte
  • IST legal, war und ist aber benachteiligt. Früher keine Krankenversicherungsrecht. Verträge war gegen "die guten Sitten", keine Sozialversicherung, keine Fortbildungen, keine Einklagbarkeit des Lohns, ABER Steuerpflicht etc.
  • Kernpunkte: Nicht mehr Sittenwidrig, Krankenkassenzugang, Arbeitsrechtlicher Schutz, Zugang zu Sozialsystem, Normalisierung der Steuereinnahmen, Freizügigkeit, Sperrbezirk, Abhängige Beschäftigung, Werbeverbot für Prostitution
  • Feministische Position: Wollen Prostitution abschaffen, Beruf nicht anerkennen, Patriarchat
  • Verstößt gegen die Prostitution gegen die Menschenwürde? Bei Freiwilligkeit nicht!
  • Unser Gesetz
    • Im Koavertrag eine Selbstverständlichkeit
    • Umsetzung: Moralische Bedenken, wir kommt das an...
    • Förderung der Prostitution aus dem StGB streichen
    • Einseitige Arbeitsverträge, Prostituierte kann jederzeit kündigen, kann Kunden & Praktiken ablehnen, Arbeitgeber kann nur Zeit und Ort festlegen
    • Geblieben sind Zuhälterei und Ausbeutung
    • Folgendes wäre Bundesrat-Zustimmungspflichtig gewesen und wurde deswegen nicht beschlossen: Ab wann ist es ein Gewerbe? Länder wollten nicht, Runder Tisch scheiterte. Werbeverbot wird ignoriert. Sperrbezirke existieren fort.
    • Fazit: Bund tat was er konnte. Länder blockieren. CDU hat nix zurückgedreht. Prostituierte melden einige Verbesserungen, mehr Achtung und Selbstbestimmung, nicht alles wurde besser.
  • Frage: Evaluation n = 400, nur 3 haben mal Einkommen eingeklagt? Antwort: Klageweg ist nicht primärer Weg... Gleiche Rechte, gleiche Pflichten, auch eine Bürgerrechtsfrage!
  • Frage: Prostitution in the Nortic Countries verweist auf internationale Abkommen. Wurden sie beachtet? Antwort: UN Resolution 1948 - ist aber nur gegen Zwangsprostitution. Ist international bunt.
  • Frage: Wie bewusst sind sie sich um ihre Rechte? Antwort: Normalerweise wird parallel viel Öffentlichkeitsarbeit geleistet, hier nicht! Prostituierte gehen nicht vor Gericht.
  • Hinweis: UN Konvention aus den 70er: P wäre mit Würde nicht vereinbar.
  • Statement: Dagegen... Gegenstatement: Ohne Arbeitsvertrag, keine Krankenversicherung. Wirksamkeit: Prostituierte haben Bürgerrechte wie alle anderen auch! Zustrom aus Osteuropa: Hier besseres Einkommen.


Samstag Morgen

Gespräch mit Hydra e.V.

  • 3 Personalstelen bei Hydra e.V. - finanziert vom Senat (Frauen und Gesundheit) - Drohung der Kürzung
  • schwierig, ökonomsiche "Zwänge" als "Zwang" darzustellen --> wir arbeiten alle für Geld!
  • Prostitution vielleicht selbstbestimmter als HartzIV --> individuelle Entscheidung
  • es gibt richtige "Motivationsgespräche" für Neueinsteigerinnen --> raten teilweise Leuten auch ab
  • vermitteln zwar nicht, aber versuchen Frauen zu guten Orten zu bringen
  • Grundwissen (medizinische) und Stabilität (seelisch) nötig, aber auch unternehmerische Fähigkeiten (Selbstständigkeit statt Abhängigkeit)
  • Doppelleben am schlimmsten --> kann mit Anti-Diskriminierungsarbeit (nach innen und außen) etwas verbessert werden
  • Geselslchafltiches Stigma ist sehr internalisiert
  • 50% - 60% der Prostituierten voll frei und steht dahinter
  • rund 10% wirklich unter Zwang
  • in EU durch BKA 609 Fälle von nicht selbstbestimmer Prostitution (bei 400.000 Prostituierten) letzte Jahr aufgedeckt --> Dunkelziffer?
  • "Zwangsprostitution gibt es nicht" --> ist keine Dienstleistung sondern Opferfeindliche Sprache
  • Fachberatungsstellen waren die ersten, die Menschenhandel auf die Agenda gesetzt haben
  • Fokus sollte eher auf Aussteiger_innen zielen, z.B. ist der Beruf attraktiv für Mütter (Nachtarbeit)
  • auch wir Junggrüne müssen Toleranz in die Gesellschaft tragen
  • Irmingard: BundProstGesetz bekam keine Öffentlichkeit --> half bis heute wenig
  • BSD (Bundesverband Sexueller Dienstleister)
  • Arbeitsrecht gibt es o gut wie garnicht --> Raum für Verbesserungen
  • wenige Prostituierte wollen ihr Gesich hergeben, um den Stein ins Rollen zu bringen
  • AIDS ist kein Thema mehr, immer mehr wollen non-safer-sex --> schwierig, da gegen zu steuern
  • wenn die Politik sich ernsthaft damit beschäftigen würde, würde rauskommen, dass es auch ziemlich viele sex-workER gibt
  • es gibt auch in sozialen Berufen ein "Herrschaftsverhältnis"
  • positiv sehen: unverbindlichen Sex und Geld eher für Frauen, Männer müssen zahlen
  • Mann dominiert garnicht immer (Klischée!), die Prostituierte hat im Idealfall Zügel in der Hand
  • Flatrate-Bordelle an sich auch nur eine Illusionl aber die Werbung ist nicht so gut
  • leider auch ohne Arbeitsverträge - aber mit Tagespauschale, das ist gut!
  • Fauen lehnen ja auch Männer ab! Das ist auch ihr Recht laut BProstG
  • Werbung muss immer so gestaltet werden, dass man(n) sich rausreden könnte
  • wir wollen in Ruhe Arbeiten und dass die Behörden mit uns, nicht über uns reden
  • schwed. Modell funktioniert nicht, verdrängt nur
  • Freierbestrafung: ...
  • "wo sind denn die Freier? öffentliche kenne ich keine"
  • manche Freier machen Hydra auch auf schlechte Bedingungen aufmerksam
  • Hydra darf garnicht beraten
  • wenn Freier kriminalisiert werden, dann sinken die Kooperationsmöglichkeiten weiter
  • Bordell das offen wirkt und Qualitätspreise hat, ist meist besser
  • Zuhälter sind auch ganz wichtige Menschen (Schutzfunktion - wissen Bescheid wer wann wo ist) --> gibt aber auch schwarze Schafe, aber nicht alle (und nciht alles Männer)
  • BProstG soll bleiben, aber muss verbessert werden, und Gesellschaft muss toleranter werden
  • brauchen Bundesregelung!
  • müssen Gewerbe anmeldne, aber ist kein "Gewerbe", sondern eine Freiberuftätigkeit
  • Behörden legen viele Steine in den Weg
  • ja, viel Frauen aus Osteuropa, aber zum großen Teil sehr selbstbewusst (Prostitution als weg zu Selbstbefreiung?)
  • v.a. Roma-Frauen betroffen - sowieso schon prekäre Lage
  • ausbeuterische Berufe in anderen Branchen viel stärker (z.B. Diplomat_innen Haushalte)
  • 40% Abgabe sind normal - aber es gibt halt viele Nebenkosten (Infrastruktur) PLUS Steuern
  • bürokratische Probleme - Betreiber_innen kommunizieren mit Finanzamt - keine totale Anonymität
  • "Kinderargument" zieht nicht - es muss (dem Alter angemessenen) erklärt werden +
  • werbung viel über Internet - aber auch viel Unschönes (Freier-Forum) + * Bericht der Bundesregierung zu den Auswirkungen des Prostitutionsgesetzes- Anmerkungen und Empfehlungen für den KOK und seine Mitgliedsorganisationen
  • Freier als Zielgruppe sind nicht anerkannt - v.a. bei HIV-Präv. wäre dies nötig +
  • Wir brauchen mehr Verbraucher- Schutz & Aufklärung + * Bericht der Bundesregierung zu den Auswirkungen des Gesetzes zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostituierten
  • Körper ist das Kapital - aber in Gefahr! +
  • Internet regt nicht zu mehr (privat)Prostitution an, aber ändert dennoch Verhalten + * Regulierung von Prostitution und Prostitutionsstätten - ein gangbarer Weg zur Verbesserung der Situation der Prostituierten und zur Bekämpfung des Menschenhandels?
  • Mindeslohn? nicht so leicht, Sexualität ist individuell... +
  • Frauen sollen auch mehr miteingebunden werden - in der Partnerschaft aber auch sexuell - nicht unbedingt lesbische
  • Koomunikation mit Polizei unterschiedlich, teilweise vertrauensvoll, oft hat frau aber eher ungern Kontakt (v.a. als Migrantin)
  • nicht alle Länder haben eine "Hurenvertretung"
  • Jugenprostitution: Frauen werden nicht jünger (keine Tendenz), aber es gibt nach wie vor (zu) junge Sexworkerinnen
  • Grenze zw. Privatem und Professionellem eigentlich klar, aber kann schon mal eine Überschneidung geben
  • "Fucking Berlin" ist schon realistisch - aber "langweilig" - will sich halt auch verkaufen
  • Empfehlung Film "Frauenzimmer" - 14.2. (Berlinale!)
  • politisch Korrekte Begriffe? Vielleicht Begriffsaneignung als Lösung ("Hure" umdeuten?) - sonst "Sexarbeiter_innen" am politisch korrektesten


LINKS:

Samstag Nachmittag

Input von und Diskussion mit Vertreterin von Solwodi e.V.

  • was ist Menschenwürde? Gegeben als Mitgift oder Gestaltungsauftrag
    • (kann / will die GJ sowas beantworten? --Georg 16:33, 6. Feb 2010 (CET))
  • Prostitution als Folge von struktureller Ungerechtigkeit?
    • Frauen von besseren Jobs ausgeschlossen usw.
  • --> Strukturdeterministische Erklärung
  • Prostitution ist aber auch Ursache von strukt. Ungerechtigkeit
  • Verstoß gegen die Gleichstellung
    • global sehen!
    • 60% der Prost. sind Migrat_innen
    • 30%-40% sind illegal arbeitend
  • --> strukturdeterministisch
  • Anerkennung vonProstitution = eine Anerkennung der patriachalen Zustande???
  • auch legale Prost. ist schädlich für Frauen
    • Prostit. stärker von Gewalt betroffen
    • Abhängigkeit ist schon Gewalt
  • freiwillige Entscheidung: Abwägung versch. Optionen
  • eingeschränkte Wahlfreiheit (strukturdeterministisch!)
  • --> Rationale Entscheidung - aber frei?
  • vor BProstG konnte das alles verfolgt werden, jetzt kann jemandem, der sagt "ich mach das freiwillig" (klar, sagen alle) nicht mehr geholfen werden
  • Nachfrage steigt durch Legalisierung
    • aber auch durch EU-Osterweiterung (zumidnest in Dtl.
  • normale Sex-Worker_innen können Nachfrage nicht decken --> "Unfreiere" nehmen zu
  • es gibt wohl nicht mehr Klagen seit Gesetz
  • Wer profitiert?
    • Rechenbeispiel vom FKK-Club Augsburg
    • Ausbeutung bei Zuhältern nur, wenn sie mehr als 60% des Einkommens behalten


  • Schwedisches Modell
    • Prostitution legal, aber Freier werden illegal (bis zu 3 Monate - auch Versuch)
    • Wohlfahrtsstaat als Hintergrund --> Staatsaufgabe ist die Beseitigung von sozialer Ungleichheit
    • legale Prostitution könnte Druck auf Staat lindern, Frauen anderswo Arbeit zu schaffen (krasse These!)
    • können sich nicht versichern und Lohn einklagen - nur verklagen
    • Erfolge: Argu v.a. von hier http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,515779,00.html
  • Lieber vom Staat abhängig oder lieber Freiberuflich tätig?
  • oder ist Ungleichbehandlung der Prostitution als weiblich "dominierter" Beruf auch Ausdruck der Strukturen und auch abzulehnen?
  • kann man(n) "eine Frau kaufen"?
    • mensch kauft sich eine "Illusion der Herrschaft" und somit temporär "die Frau"
    • nein, ich kauf mir eine Butter aber keine Frau
    • Sex ist Dienstleistung!
  • Diskussion über HartzIV und alles auch wichtig --> auch andere Berufe haben scheiß Bedingungen
  • Was ist Sex? Was anderes als andere Körperfunktionen (z.B. Pupsen) oder Sachen die mensch machen kann (z.B. putzen)?
    • Debatte schlecht bei GJ zu führen (ethisch-moralisch-blablabla), muss aber bewusst sein
  • Was ist akteursbezogen die Position von Solwodi e.V.
    • Solwodi arbeitet eher mit OPFERN. Daher auch mit OPFERPERSPEKTIVE (Strukturen)
  • "Wenn es den Frauen wirklich so schlecht geht, könnten sie sich auch durch Selbstmord aus der Affäre ziehen" (M.S.)
    • sprachlosigkeit in der Runde, M.S. fühlt sich mißverstanden - wurde sie wohl auch
  • Debatte... weitere Punkte (Wiederholungen) zu Patriachat, ethische Frage
  • UNO-Richtlinien hierzu oft schlecht weil viele konservative Staaten mitreden
    • viel reden von Familie und (im Englischen) von "him" und "his family"
  • Hydra und Solwodi halt mit anderen Ansätzen
    • selbstbewusste (=organisierte) Prostituierte <----> Opferperspektive
    • der unterschiedliche Ansätze und Forderungen
    • Minderheitenschutz vs. Freiheit (wo ist die Grenze?)
    • vertritt Hydra eine Minderheit (30% der Frauen "stehen voll dahinter") oder Solvodi (wer ist wann "unfrei"?)
  • Migrant_innen auf dem Strich in Dtl. weniger wegen Prostitution, sondern wegen dt. "Ausländerrecht" in Bredoullie
  • es gibt ja faktisch Frauenschleuserbanden - wie konkret gegen die vorgehen?
    • hier den Hahn abdrehen (den Gockelhahn?)

Sonntag

Abschlussdiskussion

  • Schwedisches Modell
    • schwedische Feminist_innen argumentieren auf dem Rücken einer Minderheit
  • Patriachatsdiskussion
    • Selbstbestimmte Prosititution noch Ausdruck des Patriachat?
    • könnten/würden Frauen auch Freierinnen werden (Geld? andere Möglichkeiten?)
    • Geschäftsessen im Puff: Problem sind Männerbünde - trotzdem in Antrag nehmen?
      • offensichtliche gehen in Dtl. Millionen von GeschäftsMÄNNERN in Bordelle (Georg war da wohl naiv, aber er arbeitet ja auch bei der hbs)
    • Menschen in ihrem Libido individuell und kausal-temporär unterschiedlich, daher immer Prostitution
      • ideal wäre aber, wenn jede_r selbstbestimmt umsonst befriedigt wäre (Utopie)
      • P. als notwendig?
    • Sexualität und Leistungsgedanken verbunden


  • Opferhilfe / Zwangsprostitution
    •  ???
    • nimmt bei Prohibition evtl. Zahl der Sexualverbrechen zu? (gibts da Zahlen?)
    • "Wir sollten nicht immer an die Opfer denken."


  • Selbstbestimmte Prostitution
    • Verarschung des Systems, weil es ja auf die Bestimmung der Frau hinausläuft


  • Sexualität
    • Männer mit "mehr Drang"?
      • NEIN!!! Frauen können genauso "geil sein"
      • Gesellschaft "macht Frauen halt so" wie sie gerade sind (?)
      • Kulturspezifisch --> kulturelle Unterschiede? Menschen aber alle gleich!
    • "nur" ein Trieb?, dann
    • Sex trägt zum "geistigen Wohlstand" (und körperlichen) bei --> P. gut
      • eine "kulturelle Bereicherung"
    • "Lookism" überwinden? Recht auf Sex?


  • P. als Drogenproblem
    • Max bitte hier erklären
  • Aufklärung als zentral, auch von Zuhälter_innen/ Betreiber_innen
    • Aufklärung genug?
    • Menschenbildfrage - "jeder Mensch kann sich ja wohl selbst informieren über AIDS"
  • Schwelle in die Prostitution höher setzen?
    • dann mehr illegaler P.
  • Prohibition als Mittel zum Zweck (Schutz) --> neue Mittel wichtig
  • Diskriminierungsfreiheit
    • medizinische Stellen, Beratungen usw. für P.
  • dem Arbeitsamt unterordnen, komplett normalisieren?
    • alles dann geordnet und normal?
    • legales Gewerbe zieht ja auch Ansprüche nach sich
    • Ausbildung? Hilft das gegen Zwangsprostitution?


  • Zertifizierung?
    • staatlich? NGOs?
    • Freier die nicht zertifizierte Bordelle nutzen werden bestraft
    • Straßenstrich?
  • Zwangsprostitution
    • aufpassen, nicht den Konservativen zu verfallen, die dies als einzigen Punkt behandeln +
    • Asylrecht eigentliches Problem
  • Nötigung: (1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
  • Vorschlag: ""

§ 177a - Sexuelle Nötigung bei einem Sexarbeiter

(1) Wer eine andere Person, die als Sexarbeiter arbeitet 1. mit finanziellen Angeboten, 2. durch Drohung ohne gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben oder 3. unter Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer der Einwirkung des Täters ausgeliefert ist,

nötigt, gesundheitsgewährdete sexuelle Handlungen des Täters oder eines Dritten an sich zu dulden oder an dem Täter oder einem Dritten vorzunehmen, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

Links:

SVG Fragen (zur Erinnerung und Orientierung)

1. Titel des Seminars und der beteiligten Fachforen?

„Prostitutionsseminar“ des Bundesvorstandes

2. Wo und Wann fand die Veranstaltung statt?

Bundesgeschäftsstelle von Bündnis'90 / Die Grünen, vom 5. bis 7. Februar 2010

3. Wieviele Teilnehmer_innen gab es, wieviele davon weiblich?

14 (8)

4. Welche Kooperationspartner und Referent_innen gab es?

  • Input: Irmingard Schewe-Gerigk
  • Erklärung/Pro Prostitution: Hydra e.V.
  • Gründe gegen Prostitution: Solwodi e.V.
  • Nicht gefunden: Erklärung Schwedisches Modell (teilweise von solvodi übernommen)

5. Welche der Leitfragen (siehe Anlage 1) wurden von euch aufgegriffen?

  • Wie viel Staat und wo?
  • Wer gehört zur Gesellschaft?
  • Wo endet die gesellschaftliche Toleranz?

6.Welche weiteren Fragen habt ihr euch gestellt ?

  • Wer herrscht eigentlich?
  • Warum Prostitution und warum nicht? Wie geht es den Sex-Worker_innen und wie können Gesetze verbessert werden?
  • Wo könnte eine GRÜNE JUGEND – Position liegen?

7. Wo seid ihr an Grenzen gestoßen / wo haben sich neue Fragen aufgetan??

  • Kondompflicht bundesweit (in MÜN gibt es sie)?
  • wie mehr Toleranz schaffen / Inkonsequenzen aufdecken?
  • Minderheitenschutz vs. Freiheitsrechte
  • Sexualität
  • Menschenrechte: Pflicht oder/und Freiheit?
  • Werbung: Ja oder nein?
  • Ausbildung für Sexworker_innen?
    • verpflichtend?

8. Welcher Input war euch besonders wichtig? Wo gab es viel Neues?

  • Entstehung des ProstG
    • Umsetzungsprobleme mit den Ländern
    • Situation von P. vorher & nachher -> krasser Unterschied!
  • Am schlimmsten für die Sex-Woker_innen ist das Doppelleben. Das kann mit Aufklärungsarbeit gelöst werden.
  • Arbeitsrecht für Prostituierte gibt es quasi nicht
  • non-safer-sex wieder im Kommen! HIV kein Thema mehr!
  • flatrate-Bordell nicht per se negativ, die Werbung dafür aber grenzwertig
  • nur wenige verdienen wirklich viel, sonst eher durchschnittliches Einkommen, es sollte bessere Bedingungen geben
  • Sexworker_innen müssen kaufmännisch (-frauisch? ;)) was drauf haben, um alles zu managen
  • Gefühl der Selbstbestimmung durch Prostitution

9. Was sind die Ergebnisse des Seminars allgemein?

  • Gesetze derzeit sind suboptimal
  • Legalisierung
  • Stigmatisierung entgegentreten
  • Beratung und Aufklärung stärken

10. Wie wollt ihr diese in den Verband tragen?

  • Diskussion auf dem BA
  • Workshop auf dem BuKo
  • Antrag auf dem BuKo, gesetzter TOP

11. Was hat sich in Bezug auf die Leitfragen ergeben (Lösungen, weitere Fragen, Anregungen, Umschwünge usw.)?

  • Wie viel Staat und wo?
    • sehr intime und daher private Frage
    • Staat soll zwar beschützen, aber so wenig wie möglich dabei mit verregeln
    • mehr Staat bei Zwangsprostitution! -> Asygesetzgebung
    • Sozialstaat! damit sich Leute nicht aus ALternativenmangel für P. entscheiden
  • Wer gehört zur Gesellschaft?
    • alle! -> Asylgesetzgebung
  • Wo endet die gesellschaftliche Toleranz?
    • wenn Mensch nicht mehr voll selbstbestimmt entscheiden können, wie sie mit ihrer Sexualität umgehen, muss dort eingegriffen werden
    • Sex sehr individuell und unterschiedlich, alles, was andere nicht negativ beeinflusst, ist ok
    • Kindern schon früh beibringen, tolerant auch in Bezug auf Prost. zu sein, dann fühlen sie sich später vllt. nicht negativ beeinflusst dadurch
    • leider endet sie noch bei Stigmatisierung! Darum dagegen arbeiten

12. Wie haben die Leitfragen euch geholfen oder behindert?

  • unbeachtet, weil bei Seminarsplanung noch nicht veröffentlicht
  • Seminar wurde auf BuKo im Herbst beschlossen, mit der Weisung über P zu diskutieren - nicht die Leitfragen
  • behindert haben sie nicht

13. Was ging voll daneben?

  • problematisch, eine_n Vertreter_in fürs Schwedische Modell zu finden
  • Frau von Solwodi unerfahren -> suggestiver Vortrag; wenig überzeugend

14. Welche Folgeprojekte und Fragen ergeben sich aus dem Seminar? Was plant ihr als nächstes? Wo brauch ihr Hilfen?

  • siehe: Wie tragt ihr das in den Verband: Projekt noch nicht abgeschlossen

Artikel für Homepage

Notizen von oben mal anders sortiert... könnten so in Textform gegossen werden... was fehlt noch?

würd den kurz halten und nur auf ca. 1-1,5 Seiten berichten, was wir gemacht haben und diskutiert haben, sonst liest das niemand -Franza

  • "Das Mädchen Rosmarin: Die Liberalität eines Staates kann an seinem Umgang mit der Prostitution gemessen werden."
  • "Ist Realität, die Frage ist nicht ob Prostitution erwünscht ist oder nicht, sondern wie wir mit den Menschen umgehen."
  • 400.000 Prostitierte
  • IST legal, war und ist aber benachteiligt. Früher keine Krankenversicherungsrecht. Verträge war gegen "die guten Sitten", keine Sozialversicherung, keine Fortbildungen, keine Einklagbarkeit des Lohns, ABER Steuerpflicht etc.


  • Jahresumsatz der Prostitution: über 6 Mrd. €. - Tagesumsatz der Prostitution: 15 Mio.€.


  • Unser Gesetz
    • Im Koavertrag eine Selbstverständlichkeit
    • Umsetzung: Moralische Bedenken, wir kommt das an...
    • Förderung der Prostitution aus dem StGB streichen
    • Einseitige Arbeitsverträge, Prostituierte kann jederzeit kündigen, kann Kunden & Praktiken ablehnen, Arbeitgeber kann nur Zeit und Ort festlegen
    • Geblieben sind Zuhälterei und Ausbeutung
    • Folgendes wäre Bundesrat-Zustimmungspflichtig gewesen und wurde deswegen nicht beschlossen: Ab wann ist es ein Gewerbe? Länder wollten nicht, Runder Tisch scheiterte. Werbeverbot wird ignoriert. Sperrbezirke existieren fort.
    • Fazit: Bund tat was er konnte. Länder blockieren. CDU hat nix zurückgedreht. Prostituierte melden einige Verbesserungen, mehr Achtung und Selbstbestimmung, nicht alles wurde besser.
  • Frage: Evaluation n = 400, nur 3 haben mal Einkommen eingeklagt? Antwort: Klageweg ist nicht primärer Weg... Gleiche Rechte, gleiche Pflichten, auch eine Bürgerrechtsfrage!
  • Frage: Prostitution in the Nortic Countries verweist auf internationale Abkommen. Wurden sie beachtet? Antwort: UN Resolution 1948 - ist aber nur gegen Zwangsprostitution. Ist international bunt.
  • Frage: Wie bewusst sind sie sich um ihre Rechte? Antwort: Normalerweise wird parallel viel Öffentlichkeitsarbeit geleistet, hier nicht! Prostituierte gehen nicht vor Gericht.
  • Hinweis: UN Konvention aus den 70er: P wäre mit Würde nicht vereinbar.
  • Statement: Dagegen... Gegenstatement: Ohne Arbeitsvertrag, keine Krankenversicherung. Wirksamkeit: Prostituierte haben Bürgerrechte wie alle anderen auch! Zustrom aus Osteuropa: Hier besseres Einkommen.


  • Feministische Position: Wollen Prostitution abschaffen, Beruf nicht anerkennen, Patriarchat


  • wir trafen uns mit Hydra e.V.' und 'solwodi e.V.'
  • Hydra und Solwodi halt mit anderen Ansätzen
    • selbstbewusste (=organisierte) Prostituierte <----> Opferperspektive
    • der unterschiedliche Ansätze und Forderungen
    • Minderheitenschutz vs. Freiheit (wo ist die Grenze?)
    • vertritt Hydra eine Minderheit (30% der Frauen "stehen voll dahinter") oder Solvodi (wer ist wann "unfrei"?)


  • Verstößt gegen die Prostitution gegen die Menschenwürde? Bei Freiwilligkeit nicht!
  • was ist Menschenwürde? Gegeben als Mitgift oder Gestaltungsauftrag
    • (kann / will die GJ sowas beantworten? --Georg 16:33, 6. Feb 2010 (CET))
  • Prostitution als Folge von struktureller Ungerechtigkeit?
    • Frauen von besseren Jobs ausgeschlossen usw.
  • --> Strukturdeterministische Erklärung
  • Prostitution ist aber auch Ursache von strukt. Ungerechtigkeit
  • Verstoß gegen die Gleichstellung
    • global sehen!
    • 60% der Prost. sind Migrat_innen
    • 30%-40% sind illegal arbeitend
  • --> strukturdeterministisch
  • Anerkennung vonProstitution = eine Anerkennung der patriachalen Zustande???


  • Patriachatsdiskussion
    • Selbstbestimmte Prosititution noch Ausdruck des Patriachat?
    • könnten/würden Frauen auch Freierinnen werden (Geld? andere Möglichkeiten?)
    • Geschäftsessen im Puff: Problem sind Männerbünde - trotzdem in Antrag nehmen?
      • offensichtliche gehen in Dtl. Millionen von GeschäftsMÄNNERN in Bordelle (Georg war da wohl naiv, aber er arbeitet ja auch bei der hbs)
    • Menschen in ihrem Libido individuell und kausal-temporär unterschiedlich, daher immer Prostitution
      • ideal wäre aber, wenn jede_r selbstbestimmt umsonst befriedigt wäre (Utopie)
      • P. als notwendig?
    • Sexualität und Leistungsgedanken verbunden


  • Ideen


  • Aufklärung als zentral, auch von Zuhälter_innen/ Betreiber_innen
    • Aufklärung genug?
    • Menschenbildfrage - "jeder Mensch kann sich ja wohl selbst informieren über AIDS"
  • Schwelle in die Prostitution höher setzen?
    • dann mehr illegaler P.
  • Prohibition als Mittel zum Zweck (Schutz) --> neue Mittel wichtig
  • Diskriminierungsfreiheit
    • medizinische Stellen, Beratungen usw. für P.
  • dem Arbeitsamt unterordnen, komplett normalisieren?
    • alles dann geordnet und normal?
    • legales Gewerbe zieht ja auch Ansprüche nach sich
    • Ausbildung? Hilft das gegen Zwangsprostitution?
  • Zertifizierung?
    • staatlich? NGOs?
    • Freier die nicht zertifizierte Bordelle nutzen werden bestraft
    • Straßenstrich?

Max'ens Ecke

  • Schattenökonomie - Gewalt etc. sind natürliche Erscheindungen in einer Ökonomie illegaler und halblegaler Güter und Dienstleitungen
  • Steuern etc.
Persönliche Werkzeuge