Kaktus-Wahlbroschüre

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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort/Vorstellung /Einladung zum Kaktus

Liebe Leserinnen und Leser, vor Euch liegt die Wahlbroschüre des Kaktus – der Grünen Jugend Münster. „Jung – Grün – Stachelig“ - mit diesem Motto ziehen wir für Euch in den Wahlkampf und mit Eurer Stimme wollen wir dafür sorgen, dass die Forderung nach einer neuen sozialen, ökologischen und emanzipatorischen Politik in Münster nicht nur eine leere Phrase bleibt. Der Kaktus existiert nunmehr seit zwölf Jahren und ist die Jugendorganisation des Kreisverbandes Münster von Bündnis 90/Die Grünen. Bei uns treffen sich junge Leute, um aktiv Politik zu gestalten. Wir hoffen, dass wir Euch mit dieser Broschüre einige wichtige Anhaltspunkte liefern können, die Euch bei der Kommunalwahl eine fundierte Entscheidung ermöglichen. Wer Lust hat, sich einzumischen, ist bei uns herzlich willkommen! Wir treffen uns gewöhnlich jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat um 19 Uhr im Grünen Zentrum in der Windthorststraße 7. Schaut doch auch bei uns im Internet unter http://www.kaktus-muenster.de vorbei oder diskutiert in unserem Blog unter http://kaktusblog.wordpress.com.

Wir freuen uns auf Euren Besuch! DER KAKTUS

KandidatInnenvorstellung

Jessica Kallhoff

Hi!

Ich bin Jessica, 25 Jahre alt und im schönen Haltern, am nördlichen Rand des Ruhrgebiets, aufgewachsen. Dort wurde ich politisch und grün sozialisiert. Nach meinem Abitur im Jahre 2003 hat es mich zum Niederländisch- und Geschichtsstudium nach Münster verschlagen. Ich stecke gerade in den ersten Zügen meines Examens und werde voraussichtlich 2010 mit dem Referendariat beginnen. Bevor ich jedoch ins Berufsleben einsteige, muss ich mein nötiges Taschengeld auf dem Biomarkt und in der Villa ten Hompel verdienen. Dort begleite ich Anti-Diskriminierungsseminare sowie Projekte gegen Rechtsextremismus. Meine „grüne Laufbahn“ begann erst relativ spät. Die vage Absicht, „irgendwie die Welt verbessern zu wollen“, mich mit Leuten in meinem Alter für Demokratie, Ökologie und soziale Gerechtigkeit einsetzen zu wollen, hat mich vor gut einem Jahr zum KAKTUS gezogen. Seitdem bin ich auch im Vorstand aktiv. Auch wenn ich in dieser Zeit leider nicht die Welt, sondern nur manches in Münster bewegt habe, haben die gemeinsamen Aktionen im letzten Jahr, mein Interesse für Politik verstärkt. Deswegen möchte ich nun für die Kommunalwahlen kandidieren. Denn auch die Münsteraner Kommunalpolitik braucht frische Ideen und junge Menschen - nur so kann sich Politik weiterentwickeln. Insbesondere möchte ich etwas in der Schulpolitik bewegen. Die Stadt Münster muss ihren kommunalen Handlungsspielraum in diesem Bereich nutzen! Dabei sind mir der Ausbau zu Ganztagsschulen, eine verbesserte Ausstattung, die Integration aller kulturellen und sozialen Gruppen sowie die individuelle Förderung der SchülerInnen wichtig. Nur so wird Schule zu einem angemessenen Lebensort für Kinder und Jugendliche. Außerdem möchte ich mich gegen Fremdenhass und Nazis einsetzen. Wir brauchen eine kritische Auseinandersetzung mit den Formen des Rechtsextremismus, damit wir rechtes Gedankengut und ein Auflodern rechter Organisationen im Keim ersticken können!

KandidatInnenvorstellung

Anne Maria Naegels

Mein Name ist Anne und meine Kindheit und Jugend habe ich in Krefeld am Niederrhein verbracht. Seit einigen Jahren studiere ich hier in Münster meine beiden Lieblingsfächer Musik und Biologie auf Lehramt - Lieblingsfächer deshalb, weil ich mich eigentlich für sehr viele Fächer interessiere und schon in mehrere Fächer hineingeschnuppert habe. Nun stehe ich kurz vor dem Examen. In meiner Freizeit mache ich gerne mit Freunden Musik, ich bin gerne draußen oder ich lese. Außerdem koche ich gerne und gehe gerne tanzen. Ich interessiere mich für Philosophie und Kultur, außerdem auch für Politik, denn vor eineinhalb Jahren hat mich durch die Mithilfe am Studiengebührenboykott die Hochschulpolitik für sich gewonnen. Darüber bin ich sehr froh, denn ich habe in dieser Zeit sehr viel gelernt.

Seit April letzten Jahres bin ich im AStA Sprecherin mit den Schwerpunkten Bildungspolitik und Öffentlichkeit. Das Thema Bildung möchte ich in Zukunft fortführen, und zwar in Form der Kommunalpolitik. Schon seit längerem mache ich mir darüber Gedanken, wie Schule aussehen sollte und wo Bildung anfängt und habe deshalb mit einigen MitstreiterInnen eine Studiengruppe zum Thema "Selbstbestimmt Lernen" gegründet, die jetzt das dritte Semester durchlebt. Mit dieser Studiengruppe reisen wir im Februar nach Israel, um einige alternative Schulsysteme vor Ort kennenzulernen.

Mir ist es wichtig, dass SchülerInnen ein Lernumfeld bekommen, in welchem sie mit Freude lernen können - unabhängig der Herkunft, der finanziellen Voraussetzungen und des Anpassungsvermögens der SchülerInnen an das aktuelle Bildungssystem. Dieses Lernumfeld sollten die SchülerInnen nach Möglichkeit mitbestimmen können und daher schon früh mit Selbstbestimmtheit, aber auch mit Demokratie vertraut werden. Die Neigungen und Interessen einer Schülerin/ eines Schülers sollten größtmöglichst berücksichtigt werden, aber auch das Leben in der Gemeinschaft in all ihren Facetten sollte in der Schule große Beachtung finden.

Ich möchte meinen Willen und meine Energie, etwas verändern zu wollen, dafür einsetzen, dass an den Schulen Münsters eine selbstbestimmte, demokratische und solidarische Bildung möglich ist.

Klimahauptstadt – dem Titel gerecht werden!

Münster nennt sich „Hauptstadt des Klimaschutzes“. Unsere Grünflächen gewinnen internationale Preise und in keiner anderen Stadt fahren so viele Menschen Fahrrad statt Auto. Sind angesichts dieser Erfolge Klima- und Naturschutz derzeit überhaupt wichtige Themen für unsere Stadt? Ja, mehr denn je! In den vergangenen Jahren schwarz-gelber Regierung sind auch Ausgaben für den Umwelt- und Klimaschutz einer Kürzungsorgie zum Opfer gefallen. Ein Programm, welches die Ausstattung von älteren Gebäuden mit einer energiesparenden Isolierung und Heizung förderte, ist auf eine geringe Restsumme gekürzt worden. Dringend benötigtes Geld für Energiesparmaßnahmen in den Gebäuden der Stadt wurde nicht bewilligt. In den für Grünflächen und Umweltschutz zuständigen Ämtern sind nur noch wenige Personen beschäftigt und weitere Stellenstreichungen geplant. Statt in den öffentlichen Schienennahverkehr werden Millionensummen in den Flughafen Münster-Osnabrück gesteckt, obwohl dieser seit Jahren hinter den wirtschaftlichen Erwartungen zurückbleibt. Für die Zukunft fehlen unserer Stadt ehrgeizige Pläne zur Energiewende und zum Klimaschutz. Der grün-rote Elan, welcher Münster zur Klimahauptstadt gemacht hat, ist von schwarz-gelb erstickt worden. Wir fordern:

  • 100% Erneuerbare Energien in der Stromversorgung bis 2040
  • keine Beteiligung der Stadtwerke am Kohlekraftwerk in Hamm
  • keine Startbahnverlängerung für den Flughafen Münster/Osnabrück
  • Förderung von Gebäudesanierung
  • Erhalt von Grünflächen
  • Verhinderung des Gewerbegebietes Amelsbüren
  • einen sauberen Aasee
  • (eine artgerechte Haltung im Zoo und deshalb die Abschaffung der Delphinhaltung)
  • sofortige Sanierung von städtischen Gebäuden mit anschließender Installation von Photovoltaikanlagen

Leeze und Bus bringen Münster in Fluss!

Es ist laut, stinkt, nimmt viel Platz weg, erzeugt Feinstaub und ist teuer – das Auto. Diese Fortbewegungsform ist für ca. 556.000 t CO2-Emissionen in Münster verantwortlich und ist unserer Stadt im Moment jährlich 10 Mio. € wert. Zum Vergleich: Für Fahrräder geben wir nur 0,7 Mio. € aus. Im Jahr 2006 gab es in Münster 9.161 Unfälle, bei denen knapp 300 Menschen schwer verletzt wurden, und durch die Münster auf Platz 1 der Verkehrsunfallstatistik für NRW katapultiert wurde. Gründe für die hohe Zahl der Verletzten sind die hohe Geschwindigkeit und die große Anzahl an Autos. Wir treten deshalb für eine Verkehrswende ein und fordern:

  • ein S-Bahn-Netz mit den umliegenden Städten, sowie weitere Bahnhöfe im Stadtgebiet
  • eine autofreie Altstadt (insbesondere auf dem Domplatz)
  • Ausbau des Busnetzes
  • eine Absenkung der Tempolimits im gesamten Stadtgebiet
  • mehr dezentrale Fahrradparkplätze in der Innenstadt
  • kein weiterer Ausbau des Straßennetzes
  • Tramphaltestellen an den Ausfallstraßen
  • mehr Leihfahrräder im gesamten Stadtgebiet
  • konsequente und innovative Verkehrsvermeidungsstrategien für die Stadtverwaltung und städtische Betriebe

Schöner Wohnen, schöner Leben!

Wir wollen ein offenes, solidarisches und vielfältiges Münster. Niemand darf aufgrund von Arbeitslosigkeit oder geringem Einkommen ausgegrenzt werden. Daher fordern wir die Wiedereinführung des Münsterpasses. Dieser soll EmpfängerInnen von Sozial- und AsylbewerberInnenleistungen Ermäßigungen für kulturelle Einrichtungen und den Öffentlichen Personennahverkehr bieten. Gleichzeitig muss die gegenwärtige Situation geändert werden, dass sich bezahlbarer Wohnraum in viel zu geringer Anzahl und nur in den Randgebieten der Stadt findet. Eine derartige Ausgrenzung von sozial benachteiligten MünsteranerInnen verstärkt die Schwierigkeiten der betroffenen Stadtviertel und der dort lebenden Menschen. Außerdem engagieren wir uns für maximale Barrierefreiheit, insbesondere in öffentlichen Gebäuden und im Nahverkehr. Münster hat als Klima- und Fahrradhauptstadt eine hohe Attraktivität für Familien mit Kindern. Dennoch ist Münster noch keine Hauptstadt der Kinderfreundlichkeit! Wir fordern ein ausgewogenes Angebot für Kinder und Jugendliche aller Altersklassen. Eine gute Kinderbetreuung zeichnet sich durch eine bunte Mischung aus städtischen, kirchlichen und privaten (Elterninitiativen) Angeboten aus. Unser Ziel ist es, allen Münsteraner Kindern die gleichen Chancen auf Teilhabe am Leben in Münster zu ermöglichen und durch ein buntes und vielfältiges Angebot von außerschulischen Einrichtungen ihre unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen zu fördern. Unsere Forderungen:

  • Wiedereinführung des Münsterpasses
  • Ausbau und Integration von sozialem Wohnraum in vielen Münsteraner Stadtvierteln
  • Erhalt der Wohnungen in der Grevener Straße und an der Nieberdingstraße
  • Ausbau der Förderung von Angeboten für Kinder unter 3 Jahren
  • Investitionen in außerschulische Lern- und Förderangebote
  • Übernahme der Beförderungskosten für alle SchülerInnen

Bildung für alle und zwar umsonst!

„Alle Veränderung erzeugt Angst. Und die bekämpft man am besten, indem man das Wissen verbessert.“ (Ihno Schneevoigt)

Die Chancen auf Bildung bestimmen unsere Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben, auf Arbeit und auf eine aktive Teilhabe an der Gesellschaft. Neben ihrem Bildungsauftrag und der Vorbereitung auf das Berufsleben hat die Schule die einmalige Chance, Kinder und Jugendliche für die Demokratie zu gewinnen. Indem die Schule ihren Schülerinnen und Schülern Raum gibt, ihre Lebenswelt von Anfang an aktiv mitzugestalten und die eigenen Fähigkeiten und Meinungen zu entfalten, schafft sie mündige demokratische Bürgerinnen und Bürger. Wir wollen einen guten Start in ein erfolgreiches Arbeitsleben für alle jungen Menschen. Ausbildungsplätze für alle jungen Menschen sind ausgesprochen wichtig. Qualitätswettbewerb durch mehr Autonomie bei LeistungserbringerInnen ist Bestandteil einer guten Bildung. Leistungsdruck, Selektion und Zwang hingegen lehnen wir ab. Die Vermittlung von sozialen Kompetenzen und eine bessere Anwendbarkeit von praktischem Wissen sind uns viel wichtiger als trockenes Faktenwissen. Gute Bildung kostet Geld. Doch schlechte Bildung kostet uns unsere Zukunft! Wir fordern:

  • Lernen in einer nicht - selektiven Gemeinschaftsschule
  • Ganztagsbetreuung und freies Mittagessen für alle SchülerInnen
  • kostenlose Lernmaterialien
  • Ermöglichung von Förderunterricht für den Zwischenjahrgang (Abitur in 12 Jahren)?
  • ausreichend Studienplätze für den doppelten Abiturjahrgang 2013
  • Abschaffung sämtlicher Studiengebühren
  • breit gefächertes Studienangebot
  • selbstbestimmtes, weniger verschultes Studium
  • mehr sozial verträgliche Weiterbildungsmöglichkeiten für Erwachsene
  • Erhalt und Ausbau der Volkshochschule
  • für alle Menschen bezahlbare Volkshochschulkurse

Mitreden, Mitmachen, Mitbestimmen!

Mitzubestimmen heißt Teilzunehmen: Teilzunehmen an demokratischen Prozessen, diese aktiv zu verfolgen und schließlich das Ergebnis zu betrachten. Demokratische Prozesse zu erlernen ist vor allem für Kinder und Jugendliche wichtig, schließlich sind wir die Menschen, die die Zukunft gestalten wollen, und das geht am besten, wenn man über bestimmte Prozesse Bescheid weiß. Diese Demokratie sollten wir lernen, indem wir sie leben. Im Ort, in der Stadt, im Sportverein, in der Schule. In Münster gibt es seit 2007 einen Jugendrat, der die Interessen von Kindern und Jugendlichen auf der kommunalen Ebene vertritt. Doch wie steht es um Mitbestimmung in Schulen? Wer bestimmt in Münster wann Geld ausgegeben wird? Und für was? Damit alle Menschen in Münster mitbestimmen können, fordern wir:

  • Das Wahlalter „Null“
  • Eine Städtische SchülerInnen-Vertretung
  • Einen BürgerInnen-Haushalt
  • Mehr Möglichkeiten und Mittel für den Jugendrat
  • Demokratische Schulen

Mehr Frauen an die Macht!

Frauen unterliegen noch immer vielfältigen Diskriminierungen, z.B. in Bezug auf Gehalts- und Karriereaussichten. Frauenpolitik wird oftmals unter die so genannten „weichen Politikbereiche“ subsummiert und damit in der politischen Debatte abqualifiziert. Dies hat zur Folge, dass frauenrelevante Gelder im städtischen Haushalt gekürzt werden. Auch die Stadtverwaltung selber hat sich in den letzten Monaten nicht durch eine frauenfreundliche Personalpolitik hervorgetan. So wurden Erzieherinnen entlassen und danach für ein niedrigeres Gehalt wieder eingestellt. Der Kaktus Münster strebt eine geschlechtergerechte Gesellschaft an und begreift deshalb die Frauenpolitik als Querschnittsaufgabe! Deshalb fordern wir:

  • alle Politikbereiche nach ihren Auswirkungen auf die Geschlechtergerechtigkeit hin zu überprüfen
  • die Förderung der Frauenerwerbstätigkeit in Münster
  • die Absicherung von Frauenprojekten, Frauenhäusern und Gewaltschutzkonzepten
  • Kommunale Mentoringprogramme zur gezielten Förderung weiblichen Engagements
  • spezielle Projekte für das Aufbrechen klassischer Geschlechterverhältnisse für Jungen
  • Ausbau der Angebote zur Aufklärung zum Thema sexueller Missbrauch an Schulen


Kultur für dich, für deinen Stadtteil, für deine Stadt!

Kunst und Kultur sind von zentraler Bedeutung für unsere weltoffene Stadt: Für den Zusammenhalt der Gesellschaft, für die Bildung und Emanzipation des Einzelnen und angesichts der boomenden Kreativwirtschaft, sowie der zahlreichen Kunsthochschulen auch als ökonomischer Faktor. Eine lebendige Kulturszene in der Spitze wie in der Breite ist daher keine nette Zugabe für die Lebensqualität, welche bei Bedarf dem Rotstift zum Opfer fallen kann, sondern eine Zukunftsfrage! Unser Ziel ist es, allen Menschen bezahlbare, kulturelle Teilhabe und die eigene künstlerische Entfaltung, das Selbermachen, zu ermöglichen!

Wir fordern:

  • Sicherung der kulturellen Grundversorgung: Musikschulen, Büchereien, freie Szene, Stadtteilkultur
  • Ausbau der Angebote von und für MigrantInnen
  • keine Haushaltssanierung zu Lasten der städtischen Kulturförderung
  • Schutz von Freiflächen im Stadtgebiet für alternative Kulturprojekte
  • Erhalt des Hawerkamps
  • Schutz der alten Industrieanlagen am Hafen
  • finanzielle Unterstützung des Bürgerradios und der Programmkinos

Auf dem rechten Auge blind?

„Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg.“ Diese und andere Stammtischparolen bieten den Nährboden für rechtsextreme Ideologien. Etwa 15 Prozent haben in Deutschland eine rechte politische Haltung, und das quer durch alle Bevölkerungsschichten. Nicht nur in rechtsextremen Parteien wie der NPD, sondern besonders auch im vorpolitischen Raum werden rechtsextreme Weltanschauungen praktiziert (Kameradschaft, Autonome Nationalisten). Für immer mehr Jugendkulturen wird Rechtsextremismus als Lifestyle mit zugehöriger Musik und Mode attraktiver und eventorientierter. Das gilt auch für Münster! Schon seit einigen Jahren ist Münster Plattform für Aufmärsche von RechtsextremistInnen. Noch im September 2008 unterstützte die Münsteraner NPD eine NRW-weite „Ausländerstopp“-Kampagne. Auch wenn in Münster die NPD und die rechtsextreme Jugendszene derzeit nicht so aktiv und präsent sind wie im umliegenden Münsterland und Ruhrgebiet, bestehen starke Vernetzungen. Deswegen müssen wir präventiv gegen Rechtsextremismus vorgehen – und nicht erst handeln, wenn es brennt! Wir fordern:

  • eine kritische Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus
  • die Handlungsfähigkeit gegenüber Rechtsextremismus zu schulen
  • interessante Alternativprogramme zum rechtsextremen „Lifestyle“
  • nachhaltige Präventiv- und Aufklärungsarbeit an Schulen, Vereinen, Institutionen und durch Streetworking
  • eine langfristige städtische Förderung des Gedenkortes Villa ten Hompel als Anlaufstelle für Beratungen zum Umgang mit Rechtsextremismus und zur Aufklärung über die Gräueltaten des NS-Regimes
  • eine Vernetzung der verschiedenen Initiativen, die im Münsterland gegen Rechtsextremismus vorgehen

Vielfalt für Münster

Münster ist eine Universitätsstadt in einer globalisierten Welt. Wir müssen die Vorraussetzungen schaffen, damit alle Menschen friedlich und gleichberechtigt in Münster leben können. Verschiedene Lebensweisen und -phasen, Nationalitäten und Kulturen begreifen wir als Chance, gemeinsam ein vielfältiges und gerechtes Miteinander in der Stadt gestalten zu können.

Hierzu gehören für uns selbstverständlich und als Querschnittsaufgaben:

  • Generationengerechtigkeit
  • Barrierefreiheit
  • Integration mit Erhalt der kulturellen Eigenheiten
  • Freiheit der Lebensgestaltung und sexueller Orientierung
  • Unterstützung von benachteiligten Minderheiten

An Morgen denken, heute handeln

Ob es um Verkehr, um Energie, um Kinder- und Jugendpolitik geht: Ein Thema, welches uns sehr wichtig ist, spielt überall eine Rolle: Die Nachhaltigkeit, sowohl in finanzieller als auch in sozialer und ökologischer Hinsicht. Eine Stadt ist kein Wirtschaftsunternehmen! Das Langfristige zählt, nicht die guten Zahlen zum Jahresabschluss. Dies gilt zum Beispiel für Privatisierungen und im Energiebereich, wo kurzfristige zusätzliche Einnahmen die Stadtkasse freuen, die Last aber auf Dauer von MieterInnen und vor allem von sozial Schwächeren (siehe Wohnungsbau) oder der Umwelt (z.B. die rendite- und nicht klimaorientierte Politik der Stadtwerke) getragen werden muss. In Zeiten knapper Kassen sind zwei Dinge besonders notwendig: Erstens ist es wichtig gute Ideen zu haben. Vieles ist möglich, ohne dass es etwas kostet. Kreativität und Potential gibt es in Münster wirklich genug! Nicht jede Verbesserung muss eine Belastung für den Haushalt darstellen. Zweitens muss Schluss damit sein, Klimaschutz und grüne Themen gegen Wirtschaft und Arbeitsplätze zu setzen, als wäre es ein „entweder – oder“. Viele Beispiele, etwa im Bereich der erneuerbaren Energien, bei flächendeckender Gebäudesanierung oder bei der Müllverwertung, zeigen, dass vor allem durch grüne Zukunftstechnologien Jobs und Wachstum entstehen. Gerade im Moment ist es daher falsch und gefährlich, Klimaschutz zugunsten der wirtschaftlichen Entwicklung zurückzustellen. Das Gegenteil ist möglich, letztlich zu Gunsten aller. Wir fordern daher:

  • keine Haushaltspolitik zu Lasten zukünftiger Generationen
  • Arbeitsplätze und Umwelt nicht gegeneinander ausspielen
  • Förderung/Initiierung von Maßnahmen, die Umwelt und Arbeit gleichermaßen fördern

Glossar

AStA

Allgemeiner Studierendenausschuss und damit Teil der studentischen Selbstverwaltung. Einmal im Jahr wählen alle Studierenden der Uni Münster, um ihre Interessen etwa gegenüber dem Rektorat der Universität, aber auch gegenüber der Öffentlichkeit vertreten zu können. Der AStA hat allerdings kein politisches Mandat – er befasst sich ausschließlich mit den Belangen der eigenen Studenten. Die oder der Vorsitzende des AStAs wird von den 31 Mitgliedern des Studierendenparlaments gewählt und ernennt wiederum 13 Fachreferenten. Dabei ist auch eine Menge Geld im Spiel, denn nicht nur das Semesterticket muss immer wieder neu ausgehandelt werden.

Autonomie

Autonomie bedeutet soviel wie Selbstständigkeit und Unabhängigkeit.

BürgerInnenhaushalt

Das Konzept der BürgerInnenhaushalts sieht vor, dass die Bürgerinnen und Bürger einer Stadt an der Erstellung des Haushaltsplanes einer Stadt beteiligt werden. Dies kann geschehen durch einen sogenannten lesbaren Haushaltsentwurf, der in der Öffentlichkeit diskutiert werden kann, beispielsweise in den Medien oder auf öffentlichen Versammlungen. Voraussetzung sind die Bereitschaft von Politikern, ihre Tätigkeit transparent(er) zu gestalten und die der Bürger, engagiert und in Kooperation mit der Verwaltung an der Haushaltspolitik mitzuarbeiten.

CO2-Emissionen

CO2-Emission ist die Bezeichnung für Kohlenstoffdioxid-Ausstoß, den Ausstoß eines Gases, das für die Erderwärmung mitverantwortlich ist. Es entsteht nicht nur bei der Verbrennung bestimmter Produkte, zum Beispiel fossiler Stoffe (aus abgestorbenen Pflanzen und toten Tieren in der Vorzeit entstandene Abbauprodukte, zum Beispiel Kohle), sondern auch bei der Atmung von Menschen und Tieren. Autos sind besonders große CO2-Schleudern und produzieren mindestens 19% des deutschen CO2-Ausstoßes.

Gewerbegebiet Amelsbüren

Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen in Münster-Amelsbüren plant die Ratsmehrheit von CDU und FDP ein Industrie- bzw. Gewerbegebiet, auf dem Unternehmen angesiedelt werden können. Gegen diese Umnutzung sprechen sowohl negative Auswirkungen auf die Umwelt als auch die Unwirtschaftlichkeit der teuren Investition in Zeiten knapper Kassen.

Hawerkamp

Seit 2005 wird der Hawerkamp, ein ehemaliges Industriegelände hinter der Halle Münsterland, auf dem zahlreiche Künstler und kulturelle Einrichtungen und Clubs wie etwas die Sputnikhalle ihre Heimat haben, durch den Verein „Erhaltet den Hawerkamp“ selbstverwaltet. Den wichtigen Szeneort unterstützen die Grünen in Münster seit Jahren – außerdem sitzt mit Carsten Peters, der bei der letzten Kommunalwahl das Direktmandat des Stimmbezirks Bahnhof/Hafen erringen konnte, ein engagiertes grünes Ratsmitglied im Vorstand.

Kohlekraftwerk in Hamm

Der RWE (das Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk AG, heute der zweitgrößte Energieversorger Deutschlands und eine Aktiengesellschaft) baut in Hamm ein Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle, an dem sich die Stadtwerke Münster beteiligen. Wir lehnen dies unter anderem deswegen ab, weil die Stadtwerke damit eine Energiegewinnung fördern, die schädlich für die Umwelt und außerdem verlogen ist: Weil das Kraftwerk nicht auf dem Boden Münsters steht, verschlechtert es unsere Umweltbilanz nicht, obwohl das Kraftwerk einen hohen CO2-Ausstoß hat.

Mentoring

Der aus dem englisch stammende Begriff für die Unterstützung und Beratung eines jungen oder neuen Parteimitgliedes oder einer Interessentin / eines Interessenten durch ein erfahrenes, unter Umständen älteres Parteimitglied. Bei Bündnis 90/Die Grünen gibt es(auch auf Landesebene bei uns in NRW) ein Frauen-Mentoring Programm, das speziell jungen Frauen hilft, die Strukturen der Partei kennen zu lernen, um Ämter zu bekleiden und politische Projekte anzugehen.

Münsterpass

In Münster gab es früher eine Karte, mit der sozial Schwächere eine große Zahl an Vergünstigungen in der Stadt erhalten konnten. Dazu zählten Kurse der Volkshochschule und die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs. Dieser Münsterpass ist trotz hoher Nachfrage von der Stadtregierung abgeschafft worden.

Nicht-selektive Gemeinschaftsschule

Das ist eine Schule, in der nach unserer Vorstellung ohne Vorauswahl (das heißt nicht-selektiv) alle Kinder gemeinsam lernen können.

Photovoltaikanlage

PVs sind Anlagen, mit denen aus Sonnenstrahlen Energie gewonnen werden kann. Dafür werden Solarzellen zum Beispiel auf Hausdächern installiert.

Rechstextremismus

Ein Rechtsextremist ist eine Person, die extreme politische Meinungen des rechten Spektrums vertritt. Hierzu zählen unter anderem die Vorstellung, dass nicht alle Menschen gleich seien, woraus die Ablehnung von Ausländern oder etwa von Menschen, die nicht dem entsprechen, was der Rechtsextreme als „normal“ ansieht, resultiert. Rechtsextremismus wird in Deutschland strafrechtlich verfolgt.

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