Papier "Wachstum"

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Inhaltsverzeichnis

Definition Wachstum/derzeitige Indikatoren und Alternativen

Politik und Gesellschaft orientieren sich dran → zielführend?

BIP-Kritik

  • bildet nur Produktion ab
  • was fehlt?
    • Kompensatorische Ausgaben (Folgekosten
    • Immaterielles (Lebensqualität, „Glück(seeligkeit)“ (Bruttonationalglück))
    • Soziales „Glück und Zufriedenheit nicht durch Wachstum bedingt, sondern durch soziale Gerechtigkeit und Freiheit
      • Soziale Schere (BIP/Kopf sagt nichts über Verteilung aus)
      • Lebenserwartung
      • Bildungsgrad
      • gesunde und ausreichende Ernährung/Wasser/Hygiene
      • gesicherte Gesundheitsversorgung
      • Freiheit, Chancengleichheit, Kultur
    • Nachhaltigkeit, Umwelt

Wie bedingen sich Wachstum und Wohlstand?

Obwohl westliche Volkswirtschaften in den letzten Jahrzehnten gewachsen sind, hat sich die Zufriedenheit der dort lebenden Menschen unwesentlich verändert.

Der Begriff Wohlstand wird gängigerweise noch materiell definiert. Oftmals wird hierfür das BIP herangezogen. Es stellt sich aber die Frage, ob nicht ein Umdenken stattfinden sollte. Es müssen weit mehr Faktoren in eine sinnvolle Wohlfahrtsmessung miteinbezogen werden, da Wohlstand das Wohlbefinden der Bevölkerung beinhaltet. Für ein Wohlbefinden spielen auch bisher nicht berücksichtigte wirtschaftliche Kennziffern wie Stabilität, Arbeitsplatzsicherheit, gesellschaftlicher Zusammenhalt (soziale Ungleichheit) und ein ausgewogenes Arbeits-Freizeit-Verhältnis eine Rolle.

Mehrere Studien zur Zufriedenheitsmessung haben gezeigt, dass ein positiver Zusammenhang zwischen materiellem Reichtum und Zufriedenheit nicht zwingend gegeben ist. Vor allem hat sich herausgestellt, dass ab einem gewissen Grad an Pro-Kopf-Einkommen jegliche Korrelation von Einkommen und Zufriedenheit zusammenbricht.

Wachstum bedingt also nicht notwendigerweise Wohlstandszugewinn.

Wachstum kann sich im Gegenteil sogar negativ auf heutigen und zukünftigen Wohlstand auswirken. Eben dann wenn zu Gute eines Wirtschaftswachstums Ressourcen verbraucht werden, die die Lebensgrundlage in der Zukunft darstellen.

Wird Wohlstand auch durch Wohlbefinden definiert, so erzeugt die Wachstumsfixierung einen übermäßigen Leistungsdruck in der Gesellschaft, woraufhin Wohlfahrtsfaktoren negativ beeinflusst werden.

Außerdem kann beobachtet werden, dass gesamtwirtschaftliches Wachstum oftmals nur durch einen kleinen Teil der Bevölkerung hervorgerufen wird. Daraus ergibt sich natürlich eine ungleichmäßige Wohlstandsverteilung. (Diese unterschiedliche Möglichkeit zur Teilhabe am "Aufschwung" hat über die Jahre dazu geführt, dass wir z.B. in Deutschland zehn Prozent der Bevölkerung haben, die 60 % der Vermögen besitzt.)


Im übrigen sind wir der Meinung, die heilige Kuh des Waxtums muss geschlachtet werden.

Wachstum und Umwelt - Grenzen des Wachstums?

I Ausgangslage

  • Nahrungsmittelbedarf ↗
  • Ressourcenverbrauch ↗
  • Umweltverbrauch ↗
  • Weltbevölkerung ↗
  • Industrialisierung ↗

(Club of Rome – The Limits of Growth)

II Folge

Überbeanspruchung der Umwelt (Produktionsgrundlagen)


III Folgerungen

  • Wachstum so nicht mehr machbar
  • Umdenken nötig
  • Verringerung des Ressourcenverbrauchs (v.a. In Industrieländern) auf Kreislauf
             → Gerechtigkeit → Entwicklungsländer müsssen Raum zum Wachstum haben
                           → Wachstum benötigt ökologische und soziale Leitplanken (z.B. Verschmutzung besteuern)


IV Forderungen

  • Ökologische und soziale Leitplanken z.B. Umweltsteuern
  • Entkopplung des Wirtschaftswachstum vom Ressourceneinsatz
  • absolute Senkung des Ressourcenverbrauchs
  • Forschung in neuen Technologien
  • Anreize für Senkung des Bevölkerungswachstum
  • Austausch von Know-How mit Entwicklungsländern
  • Nahrungsmittelproduktion ökologisch und nachhaltig gestalten

Würde statt Wachstum

Entwurf

Würde vor Wachstum

Am Anfang war die Krise

Die Bunderepublik Deutschland befindet sich in der stärksten Wirtschaftskrise seit ih-rem Bestehen. Seit der Pleite der US Investment Bank Lehman Brothers im September 2008 hat sich die Krise der Finanzwirtschaft schockwellenartig auf die reale Wirtschaft ausgedehnt. Seither verzeichnen die Statistiken ein massives Einbrechen des wirtschaft-lichen Wachstums. Als Reaktion auf die Krise überbieten sich Experten, Politiker und Regierung fast sämtlicher Couleur mit der Forderung nach Wachstumsförderung. So erklärte Bundeskanzlerin Merkel zu Beginn der frisch gewählten schwarz-gelben Koali-tion:

„Wachstum zu schaffen, das ist das Ziel unserer Regierung. [...] Ohne Wachstum keine Inves-titionen, ohne Wachstum keine Arbeitsplätze, ohne Wachstum keine Gelder für die Bildung, ohne Wachstum keine Hilfe für die Schwachen. [...] Genau vor diesem Hintergrund beginnt die neue Bundesregierung ihre Arbeit mit einem Wachstumsbeschleunigungsgesetz.“

Die Krise – gemessen am Bruttoinlandsprodukt - soll also durch mehr Wachstum ge-meistert werden. Ist aber diese Forderung nach unbedingtem Wachstum angemessen?

Betrachtet man die Krise nicht rein ökonomisch bzw. monetär, so sind vielschichtige Auswirkungen zu attestieren: Seit Jahrzehnten schon wird vom Niedergang der Biodi-versität, von der Erschöpfung der fossilen Brennstoffe und vom Klimawandel als irre-versible Folgen der ressourcen- und energieintensiven Wirtschaftsweise gewarnt. Was auf eine Korrelation zwischen Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch zurück-zuführen ist. Neben diese ökologischen Merkmale treten negative soziale Auswirkungen. Dazu zählen z. B. ungleiche Reichtumsverteilung, verschärftes Wettbewerbsdenken, Leistungsdruck oder der Zwang zur Arbeit.

Es ist einerseits anzuerkennen, dass das Wirtschaftswachstum einem kleinen Teil der Weltbevölkerung einen beträchtlichen materiellen Wohlstand gebracht hat. Eine Grundversorgung mit den nötigsten Gütern ist durch eine Wachstumszunahme unter sozialen Gesichtspunkten daher zu begrüßen und anderen Völkern kaum zu verwehren. Auf der anderen Seite stehen aber eklatante, systemimmanente Fehler: Unsere Wirtschaft ist unfähig zu schrumpfen. Produktion und Konsumption sind zum Selbstzweck geworden; sie dienen nicht mehr allein zur Befriedigung elementarer menschlicher Bedürfnisse, sondern zur Aufrechterhaltung einer verheerenden Wachstumstretmühle ihrer selbst wegen.

Bei den Menschen der Industrienation ist dazu eine materielle Übersaturiertheit bei gleichzeitiger Resignation vor Wandel und Angst vor dem Abstieg auszumachen. Alter-native Konzepte sind aber nötiger denn je, um eine ganzheitliche Ausrichtung und Ent-lastung herbeizuführen. Denn insbesondere der Westen hat ein wirtschaftliches Ent-wicklungsstadium erreicht, das weder aufrecht zu erhalten ist, noch als Leitmodell für eine nachholende Entwicklung durch „die anderen“ dient. Und dieses Modell steht un-entwegt in einem sich verschärfenden Zielkonflikt zwischen Wirtschaftswachstum und dem Erhalt der Biossphäre.

Am Anfang all dieser Krisenphänomene steht demnach das „Allheilmittel“ des Wachs-tums als wirtschaftspolitisches Ziel selbst. Das „Spielen der Wachstumskarte“ hat uns zwar kurzfristig materiellen Wohlstand gebracht, wird aber in Zukunft die Krise ver-schärfen und zu weiteren Krisen führen. Ein Wandel unserer gesellschaftlichen Werte muss daher letztendlich mit einem eindringlichen Systemwechsel einhergehen.

Wertewandel & postmaterialistische politische Ziele

Man kann die Probleme nicht mit den Mitteln lösen, die zu den Problemen geführt ha-ben. Die Wirtschaftskrise aber entspringt gerade dem dargelegten Wachstumsdogma. Rein materialistische, konsumorientierte Werte werden traditionell hoch gehalten. So tönte die CDU noch 2003 mit ihrem Wahlprogramm: „Für Wachstum - Sozial ist, was Arbeit schafft.“

Wir als Grüne Jugend sehen dagegen die Würde als zentralen Wert vernünftiger Wirt-schaftspolitik an.

  • Werte Argumentation [nicht nur Wertefloskeln aneinander reihen, sondern lieber zu Kernpunkten stärker Stellung beziehen]
  • Ökologisch-holistische Werte
  • Würde
    • Nachhaltig Mensch sein!
    • Vgl: GJB Antrag auf dem BuKo
    • Gemeinsam gestaltetes, reflektiertes Leben
    • Wir wünschen uns eine vitale Gesellschaft, in der die Menschen ihre Potenziale und Möglichkeiten frei entfalten können. [Die jetzige Situation trägt dem nicht Rechnung]
    • Grundsätzlich muss gelten, dass die Wirtschaft Zweck für ein gutes und würdevolles Leben ist. Oder umgekehrt formuliert: Der Mensch darf nicht Zweck für die Wirt-schaft sein.
      • Achtung: Was ist mit "nicht-menschlichem" Leben? Tierrechte?
  • Freiheit
    • Unabdingbares Wachstumsstreben und Freiheit stehen in einem Zielkonflikt
    • Unfreiheit in einer ewig gestressten Gesellschaft
    • Arbeitszwang und Disziplinargesellschaft
    • Selbstbestimmung als Gegenmodell
    • Psychologische Ebene => Ängste beseitigen
  • [Überleitung Freiheit]: Zur Freiheit gehört auch frei sein von materiellen Ängsten.
  • Gerechtigkeit und Verteilungsgerechtigkeit, Solidarität mit den Armen, die oftmals als schwach apostrophiert werden.
    • Verteilung von Wohlstand
    • Jedem Menschen ungehinderter und barrierefreier Zugang zu einem angemessenen Einkommen.
    • Hier kann man den Würde-Aspekt sehr, sehr hochhalten! Hartz 4 ist entwürdigend.
  • Postmaterialistische, sozial-ökonomische Werte
    • Weg vom Konsumismus; alleinige Orientierung an Konsum im Wirtschaftsleben
  • Wandel der Arbeit sinnvoll und GRÜN begleiten/voranbringen
    • Qualitativer (ökologisch und sozialer) Wandel von Arbeitsorganisation
    • Schrumpfung von Ressourcenverbrauch
    • Achtung: Was ist mit dem Begriff des "Grünen Wachstums" mit dem die Altgrünen allzugerne operieren? Kritik?
  • Würde vor Wachstum [Pointierte Zusammenfassung]

Forderungen

  • Unbedingtes Wachstum ist nicht Ziel grüner Politik.
    • Vgl. Forderungen von Kopf, Christian?!
  • Sowohl in Bildungseinrichtungen, als auch Arbeitsstätten dürfen soziale Kälte, Wettbewerbsdenken, Leistungsdruck und Selektion nicht länger hingenommen werden. Eine arbeitszeitliche Entlastung und existenzsichernde Grundversorgung der Menschen ist daher umgehend anzustreben. Konkret bedeutet dies für uns, dass der Arbeitszwang beseitigt und die Arbeitszeit langfristig weiter verkürzt wird.
  • Die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle Menschen unter-stützt die von uns angestrebte Liberalisierung und ist daher zu begrüßen.
  • Gleichzeitig wollen wir die Besteuerung von Arbeitseinkommen abbauen. Dies gilt in besonderem Maße für kleine und mittlere Einkünfte aus lohnabhängiger Beschäfti-gung. Leistungslose Einkommen aus Kapital, Vermögen und Erbschaft muss hingegen stärker besteuert werden. Um aus der Wachstumsmühle herauszukommen halten wir es für sinnvoll, die Ressourcennutzung allgemein stärker zu besteuern.
  • Wir streben eine globale, ganzheitlich ökologische und sozial ausgewogene Entwick-lung an. So halten wir es für selbstverständlich außen- und insbesondere entwick-lungspolitische Ziele unter diese Prämisse zu stellen.
  • Achtung: Nicht den Bezug zum Wachstumsaspekt des Papiers verlieren! Lieber kürzen

Protokoll

1.) Krisenphänomene als Ausgangspunkt

  • Phänomene
    • Ressourcenverschwendung
    • Abstiegsängste
    • Klimawandel
    • Finanzkrise
    • Generationenfrage
  • Antworten auf Krise?
    • Ressourcenverschlingendes Wachstum (fast alle Parteien)
  • Wirtschaftswachstum hat materiellen Wohlstand ermöglicht
    • Materielle Saturiertheit
    • aber auch der Krise.
      • „Man kann die Probleme nicht lösen, die zu den Problemen geführt haben.“
      • (Bedürfnisse)

2.) Wertewandel, Umorientierung

  • Welche (materialistischen, konsumorientierten) Werte wurden/werden traditionell verfolgt
  • (Menschen)würde
  • Nachhaltig Mensch sein!
  • Wandel des Arbeitsbegriffs
  • Weg vom Konsumismus
  • Soziale und ökologische Werte
  • Immaterielle Werte
  • Verteilung von Wohlstand
  • Würde statt Wachstum
    • Schrumpfung von Ressourcenverbrauch
    • Qualitativer (ökologisch und sozial) Wandel von Arbeitsorganisation
  • Freiheit
    • Unfreiheit in einer ewig gestressten Gesellschaft
      • Wachstum und Freiheit stehen in einem Zielkonflikt
      • Arbeitszwang
      • Psychologische Ebene
      • Ängste beseitigen
  • Ökologie
  • Gerechtigkeit
  • Gemeinsam gestaltetes, reflektiertes Leben

3.) Politische Konsequenzen

  • Wachstum ist nicht Ziel grüner Politik.
  • Wir wünschen uns eine vitale Gesellschaft, in der die Menschen ihre Potenziale und Möglichkeiten frei entfalten können. [Die jetzige Situation trägt dem nicht Rechnung]
  • Sowohl in Bildungseinrichtungen, als auch Arbeitsstätten müssen soziale Kälte, Wettbewerbsdenken, Leistungsdruck und Selektion bekämpft werden.
  • Konkret bedeutet dies für uns, dass der Arbeitszwang beseitigt und die Arbeitszeit verkürzt wird.
  • Grundsätzlich muss gelten, dass die Wirtschaft Zweck für ein gutes und würdevolles Leben ist. Oder umgekehrt formuliert: Der Mensch darf nicht Zweck für die Wirtschaft sein.
  • Die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle Menschen unterstützt die von uns angestrebte Liberalisierung und ist daher zu begrüßen.
  • Gleichzeitig wollen wir die Besteuerung von Arbeit abbauen. Leistungslose Einkommen aus Kapital, Vermögen und Erbschaft muss hingegen stärker besteuert werden. Um aus der Wachstumsmühle herauszukommen halten wir es für sinnvoll, die Ressourcennutzung allgemein stärker zu besteuern.
  • Wir streben eine ganzheitlich ökologisch und sozial ausgewogene Entwicklung unserer Gesellschaft an. So halten wir es für selbstverständlich entwicklungspolitische Ziele unter diese Prämisse zu stellen.
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