Pharmakologisierung der Gesellschaft

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Inhaltsverzeichnis

Fakten zum Seminar

  • Wann: Freitag, 20.04.2007, 18:00 Uhr bis Sonntag, 22.04.2007, 15:00 Uhr
  • Wo: Berlin, Bundesgeschäftsstelle
    • Wegbeschreibung vom Hauptbahnhof aus:
    • Hauptbahnhof in nördlicher Richtung (also nicht zum Bundeskanzleramt) verlassen, dann rechts die Invalidenstraße langgehen, über die Spree bis zum offenen Platz, dort sieht man schon die grüne BGS, direkt auf der anderen Seite des Gebäudekomplexes ist die GJ BGS
    • Siehe auch hier.
    • Umgebungsplan
  • Tagungsort: Veranstaltungsraum (Eingang Hessische Straße / Erdgeschoss)
  • Anmeldung

Unterkunft

  • Da wird nicht klassisch in einer Jugendherberge tagen, möchten wir versuchen möglichst viele Personen privat unterzubringen. Das macht uns weniger Aufwand und spart einiges an Kosten, damit ist dann mehr Geld für andere Dinge da, z.B. mehr als nur 12 Teilnehmerinnen
    • Wer zum Seminar kommt und jemanden in Berlin kennt bei dem er/sie übernachten kann, den bitte ich diese Gelegenheit zu nutzen. Bitte gebt diese Information bei eurer Anmeldung an !
    • Wer in Berlin wohnt, zum Seminar kommt und bereit ist eine oder mehrere Personen aufzunehmen, bitte gebt diese Information bei eurer Anmeldung an !
    • Wer in Berlin wohnt, nicht zum Seminar kommt und trotzdem einer oder mehrere Personen aufzunehmen möchte, kann sich gerne bei uns melden.
    • Sollten die privat organisierten Schlafplätze nicht ausreichen, werden wir einige Betten in einem Hostel reservieren, dass direkt bei der BGS liegt.

Beschreibung

Das Seminar soll sich mit dem Konsum von Drogen, Medikamenten und ähnlichen Substanzen als alltägliche Manipulation des eigenen Körpers und Geistes beschäftigen. Der morgentliche Kaffee oder Bong, Energy-Drinks, Diätprodukten oder Appetitzügler, Ritalin oder Antidepressiva, Zigaretten in der Pause und abends Bier oder Cannabis – die Palette täglich konsumierter psychroper Substanzen ist breit und ihr Konsum ist in der Gesellschaft weit verbreitet. Dieses Alltagsdoping ist ein natürliches Ergebnis unserer Leistungsgesellschaft. Die gesellschaftlichen Perspektiven eines massiven Einsatzes von funktionalen Drogen werden in einer Reihe von Werken z.B. Schöne neue Welt (Glücksdroge Soma), Equilibrium (gefühlsunterdrücker Prozium für eine friedliche Gesellschaft) oder Dune (Spice als wahrhaft bewußtseinserweiterende Droge und Machtfaktor im Universum) behandelt. Ferner sollen auch die Themen Doping im Hochleistungssport und Medikamentenwerbung diskutiert werden.

TO

  • Freitag
    • Anreise bis 19 Uhr, danach Kennenlernen etc.
    • Einleitung & Begrüßung
    • Droge "Pasta Theobromae" mit Verköstigung
    • Ein Abendessen ist bisher nicht eingeplant
    • Abendprogramm: Berlin kennen lernen oder Film schauen: Equilibrium, Schöne neue Welt (Welche der Verfilmungen ist gut ?), Demolitian Man (eine Interpretation von Schöne neue Welt), Up in smoke (Drogenalltag von Jugendlichen)
  • Samstag
    • 9 - 10 Uhr Frühstück
    • 3 h Arbeitsphase I
    • 13 - 14 Uhr Mittagessen
      • 4 h Arbeitsphase II
    • 18 - 19 Uhr Abendessen
      • 2 h Arbeitsphase III
    • Abendprogramm: Berlin kennen lernen oder Film schauen, wir können im Prinzip beliebig lang in der BGS rumhängen
  • Sonntag
    • 10 - 10:30 Uhr Frühstück
    • 3 h Arbeitsphase IV
    • 13:30 - 14:30 Uhr Mittagessen
    • Ausstellung SCHMERZ, Samstag 11 bis 20 Uh oder Sonntag 11 bis 18 Uhr

Inhalte

  • Arbeitsphase I
    • Tibor 1 h
    • Ritalin, Dr. Julia Wuttke, 30 min + Arne 30 min
    • 1 h Kleingruppenarbeit - Arbeit
      • Themen: Medikamente und Medikamentenabhängigkeit, Doping im Breitensport und Alltäglicher Drogenkonsum am Beispiel Cannabis oder Alkohol
  • Arbeitsphase II
    • 1,5 h Kleingruppenarbeit - Arbeit, Präsentation, Diskussion
    • Tibor 1,5 h
    • Max zu: Heroin, Crack, Crystal und andere Killerdrogenrauschgifte vs. Diacetylmorphin, Kokain-Hydrogencarbonat, N-Methylamphetamin
  • Arbeitsphase III
  • Arbeitsphase IV
    • Was haben wir dieses Wochenende gelernt? Was bedeutet es für unsere Drogenpolitik?
    • FaFo internes
    • Bericht schreiben
    • Verschiedenes
  • Tibor = der Pharmazeut Tibor erzählt über
      • Nahrungsmittel, Genussmittel, Arzneimittel
      • Schluss mit Hokuspokus – Crashkurs Pharmakologie

Bring dich ein !

Da wir in der Grünen Jugend viele fitte Leute haben, muss nicht jedes Thema durch eine externe Referentin abgedeckt werden. Wer also Interesse hat auf dem Seminar einen eigenen Input zu liefern, ist herzlich dazu eingeladen ! Hier eine Liste mit Vorschlägen:

  • Thema Doping, dazu habe ich schon einiges Material zusammengetragen
    • u.a. zu Doping beim Freizeit- und Breitensport und ich stelle auch gerne "No Drugs No Future", Günter Amendt zur Verfügung
  • Hintergründe zu einem der genannten Filme oder auch Vorbereitung einer Diskussionsrunde nach dem Film
  • Schmerzmedikamente
  • Inflation der Begriffe. 'Drogen' und 'Sucht' im Wandel der Zeit.
  • Aufbereitete eigene Erfahrungen, z.B. aus der Arbeit in einem Hospiz
  • Studierende aus den Feldern Medizin, Pharmakologie, Biologie und Co. sind herzlich eingeladen uns ihr Fachwissen zu präsentieren
  • Alles zu den folgenden Überschriften passt:
    • Alltäglicher Konsum von legalen und illegalen Drogen sowie Medikamenten als gesellschaftliche Realität und teilweise als Problem
    • Daily Doping – Die Nutzung von Drogen als Mittel zum Funktionieren

Einleitung von Max

Liebe Teilnehmerinnen, ich freue mich euch hier Berlin begrüßen zu dürfen. Wir dachten als Einstieg zu einem Seminar in dem es um Konsum von psychotropen Substanzen geht, beginnen wir mit einer sehr weit verbreiteten Substanz in außergewöhnlich vielen Varianten. Sofia war Schokolage kaufen und wird uns nun etwas über dieses Genussmittel erzählen. Dazu gibt es auch gleich eine Auswahl dieser Drogen zum Verköstigen ;)

Nachdem nun alle versorgt sind:

Grundlage für die Planung des Seminars war der Antragstext, in diesem formulierten wir unsere Wünsche und Vorstellungen passend zum Überthema: Pharmakologisierung der Gesellschaft. Dieser Titel ist einem Text von Günther Amendt und einer Veranstaltung der deutschen Hauptstelle für Suchtfragen entliehen. Amendt ist der Autor des Buches „No drugs, no future“ in dem er den derzeitigen gesellschaftlichen Umgang mit Drogen, Medikamenten und Dopingmitteln beschreibt und Perspektiven in der Drogenpolitik diskutiert – sein Ergebnis ist im Prinzip eine Forderung nach Drogenfachgeschäften. Am Beispiel Doping beginnt er eine Diskussion in der er Drogen und andere Substanzen als Mittel zum Funktionieren in der kapitalistischen Leistungsgesellschaft sieht und deren Konsum eine logische Konsequenz unserer Gesellschaftsordnung ist – dazu morgen noch mehr. Die deutsche Hauptstelle für Suchtfragen wiederum veranstaltete ein Kongress über die „ Pharmakologisierung des Alltages“ und beschäftige sich dort mit dem Konsum von Medikamenten. Diese werden in unserer Gesellschaft mitunter alltäglich, unreflektiert und als Mittel zum Funktionieren genommen. Das Lied Mother’s Little Helpers der Rolling Stones, welches wir uns in Anschluss zu dieser Begrüßung anhören und morgen früh als Einstieg in der Thema analysieren werden, beschreibt genau dieses Phänomen – Drogen als kleiner Helfer.
Weitere Vorstellung des Programmes: Tibor, Medikamente, eigene Vorträge, kontrollierter Konsum, Einführung in die Pharmakologie, Filme, Drug Set Setting ...
Diskussion
Lied; Hier auch der Liedtext im englischen Original und einer leidlich guten Übersetzung ins Deutsche von mir. Wenngleich ich das Gefühl des Liedes leider nicht übersetzen könnte, dazu ist mein Englisch und Deutsch einfach nicht gut genug, kann das Hören des Liebes zusammen mit dem Lesen des Textes in beiden Sprachen hoffentlich die Nachricht des Liedes verständlich machen.

Planungsinformationen

Passende Musik

  • Ich brauche Drogen jeden Tag (das kenne ich nur in der Plenert-Version)
  • Mothers Little Helper
  • In The Year 2525
  • Meine heiße Liebe
  • Vitamin
  • Puff, the magic dragon

Themenüberschriften

  • Alltäglicher Konsum von derzeit verbotenen Substanzen als gesellschaftliche Realität -> Drogenfachgeschäft
  • Daily Doping – Die Nutzung von Drogen als Mittel zum Funktionieren
  • Nahrungsmittel, Genussmittel, Arzneimittel – Alles Lebensmittel ?
  • Heroin, Crack, Crystal und andere Killerdrogenrauschgifte vs. Diacetylmorphin, Kokain-Hydrogencarbonat, N-Methylamphetamin
  • Schluss mit Hokuspokus – Crashkurs Pharmakologie
  • Möglichkeiten und Grenzen der Pharmakologie et. al
    • Zukunftsvisionen

Referentinnen

  • Medikamente und Medikamentenabhängigkeit
  • Tibor Harrach
    • "Werbung für Medikamente"

No Drugs, no future

  • Zitate
    • Der Mensch als Produkt eines Anpassungsprozesses an die Beschleunigungskräften der Informationstechnologien ist auf pschoaktive Substanzen zur Herstellung eines inneren Gleichgewichtes angewiesen.
    • In der Dopingdiskussion wird die prototypische Gestalt eines „neuen Menschen“ antizipiert und zugleich der gesellschaftliche Moralkanon neu verhandelt.
    • Die Individuen der postindustriellen Gesellschaft werden in die Selbstverantwortung entlassen. Auf den Konsum von Drogen übertragen, ist Selbstverantwortung mit Selbstmedikamentation gleichzusetzen.

Material

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Thema: Doping

Fakten

  • Es wird massiv gedopt, auch wenn es keiner zugibt.
  • Doping ist teilweise schädlich.
  • Das Dopingverbot ist nicht durchsetzbar, "saubere Spiele" sind eine Utopie
  • Es gibt nicht DAS Doping, teilweise sind die Dopinglisten auch sehr zweifelhaft (Hämoglobinwerte, Cannabis als Dopingmittel ?!?)

Behauptung

  • Fast alle sind gedopt.
    • Was würde eine Legalisierung dann bringen ? Mehr Gerechtigkeit und Sicherheit ?

Ansichten

  • Doping ist etwas anderes als Drogengenußkonsum. Drogenkonsum ist freiwillig, bei Doping geht es um Geld (das eigene und das des Arbeitgebers) und Ruhm (auch eine Drogen !).
  • Wer gewinnen will, muß dopen.
  • Doping lädt zum Mißbrauch ein
  • Die Zuschauer wollen Doping, weil sie immer mehr Leitung wollen
  • Wenn Doping legal wäre, wäre es für Leistungssportler praktisch ein offizieller Zwang zu dopen, weil man sonst in der Konkurrenz keine Chance hat.

Noch ein Problemfeld: Fitnesscentern und nicht der nicht Profisport

Was sind keine Argumente

  • Geldeinsparung durch Verzicht auf Dopingkontrollen
  • Bloß weil Alkohol und Medikamente missbraucht werden, müssen doch Dopingmittel nicht auch noch missbraucht werden.

Mögliche pol. Forderungen

  • Legalisiert Doping komplett

Vorteile: Nachteile:

Wer will das: Einige Funktionäre, die Pharmaindustrie

  • Legalisiert Doping komplett, teilweise

Es werden nur einige kontrollierbare und erforschte Substanzen freigegeben.

Vorteile: Nachteile:

Argument PRO Legalisierung: Zudem ist das "nicht nachweisbare" Mittel nicht gleichzeitig das verträglichste. Im Vordergrund bei der Wahl des Mittels stehen nicht geringe Nebenwirkungen, oder die Verträglichkeit, sondern allein die Nachweisbarkeit und genau das geht auf Kosten der gesundheit der Sportler. Letztlich sollte das Wohlergehen der Sportler im Vordergrund stehen, die heute leider allzu oft, dubiose Mittel benutzen, deren Wirkungen kaum erforscht sind.

Gegenargument: Denn die Sportler würden wahrscheinlich auf Mittel zurückgreifen, die nicht nachweisbar sind (die aber gerade auch deshalb sehr gesundheitsschädigend sind) - um so ihren Ruf zu bereinigen bzw. sauber zu halten. Das Doping wäre dann legal, aber trotzdem würde niemand vom Doping erfahren und die "Sport-Romantiker" wären zufrieden.

  • Wünschenswert wäre ein weltweit einheitlicher Strafenkatalog
  • Die Leute müssen darüber aufgeklärt werden, dass es Doping gibt und vor allem, dass es nicht richtig sein kann. Wobei ich bezweifle, dass das DIE Maßnahme ist, genauer gesagt fällt mir für das Doping-Problem eigentlich keine Lösung ein.

Links

Bücher

  • "No Drugs No Future", Günter Amendt
  • in seinen anderen Bücher geht er teilweise auch auf das Thema ein.
Persönliche Werkzeuge