KV-Reader

aus dem Wiki der GRÜNEN JUGEND

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Inhaltsverzeichnis

Kreisverbandsreader

1. Einleitung

Ich dacht´ mal, alles wird gut, doch das ist lange her. Ich mach´ die Augen auf und wünscht´, dass alles anders wär´. Denn wohin ich auch schau´, ich seh´ das Elend dieser Welt: Umweltkatastrophen, Hungersnot und wieder stellt sich mir die Frage: Warum unternimmt denn keiner was dagegen? Ich forsche nach und suche nach dem Ursprung allen Elends. Und plötzlich komm´ ich drauf, woher der Wind weht: Denn die Welt wird nicht besser, nur weil sie sich dreht (Blumentopf - mach was!)


Hallo!

Das hier ist der KV (Kreisverband)- Reader der GRÜNEN JUGEND Rheinland-Pfalz. Wir wollen euch mit ihm einen kleinen Überblick über die GRÜNE JUGEND geben und insbesondere eine kleine Starthilfe für die Gründung von Kreisverbänden sein, aber auch schon bestehenden Gruppen ein wenig weiterhelfen und Aktionsformen vorstellen.

Politisch aktiv sein heißt, die Welt verändern zu wollen und damit muss im Kleinen begonnen werden. Dazu brauchen wir aktive Menschen, die ihre und unsere Ideen und Konzepte den Menschen vor Ort kreativ nahe bringen. Also kann es doch nur heißen: Was starten, statt warten!

Euer KV-Reader-Team

2. Inhaltsverzeichnis

Und das sind unsere Inhalte...

  • Seite 1 Einleitung
  • Seite 2 Inhaltsverzeichnis
  • Seite 3/4 1. Vorstellung der GRÜNEN JUGEND
  • Seite 5/6 2. Was starten! aber wie? - Kreisverband gründen
  • Seite 7-9 3. Basics für eine interessante und motivierende Arbeit im Kreisverband
  • Seite 10-14 4. Gelungene Aktionen
  • Seite 15/16 5. Öffentlichkeits- und Pressearbeit
  • Seite 17/18 6. Die eigene Webseite
  • Seite 19/20 7. Euer eigenes Geld
  • Seite 21/22 8. Alleine macht einsam – kooperieren mit anderen


Anhang:

  • - „Mitwirkung – mit Wirkung“ Forderungen der GRÜNEN JUGEND RLP
  • - Standardsatzung
  • - Organigramm und Erklärung der GJ RLP und des Bundesverbands
  • - noch mehr Aktionstipps und Eyecatcher/Aktionen für den Infostand
  • - Pressedetails
  • - Abkürzungsverzeichnis
  • - wichtige Adressen

Impressum

3. Was ist die GRÜNE JUGEND RLP - Selbstdarstellung

Mitmachen, statt meckern!

Herzlich Willkommen! Auf den folgenden Seiten möchten wir euch die GRÜNE JUGEND RLP vorstellen. Auf geht’s – viel Spaß beim Kennenlernen! Willst Du Dich als jungeR grün DenkendeR mit anderen vernetzen, um gemeinsam die Welt etwas grüner und besser zu machen? Der Ort dafür ist die GRÜNE JUGEND RLP. Wir sind anders: fair, nachhaltig, weltoffen, aber auch frech und stachelig - wie unser Wappentier: der Igel, den du sicher schon kennst. Bei uns bist du mittendrin statt nur dabei. Als politischer Jugendverband haben wir uns 1994 gegründet. Seitdem bekommen wir kontinuierlichen Zulauf an Mitgliedern. Wir wachsen langsam aber stetig und haben zur Zeit über 400 Mitglieder. Dabei sind wir „doppelt jung“, sowohl was unsere Gründungsgeschichte betrifft, als auch das Alter unserer Mitglieder: Es liegt deutlich unter dem anderen Jugendorganisationen. Die GRÜNE JUGEND ist auch geistig jung und verändert sich deshalb ständig. Dieser Charme einer „kreativen Baustelle“ bietet dir die Chance, dich mit neuen Ideen einzumischen. Wir haben uns auf jeden Fall eine ganze Menge vorgenommen: Wir bieten unseren Mitgliedern und Interessierten u.a. Seminare, Arbeitskreise für viele Politikbereiche (Fachforen), Aktionen, ein Sommercamp, gemeinsame Fahrten zu Demonstrationen, Info-Publikationen, thematische Veranstaltungen und Partys. Dazu benötigen wir natürlich jede Menge Unterstützung – und dich?!

jung grün und stachelig

Du willst etwas verändern und die Herausforderungen von morgen gestalten? Ihr wollt für eure Vision einer besseren Welt streiten? Du möchtest dich für eine bessere Politik stark machen? Dann hast du/ habt ihr uns gerade noch gefehlt! Hier und heute werden wir es zwar nicht schaffen, die ganze Welt auf den Kopf zu stellen. Hartnäckigkeit kann aber Berge versetzen! Wer heute schon an die Probleme von morgen denkt, ist bei der GRÜNEN JUGEND jedenfalls genau richtig. Denn vor allem junge Menschen sind von den Entscheidungen heutiger Politik betroffen. Wir haben morgen und übermorgen auszubaden, was heute verbockt wird – so unterschiedlich unser Leben und unsere Ziele auch sein mögen.

Die GRÜNE JUGEND will nicht hinnehmen, dass andere über unseren Kopf hinweg über unsere Zukunft entscheiden

Wir wollen uns für Jugendliche stark machen. Wir setzen dabei auf Themen und Inhalte, statt auf pure Show oder Effekthascherei, wobei Spaß nicht fehlen darf. Wichtig ist uns, dass eine Politik gemacht wird, die Ansprüche und Sichtweisen junger Menschen ernst nimmt, sich auf Neues einlässt und Spaß macht. Themen wie z.B. Bildung, Frauenpolitik und Antifaschismus sind nicht neu – bleiben aber auch zukünftig Dauerbrenner und werden von neuen Themen wie der Wissensgesellschaft und Globalisierung ergänzt. Als Jugendorganisation wollen wir grüne Inhalte nach vorn denken. Wir möchten sie aus jugendlicher Perspektive konsequent weiterentwickeln. Zeitlose Politikfelder bedeuten schließlich nicht, dass sie langweilig, altbacken und weniger dringlich würden. Wir sind es, die den Finger in die Wunde legen wollen: jung, grün, stachelig. Dabei machen wir Politik für und mit allen Menschen. Egal, wo sie herkommen, welche Hautfarbe sie haben, mit wem sie ihr Leben teilen möchten, ob sie ein Handicap haben oder keins oder ob sie als Frau oder Mann erzogen wurden – bei uns ist jedeR mittendrin! Frische junge Politik zu machen, erfordert viele neue Ideen und neue Methoden. Wir wollen frisch bleiben. Um unsere Politik auch in Zukunft interessant zu gestalten, brauchen wir euch und eure Initiative. Mitmachen und einmischen sind angesagt! Worte statt Taten – dafür sind andere zuständig. „Mitmachen statt meckern“ ist unser Leitspruch.

Wofür wir streiten?

Im Folgenden findet ihr kurz unsere Forderungen. Am Ende des Readers geben wir euch dann noch eine grobe Skizzierung, wofür wir einstehen. Dabei gilt: Diese Inhalte können nicht der Weisheit letzter Schluss sein, sondern sind vielmehr Stand der Dinge und Standortbestimmung der GRÜNEN JUGEND RLP. Schließlich muss mensch sich permanent weiterentwickeln, natürlich nicht ohne beliebig zu sein. Die GRÜNE JUGEND RLP vertritt ihre Standpunkte deutlich. Wir fordern unter anderem:

  • - bessere Beteiligung von Jugendlichen
  • - Schule als demokratischen Lebensraum zu gestalten
  • - offene, gebührenfreie, öffentlich finanzierte, demokratische und gute Hochschulen
  • - qualitativ hochwertige Ausbildungsplätze für alle
  • - eine Sozial- und Wirtschaftspolitik, die den Menschen und nicht das Kapital in den Mittelpunkt stellt
  • - ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle
  • - Ökologie bei allen Entscheidungen in den Mittelpunkt zu stellen
  • - Erneuerbare Energien auszubauen
  • - wirkliche Gleichberechtigung für alle Menschen
  • - dass auch Europa nach unseren Forderungen gestaltet wird
  • - eine weltoffene und tolerante Gesellschaft, statt Rassismus und Fremdenfeindlichkeit
  • - eine Drogenpolitik, die hilft, statt zu strafen und Freiheit garantiert

Soweit der erste Überblick. Vieles wird noch zu diskutieren sein. Diskutiert kräftig mit !

Und wie machen wir das?

Die GJ RLP wird durch den Landesvorstand und die/den LandesgeschäftsführerIn verwaltet (Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit und Organisation des Verbandes). Der Vorstand wird unterstützt durch den Beirat. Dieser organisiert alle Veranstaltungen der GRÜNEN JUGEND RLP und hilft dem Landesvorstand auch sonst bei seinen Tätigkeiten. Das Wichtigste an der GRÜNEN JUGEND sind jedoch die Kreisverbände und Mitglieder, also ihr! Die Kreisverbände treten auch vor Ort auf vielfältige Weise für unsere Ziele ein. Macht mit!

Wie ist die Grüne Jugend auf Bundesebene und in Europa aufgebaut?

Selbstverständlich gibt es die GRÜNE JUGEND nicht nur vor Ort in den Kreisverbänden und auf Landesebene sondern auch bundesweit. Der RLP-Landesverband ist eine unabhängige Untergliederung des Bundesverbandes. Jeder Landesverband steht für sich und bringt unterschiedliche Ideen und Traditionen mit. Der Bundesverband der GRÜNEN JUGEND pflegt Kontakte zu den unterschiedlichsten Organisationen und Verbänden. Auf europäischer Ebene gibt es die Federation of Young Europeen Greens, als Netzwerk der nationalen Gruppen grüner Jugendlicher. Der Bundesverband der GRÜNEN JUGEND ist, im Gegensatz zur GJ RLP, auch Teilorganisation der Partei BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN. Die Mitgliedschaft in der Partei ist jedoch vollkommen getrennt von der in der GJ und keineswegs verpflichtend.

Na, Appetit bekommen?

4. Was starten, aber wie?

Warum einen Kreisverband gründen?

Die Kreisverbände sind innerhalb der Grünen Jugend Rheinland- Pfalz der Ort, wo ihr eure eigene kleine Welt konkret verändern könnt. Und das ist ja genau das, was wir wollen - was wäre die Grüne Jugend ohne die vielen aktiven Menschen vor Ort? Nicht viel oder eher: viel weniger.

Die Kreisverbände sind außerdem der Ort, wo ihr selbst erfahren könnt, wie gut es sich anfühlt, etwas zu tun, wie gut es sich anfühlt, wenn sich dann wirklich einmal etwas ändert.

Es tut gut, selbst etwas auf die Beine zu stellen und nicht nur Politik im Großen, sondern auch im ganz Kleinen zu machen (das bedeutet natürlich nicht, dass ihr euch nicht auch auf Landes- und Bundesebene einmischen sollt). Es tut gut, Leute zu finden, die in die gleiche Richtung denken, da kann aus Zusammenarbeit auch Freundschaft werden.

Es tut gut, sich für seine Ideale und Ziele einzusetzen und das, was man denkt, auch unter die Leute bringen zu können. In der KV-Arbeit ist man oft näher an der Politik dran als anderswo.

Wo finde ich MitstreiterInnen?

Einladung zum ersten Treffen

Wie findet man sich zu ein einer festen Gruppe zusammen, wenn diese bisher noch nicht besteht? Ein „First Contact“ muss doch irgendwie hergestellt werden können? Der erste Schritt auf diesem Weg ist die Einladung zu einem ersten Treffen. Ein paar Tipps hierzu sollen euch helfen. Nehmt für die Organisation aber auch die Hilfe und Erfahrung des Landesverbands (Landesvorstand, GeschäftsführerIn, Beirat) in Anspruch. Sie kennen vielleicht noch mehr Leute aus eurer Gegend und haben schon einige Erfahrungen mit Gründungen von Kreisverbänden. Aber auch die Grünen bei euch vor Ort können euch bestimmt (finanziell) unterstützen und sind auch leichter in der Lage, Räumlichkeiten zu buchen.

Wo kann ein Treffen stattfinden

Wählt dafür am besten einen gut erreichbaren Raum aus, damit niemand wegen eines weiten Weges verhindert ist. Private Treffpunkte sind zwar vielleicht gemütlich, aber als erster Treffpunkt nicht zu empfehlen, da selbst interessierte junge Menschen diesen privaten Raum anderer Personen scheuen. Geeignete Treffpunkte sind etwa das Grüne Büro, ein Café, ein BürgerInnenzentrum oder ein Jugendzentrum. Achtet aber darauf, dass die Räume gut zur Verständigung geeignet sind: in einer Kneipe ist die Lautstärke häufig zu stark um sich wirklich kennenzulernen und Ideen zu entwickeln. NichtraucherInnen ist es hier vielleicht auch zu verraucht.

Wer soll auf welchem Weg eingeladen werden

Nutzt die Möglichkeiten des grünen Kreisverbandes, alle auf ein Jugendtreffen hinzuweisen. Die meisten Kreisverbände haben einen größeren Emailverteiler. So wird eure Information in den grünen „Kreisen“ verbreitet. Das Büro der GRÜNEN JUGEND RLP verschickt für euch auch eine Einladung an alle Mitglieder und InteressentInnen aus eurer Nähe. Viele werden zum Beispiel im Internet und beim Landesverband Mitglied und freuen sich bestimmt darüber, nun auch vor Ort eingeladen zu werden, um eine Gruppe zu gründen. Im Kapitel zur Öffentlichkeitsarbeit findet ihr Hinweise zur Gestaltung eines Flyers. Mit etwas Aufwand könnt ihr einen attraktiven Flyer erstellen, den ihr vor dem Treffen unter die Leute bringt. Vergesst nicht, in der Presse auf das Treffen hinzuweisen! Ladet die PressevertreterInnen aber nicht unbedingt zum ersten Treffen ein, da nicht klar ist, wie das Treffen verläuft und ob es NeueinsteigerInnen irritieren könnte. Verläuft es gut, könnt ihr aber z.B. Fotos schießen und der Presse eure Ziele und Planungen vorstellen.

Was soll passieren? - Welche Ergebnisse sollen erreicht werden

Du solltest dir schon bewusst sein, was du eigentlich erreichen möchtest und wie es um deine Motivation für die zukünftige Arbeit bestellt ist. Welche Ideen können in das erste Treffen eingebracht werden? Von den Einladenden wird seitens der NeueinsteigerInnen erwartet, dass sie zum Beispiel im Verlauf einer Diskussion Ideen vortragen, wenn die Diskussion stockt und niemand mehr weiter weiss. Überlege also, ob es zum Beispiel interessante aktuelle Themen gibt, zu denen ihr als Gruppe arbeiten könntet oder schlage eine Aktion aus dem Aktionsteil des Readers vor. Sobald du dir ein paar Gedanken zu einem ersten Treffen gemacht hast, versuche im Vorfeld einige MitstreiterInnen für die Vorbereitung anzusprechen. Falls ihr keineN kennt, fragt ruhig mal in der Landesgeschäftsstelle der GRÜNEN JUGEND RLP nach den Kontaktdaten von Mitgliedern aus eurem Umfeld. Komplette Adressen werden jedoch aus Datenschutzgründen nur an einen noch zu wählenden Kreisvorstand herausgegeben. Daher wird die Einladung auch am besten über das GJ RLP-Büro abgewickelt. Es ist gerne jemand aus dem Beirat oder dem Landesvorstand der GRÜNEN JUGEND RLP bereit, euer erstes Treffen zu begleiten und in Absprache mit euch auch Gespräche zu moderieren. Die Leute aus dem Landesvorstand können euch Fragen beantworten und noch mehr über die Arbeit in den Kreisverbänden und der GRÜNEN JUGEND erzählen.

Diese Fragestellungen können euch bei der Vorbereitung und Moderation des ersten Treffens hilfreich sein:

  • Warum möchten sich junge Menschen mit euch in einer Gruppe zusammenschließen?
  • Welche persönlichen und politischen Interessen führen sie zum ersten Treffen?
  • Welche Erwartungen stellen sie an eine gemeinsame politische Arbeit?
  • Wie können ihre Fähigkeiten und ihr Wissen eingebunden werden?
  • Was kann in nächster Zeit geschehen?

Auch über aktuelle kommunale Themen oder bundespolitische Themen könnt ihr euch natürlich austauschen, vielleicht kommen euch dazu schon konkrete Aktionsideen. Wichtig ist, dass ihr eine Anwesenheitsliste und eine Protokoll führt. Nicht weil ihr so gerne Formalitäten mögt, aber weil ihr dann alle Anwesenden später anschreiben könnt, wenn es um weitere Aktionen geht. Versucht, kontinuierlich einen InteressentInnenverteiler aufzubauen. Hierzu stellt euch die GRÜNE JUGEND RLP gerne einen Email-Verteiler zur Verfügung, in welchen ihr dann alle eingetragen werden könnt.

Einige kleine Formalitäten...=

Zur Gründung eines Kreisverbands sind eine Satzung und ein Vorstand zwar nicht zwingend notwendig, aber es ist natürlich wichtig, sich darüber zu unterhalten, wie man sich organisieren möchte. Ein Kreisvorstand ist auch für neue Leute, die Presse, die Grünen und natürlich den Landesvorstand immer eine gute Anlaufstation. Damit ihr keine Angst vor diesen kleinen Formalitäten habt, findet ihr im Anhang eine Mustersatzung, die natürlich nur als Vorschlag und Hilfe dienen soll. Wenn der Kreisverband erstmal gegründet ist, kann er auf der nächsten Landesmitgliederversammlung der GJ RLP auch als solcher anerkannt werden.

JedeR nimmt gerne etwas mit und es ist doch schön, eine Erinnerung vom ersten Treffen zu haben, oder? Besorgt euch dazu Informationsmaterial zur GRÜNEN JUGEND vom Landesverband und Bundesverband, sodass jedeR sich näher über die Grüne Jugend informieren kann.

Das zweite Treffen

Um das Besprochene nicht zu schnell in Vergessenheit geraten zu lassen und die Motivation der neuen Gruppe zu nutzen, ist ein baldiges zeitnahes Treffen sinnvoll. Deshalb schlagt gleich ein neues Treffen vor, je eher desto besser. Vergesst eure Kalender also nicht!

Noch mal alles in Kürze

  • sucht euch einen Termin und einen geeigneten Ort (!Erreichbarkeit, Atmosphäre, Lautstärke!)
  • überlegt euch, worüber man reden könnte (regionale Themen?, Überörtliches?)
  • sprecht mit Leuten, die vielleicht mitmachen wollen
  • fragt in der Landesgeschäftsstelle (lgs@gj-rlp.de) und die Grünen nach Hilfe
  • macht Werbung für das Treffen (Presse, Flyer?)
  • bereitet eine Satzung vor (Mustersatzung)
  • Macht eine Vorstellungsrunde!
  • schreibt eine Anwesenheitsliste und ein Ergebnisprotokoll
  • Denkt einen zweiten Termin an

5. Vom Grüppchen zur politischen Organisation

Basics für eine interessante und motivierende Arbeit im Kreisverband

Kreisverbände gründen sich. Kreisverbände stellen ihre Arbeit auch wieder ein, weil Leute wegziehen oder weniger Zeit haben. Dies ist zwar bedauerlich, aber in einem ländlichen Bundesland wie Rheinland-Pfalz vollkommen normal. Dennoch kann jedeR im Kreisverband - besonders der Vorstand - dazu beitragen, dass eine Gruppe motiviert ist und bleibt, Spaß an der politischen Arbeit hat und regelmäßig neue Leute hinzugewinnt. Mitgliedermotivation gehört zu den schwierigsten Dingen in der politischen Arbeit, denn alle wollen natürlich lieber frisch, unbefangen und ohne allzu viel Aufwand schnell Ergebnisse erzielen. Wenn ihr aber folgende kleine Tipps verinnerlicht und befolgt, kann dadurch eine tolle Gemeinschaft entstehen und ein „Sterben“ eurer Gruppe verhindert werden.

Pläne schmieden, aber auch umsetzen!

Schon viele Gruppen sind an zu hohen Zielsetzungen gescheitert. Überlegt euch daher gut, welcher Treffen-Rhythmus wirklich durchzuhalten ist. Gerade auf dem Land muss an die teilweise langen Fahrtzeiten zu den Treffen gedacht werden. Es ist für die Motivation in der Gruppe besser, erstmal einige kleinere Projekte zu verwirklichen, als an einem großen zu scheitern. Bei euren Vorhaben achtet stets darauf, Leute, die neu in der politischen Arbeit sind, nicht zu überfordern. Ein großes Konzert gegen Rechts zu organisieren mag eine tolle Sache sein, aber die meisten von euch haben so etwas noch nie gemacht und die Gefahr daran zu scheitern, ist sehr hoch. Erstellt doch zunächst lieber ein Flugblatt (Kapitel 6) und verteilt es. Ein Konzert könnt ihr immernoch machen, sucht euch aber hierzu PartnerInnen, die das mit euch zusammen umsetzen (Kapitel 10).

Feste Termine!

Ihr könnt nicht zu jedem Treffen schriftlich einladen. Es jedoch auch schlecht, wenn bei jedem Treffen der nächste Termin vereinbart wird, denn dann wissen ja nur die Bescheid, die da waren. Deshalb ist es selbstverständlich sehr gut, wenn ihr es schafft, einen festen Termin für eure Treffen zu haben (z.B „jeder erste Dienstag im Monat..“). Könnt ihr euch nicht auf einen festen Termin einigen oder seid ihr zu spontan, um euch festzulegen, schreibt die Terminankündigungen auf jeden Fall über euren InteressentInnen-Email-Verteiler. Diesen stellt euch der Landesverband der GRÜNEN JUGEND gerne zur Verfügung. Achtet darauf, dass ihr mindestens 4-5 Tage, besser jedoch eine Woche vor dem Treffen einladet, damit sich auch alle die Zeit nehmen können. Auch bei festen Terminen ist es natürlich gut, alle daran zu erinnern. Dies ist Aufgabe des Kreisvorstands.

Treffen strukturieren!

Es ist frustrierend, wenn ein Treffen nur so dahinplätschert und am Ende alle das Gefühl haben, dass nichts dabei herausgekommen ist. Daher macht es Sinn, gemeinsam eine Tagesordnung zu erstellen. Das hat nichts mit Formalismus zu tun, denn es ist grundlegend wichtig zu wissen, was man bei dem Treffen erreichen und was auf jeden Fall besprechen will. Eure Spontanität verliert ihr hierdurch nicht, denn neue Punkte können ja immer aufgenommen werden. Um zu verhindern, dass Absprachen sofort wieder vergessen werden, ist es wichtig, ein Ergebnisprotokoll zu führen. Haltet alles wichtige fest. Dies ist auch für die Menschen gut, die leider an dem Treffen nicht teilnehmen konnten, denn so wissen auch diese, was ihr besprochen habt. Weil niemand gerne Protokoll schreibt, wechselt euch doch ab. Eine Person sollte das Treffen zudem moderieren, damit nicht alle durcheinander sprechen.

Hierarchien abbauen!

Es geht nicht darum, dass man sich immer durchsetzt, sondern darum, zu Ergebnissen zu kommen, die alle mit gutem Gewissen vertreten können. Abstimmungen sollte man daher möglichst verhindern. Versucht, die Fragen auszudiskutieren und Kompromisse zu erzielen. Nichts ist demotivierender, als wenn die eigenen Ideen immer untergehen und Einwände nicht ernst genommen werden.

Kommunikationshierarchien abbauen!

Bei der GRÜNEN JUGEND sind alle gleichberechtigt beteiligt und können sich einbringen. Achtet darauf, dass jedeR zu zu Wort kommt, die/der möchte. Wenn dies gar nicht klappt, sollten Redelisten geführt werden. Manchmal ist es gut, zu gewissen Themen „Runden“ zu machen, in denen jedeR kurz ein Statement abgeben kann. Am Ende eines Treffens ist es oft sinnvoll, eine „Feedbackrunde“ zu machen, um festzustellen, wie es jeder/m gefallen hat, was gut war und was noch verbessert werden muss.

Informationshierarchien abbauen!

Das Ziel ist es, dass die Arbeit der Gruppe auf möglichst viele Schultern verteilt wird. In der Realität sieht es aber oft so aus, dass es enorme Unterschiede bei Wissensstand, Fähigkeiten und Erfahrungen der einzelnen Aktiven gibt. Um diese nicht zu „zementieren“, sondern abzubauen, ist ein guter Kommunikationsfluss notwendig. Dies bedeutet, dass Erfahrungen und Informationen weitergegeben werden müssen. Es sollte also nicht so sein, dass alle allein vor sich hin arbeiten, sondern tatsächlich gemeinsam geplant, besprochen und durchgeführt wird. Es hat sich gezeigt, dass es sinnvoll ist, für einzelne Aufgaben und Projekte Teams zu bilden. Diese sollten möglichst gemischt besetzt sein - sowohl mit Leuten, die so etwas schon einmal gemacht haben, als auch mit Leuten, die noch keine Erfahrungen haben. Vor allem die erfahrenen Gruppenmitglieder wie etwa der Vorstand, sollten darauf achten, dass alle Aufgaben übernehmen und eben nicht alles sofort selbst machen. Tauscht euch auch zwischen den Treffen auf einer Emailliste aus. Wie ihr schon wisst ;-), wird diese euch gerne vom Landesverband zur Verfügung gestellt. Kommuniziert auch mit dem Landesverband und den Vorständen der anderen Kreisverbände. Bei euch gelungene Aktionen werden auch woanders gerne wiederholt. Auch ihr könnt dann Anregungen für eure Arbeit aus dem Austausch ziehen.

Interessante und abwechslungsreiche Treffen und Veranstaltungen

Wenn jedes Treffen gleich abläuft, dann laufen alle Leute weg. Diskutiert ihr zum dritten Mal darüber, was man denn mal für eine Aktion machen könnte und schweigen sich dabei alle an, wird es jeder/jedem (zurecht!) langweilig. Aber was tun? Ladet doch ReferentInnen zu euren Treffen ein. Macht so jedes Treffen zu einem Themenabend (Kapitel 3). Wenn ihr erst einmal in eine Diskussion über Inhalte einsteigt, fallen euch sicher noch viele andere Dinge ein. Fragt auch mal den Landesvorstand, wenn ihr nicht mehr weiter wisst. Bietet euren InteressentInnen verschiedene Veranstaltungen an. Es muss nicht immer um Politik gehen. Macht doch einmal einen Ausflug, eine Fahrradtour oder geht Minigolf spielen. Beteiligt ihr euch eigentlich an Kampagnen und Aktionstagen des Landes- und Bundesverbands? Sprecht mit den Menschen, die dort aktiv sind schaut regelmäßig auf die Internetseiten www.gj-rlp.de und www.gruene-jugend.de !

Umgang mit neuen Leuten

Wir wollen alle, dass die GRÜNE JUGEND immer weiter wächst, immer größer und einflussreicher wird. Dazu bedarf es vor allem eines: neuer Leute. Bevor ihr aber darüber nachdenkt, wie ihr neue Mitglieder gewinnen wollt, solltet ihr euch ein paar Gedanken machen, ob sich neue Leute bei euch wohl fühlen und ob ihr sie in eure Arbeit gut einbindet.

Neumitgliederbetreuung

Es ist wichtig, dass es eine Person gibt, die für neue Mitglieder zuständig ist. Das muss nicht die erfahrenste Person sein, es macht aber dennoch Sinn, wenn dieser Mensch sich recht gut auskennt und aufkommende Fragen beantworten kann. Manche Organisationen haben auch gute Erfahrungen mit MentorInnen oder PatInnen gemacht. Regelmäßige Neumitgliedertreffen sind nicht überall sinnvoll, aber gerade dort, wo der Nahverkehr gut ausgebaut ist (Städte), kann so etwas eine sehr gute Möglichkeit sein, neuen Mitgliedern und InteressentInnen Orientierung zu geben und ein niedrigschwelliges Angebot zu machen.

Einbinden von Neuen in die Arbeit – Interessen erkennen und fördern

Geht eure Gruppe auf die Interessen der Mitglieder/besonders der neuen Leute ein? Die Menschen bei der GRÜNEN JUGEND haben höchst unterschiedliche Interessen und haben unterschiedliche Fähigkeiten. Es ist entscheidend für die Integration, diese zu erkennen und dies optimal in eure Arbeit einfließen zu lassen. Schaut, wer gerne was macht und respektiert es, wenn Menschen anderes nicht so gerne machen. Begrüßt neue Mitglieder als solche und heißt sie herzlich willkommen. Wer ignoriert wird, ignoriert euch auch bald. Lobt andere in eurer Gruppe, wenn sie etwas gut gemacht haben. Dies bedeutet nicht, dass ihr lügen oder „rumschleimen“ sollt. Wenn euch etwas nicht gefällt, sagt dies natürlich auch. Aber gerade kleine Gesten und Worte der Anerkennung sind für die Motivation eurer Gruppe entscheidend.

6. Vom Flyer bis zum Themenabend - gelungene Aktionen

Bevor ihr zu irgendetwas eine riesige Aktion startet, solltet ihr euch überlegen, wozu ihr arbeiten wollt. Brennt euch ein Thema aus eurem Ort oder eurer Stadt unter den Nägeln? Wollt ihr etwas ändern, verhindern oder bekommen? Oder ist es vielmehr so, dass euch die „große“ Politik (ein Thema der GRÜNEN JUGEND oder der Landes- oder bundesweiten Tagespolitik) besonders interessiert?

Thema gefunden?

Dann heißt es erstmal sich selbst informieren - und zwar bei der Lokalzeitung, im Amtsblatt, bei der Stadtverwaltung, über den Besuch von Gemeinderatssitzungen oder indem ihr bei Bündnis90/Die Grünen nachfragt. Vielleicht weiß auch schon jemand von euch über ein aktuelles Thema besonders gut Bescheid und kann den anderen davon berichten. Auch ein Themenabend oder Politisches Kino (s.u. „andere informieren“) sind natürlich auch dazu geeignet euch selbst zu informieren.

andere informieren

Es geht ja nicht nur darum, dass ihr selbst über etwas Bescheid wisst, sondern ihr wollt eure Idee wahrscheinlich auch unter die Leute bringen. Außerdem müssen sich gerade neu gegründete Organisationen bekannt machen, um wahrgenommen zu werden. Wenn die Gruppe noch nicht so groß ist, gilt es, nach dem MiniMax-Prinzip zu arbeiten, d.h. mit minimalem Aufwand maximale Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Hierbei ist Ideenreichtum gefragt, denn kreative Ideen werden weniger schnell vergessen und klingen besser an. Lasst eure Kreativität in all eure Aktionen einfließen!

Anlässe für Aktionen suchen

Fällt euch kein passendes Thema ein oder wenn ihr euch einfach nicht entscheiden könnt, zu welchen Themen ihr genau arbeiten wollt, weil es einfach so viele verschiedene gibt, die euch interessieren, ist das kein Beinbruch. Es gibt immer wieder über das ganze Jahr verteilt Ereignisse, Gedenktage oder auch Aktionstage der GRÜNEN JUGEND Bundesverband oder der GJ RLP. Wenn ihr zu diesen speziellen Daten etwas macht - seien es Aktionen, Pressemitteilungen ( Kapitel5) oder was immer ihr plant - ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Öffentlichkeit sich dafür interessiert, wesentlich größer als sonst im Jahr. Im Anhang findet sich eine Auflistung einiger Gedenktage. Hier einige bewährte Aktionen in der Reihenfolge des Aufwands:

  • Flyer verteilen und auslegen
  • Infostand
  • Themenabend(e)
  • Politisches Kino
  • Diskussionsveranstaltungen

Flyer

Flyer sind hervorragend dazu geeignet, auf die Existenz einer neuen Gruppe der GRÜNEN JUGEND aufmerksam zu machen, da sie relativ einfach und kostengünstig herzustellen sind. Zuerst sollte man überlegen, was genau man den LeserInnen des Flyers mitteilen will. Bei einer grünenJugendgruppe also z.B.: „Du willst grüne Politik machen, deinen Stadtteil verändern oder auch die ganze Welt ? Dann komm zu uns ! Die GRÜNE JUGEND XY trifft sich jeden ... um ... Uhr im ...“ Nicht fehlen darf ein ansprechendes Layout und zwar unabhängig davon, ob der Flyer schwarz/weiß oder bunt werden soll. Auf jeden Fall nicht zuviel Text verwenden ! Sorgt für eure eigene „corporate identity“ wie das in Werbekreisen heißt – zu deutsch: benutzt ein eigenes Logo, das für die Wiedererkennung eures Materials sorgt. Ein solches bastelt euch auch gerne die Geschäftsstelle der GRÜNEN JUGEND RLP. Die GRÜNE JUGEND hat auch sogenanntes Eindruckpapier. Das ist buntes (in diesem Fall grün-weißes) Papier mit genügend Freiflächen, auf welche Texte und Bilder kopiert werden können. Damit man weiß, welche Teile der Seite bedruckbar sind, gibt es hierfür auch OpenOffice- und Word-Dateien mit entsprechenden Textfeldern. Flyer, die auf diese Weise hergestellt werden, machen einiges her, erfordern aber gleichzeitig fast keinen Aufwand. Außerdem sind Menschen vom Landesverband gerne bereit, mit euch zu besprechen, wie man einen Flyer gestalten kann und wie das mit dem Eindruckpapier funktioniert. Besser als Fotos wirken auf schwarz/weiß-Flyern (und den Eindruckflyern) natürlich Zeichnungen, gerade Karikaturen bieten sich hier häufig an. Hier noch ein kleiner rechtlicher Hinweis: Auf jedem Papier, dass ihr in der Öffentlichkeit verteilt, muss einE VerantwortlicheR stehen, am besten die/derjenige, die/der den Text auch geschrieben hat:dDie/der so genannte Verantwortliche im Sinne des Presserechts (V.i.S.d.P.).

Infostand

Wohl jedeR kennt den Infostand, der insbesondere vor Wahlen Konjunktur hat, aber auch in wahlkampffreien Zeiten von etlichen Gruppen genutzt wird. Hinter dem typischen Bild von Tapeziertisch, Sonnenschirm und Papieren aller Art verbirgt sich ein effektives Instrument für die politische Arbeit, wenn denn einige Basics bedacht werden. Am Anfang steht die Anmeldung des Infostandes bei der Stadtverwaltung. Zuständig ist meist das Ordnungsamt. Wenn nicht, wird es euch sagen, welches Amt stattdessen den Antrag bearbeitet. Dieser kann formlos gestellt werden, sollte aber schriftlich sein und den ungefähren Platzbedarf, Datum und Dauerdes Standes enthalten. Manche Verwaltung verlangt eine Bearbeitungsgebühr, deren Höhe von Stadt zu Stadt ganz unterschiedlich sein kann, meist aber nicht sehr hoch ist. Denkt daran, dass die Mühlen der Verwaltung langsam mahlen. Geht deshalb am besten schon zehn bis vierzehn Tage vor der geplanten Aufstellung des Infostandes „auf´s Amt“, um Schwierigkeiten zu vermeiden. Geht es um ein besonders aktuelles Thema, kommt ihr um die Anmeldung herum, wenn ihr euch auf die grundgesetzlich garantierte Möglichkeit einer spontanen Kundgebung beruft. Hättet ihr aber vorher genug Zeit gehabt, den Stand anzumelden, könnt ihr Ärger bekommen. Deshalb: Lieber vorher anmelden! Inhaltlich ist zu bedenken, dass ihr den Mund aufmacht, weil ihr etwas zu sagen habt. Sprich: Bringt auf den Punkt, welche Message ihr an die Leute bringen wollt. Schreibt auf, was ihr sagen wollt und zwar am besten sowohl auf ein großes Transparent als auch auf Flyer (siehe oben). Organisiert vertiefendes Material zum Thema. AnsprechpartnerInnen hierfür: Die Grüne Jugend auf Landes- und Bundesebene und die „Alt“-Grünen in Bund und Land. Materialübersichten findet ihr auf den jeweiligen Homepages. Einen guten Einstieg bietet http://www.gruene-jugend.de. Mit der Standortwahl steht und fällt der Erfolg des Infostandes. Überlegt Euch vorher, wo viele Leute vorbeikommen und die Möglichkeit haben, stehen zu bleiben, um mit Euch ins Gespräch zu kommen. Wichtig ist auch, klar zu wissen, wen genau man erreichen will. Samstags morgens um neun sind beispielsweise wenig Leute in der Fußgängerzone unterwegs, um 12 sieht´s da schon anders aus. Die U 30- Zielgruppe kann man z.B. gerade in Kneipenvierteln gut ansprechen. Plätze vor Schulen, Schwimmbädern und Skaterrampen bieten sich ebenfalls an. Besonders effektiv ist der Infostand natürlich, wenn er an einem Tag oder zu einem Anlass stattfindet, an dem viele (besonders Menschen aus eurer Zielgruppe) am geplanten Standort unterwegs sind (Volksfeste, Markttage, Sportveranstaltungen, Umwelttage und andere Veranstaltungen). Denkt an Wind- und Wetterschutz, wenn es regnen und stürmen könnte. Nichts ist demotivierender, als hinter seinem wegschwimmenden Infomaterial herlaufen zu müssen. Auch ein Infostand ist ein Ereignis, dass der Lokalzeitung besonders in kleineren Orten manchmal eine Meldung wert ist. Verfasst deshalb im Vorfeld eine Pressemitteilung, die über den Stand informiert, eventuell gespickt mit einem Hinweis an die Redaktionen, falls ihr ein gutes Fotomotiv habt. Das kann ein Hingucker sein, wie eine Riesenerdkugel, wenn es um Globalisierung geht, jemand im Hühnerkostüm, wenn Massentierhaltung das Thema ist oder jemand im Schweinekostüm, wenn es um das Sparen an der falschen Stelle geht usw... Bringt den Hinweis aber wirklich nur, wenn ihr sicher seid, auch einen „Hingucker“ für die Presse zu haben. Leere Versprechungen sorgen sicherlich nicht für einen guten Start. Auch im Nachgang der Aktion könnt ihr noch einen Bericht an die Presse schicken.

Macht euren Stand interessant!

Nichts ist langweiliger als oben beschriebenes Bild des Tapeziertisches mit gelangweilten Leuten dahinter.

- Geht offen auf die PassantInnen zu, verkriecht Euch nicht hinter dem Stand, sondern begrüßt die Leute freundlich und bindet sie ein. Dies geht zum Beispiel mit einer zum Thema passenden Frage. Macht ihr einen Stand zum Thema „Neue Energien“, kann das z.B. die Frage sein: „Was meinen Sie? Wie lange reichen die Erdölvorkommen der Erde noch?“ Ihr wollt mit den PassantInnen ins Gespräch kommen, ihnen eure Meinung darlegen. Also müsst ihr auch damit rechnen, dass die Leute Euch ihre Meinung mehr oder weniger freundlich sagen. Um die eigene Argumentationsfähigkeit zu schulen, kann im Vorfeld zum Beispiel ein Rollenspiel in der Gruppe sinnvoll sein. Spielt unterschiedliche Rollen: EiligeR PassantIn, InteressierteR PassantIn, wütendeR PassantIn. Das hilft euch nicht nur weiter, sondern macht auch unheimlich viel Spaß. Niemand hat auf alles eine Antwort. Gebt ruhig zu, nicht allwissend zu sein. Das schult für den nächsten Infostand.

-Give-Aways erhöhen die Sympathie. Von Gummibärchen bis Gummis kann deren Einsatz sinnvoll sein. Vorteil: Die Angesprochenen erinnern sich an die Aktion. Einen Überblick über mögliche Give-Aways zum kleinen Preis bietet die Heinrich Böll Stiftung NRW (www.boell-nrw.de) in ihrer Broschüre „Anliegen als Anlagen“. Aber auch selbstgebackene Plätzchen oder Kuchen sind gut, um Menschen an euren Stand zu locken.

-Der oben beschriebene „Hingucker“ ist nur eine der vielen Möglichkeiten. Ein Straßentheather mag zwar die „Krönung“ der „Hingucker“ sein, ist aber sehr aufwendig und entspricht vielleicht auch nicht dem, was die Mitglieder eurer Gruppe gerne machen. Eine Straßenzeitung, ein kleines Spiel oder politisches Quiz, bei dem man eines eurer Give-Aways gewinnen kann, oder eine Unterschriftenaktion sind hingegen meist ohne großen Aufwand durchzuführen. Im Anhang findet ihr einige Aktionsideen und Hingucker für euren Infostand.

Kleine Checkliste für Infostände:

  • Geeigneten Standort suchen
  • Beim Ordnungsamt anmelden
  • Message klarmachen
  • Material organisieren
  • Stand, Sonnenschirm oder Pavillon, Transparent etc. organisieren
  • “Hingucker“ ausdenken
  • Für ständige, ausreichende Besetzung des Standes sorgen, minimal 3 Leute
  • Pressearbeit im Vorfeld und Nachbereitung

Themenabend(e)

Um sich bekannt zu machen oder ein bestimmtes Thema genauer zu beleuchten, bietet sich ein Themenabend mit einem bis zwei interessanten GästInnen an. Ein solcher Themenabend ist eine sehr viel weniger aufwändigere Alternative zu einer Podiumsdiskussion (s.u.). Ihr sucht ein aktuelles Thema, dass euch interessiert und ladet dazu eineN ReferentIn ein. Klingt einfach - ist es auch. Einige Dinge solltet ihr aber doch beachten. Zunächst einmal müsst ihr euch ein Thema suchen, dass euch interessiert, das aber vor allem auch andere Jugendliche interessieren könnte. Hierbei kann es sich um ein aktuelles Thema handeln, aber auch um Themenfelder, die schon lange dringend sind, aber nie aufhören aktuell zu sein (wie z.B. der Klimawandel) sind durchaus geeignet. Hierbei solltet ihr aber auf jeden Fall auf eine Verbindung zur regionalen oder lokalen Politik achten. Gerade bei übergreifenden Themen ist es wichtig, dass eure Zielgruppe einen persönlichen Bezug zu dem Thema bekommt. Damit die Veranstaltung ein Erfolg wird, braucht ihr einen Raum und eineN ReferentIn für die Veranstaltung. Ein passender Raum könnte das Büro eurer „Altgrünen“ sein, aber auch alternative Locations wie ein Jugendraum. ein Umwelthaus oder ähnliches. Sollte es bei euch keinen geeigneteren Raum geben, könnt ihr natürlich auch das Hinterzimmer einer Kneipe nehmen. Bei der Suche nach passenden ReferentInnen sind euch sicher die Grünen oder auch der Landesvorstand behilflich. Natürlich könnt ihr auch selbst auf die Suche gehen. Es gibt sicher Vereine und Verbände, die sich mit dem Thema beschäftigen. Aber auch unmittelbar von einem Thema Betroffene sind interessante GesprächspartnerInnen. Natürlich kann ein solcher Themenabend oder auch -nachmittag auch als Besuch eines anderen Verbands oder eines Unternehmens (etwas aus der Erneuerbare Energienbranche ) gestaltet werden. Für weitere Tipps zum Themenabend lest euch auch die Hinweise unter Diskussionsveranstaltung. (s.u.) durch.

Politisches Kino

Politik soll Spaß machen. Was liegt also näher, als das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, und so Leute für die Arbeit bei der GRÜNEN JUGEND zu interessieren. Ladet doch einfach mal zu einem netten Kinoabend ein. Sucht euch zuerst einen Film aus, von dem ihr glaubt, dass ihn sich viele Leute aus Eurem größeren Bekanntenkreis gern mal ansehen würden. Logisch, dass es sich um einen Film handeln sollte, der irgendwie politisch ist. Beispielsweise „Bowling for Columbine“, „American History X“, „Eine unbequeme Wahrheit“. Nehmt mit einem bei euch in der Nähe befindlichen Kino Kontakt auf. In vielen Orten gibt es Kinos in freier TrägerInnenschaft, meist von Leuten betrieben, die das ganze ehrenamtlich machen. Sie können euch beim Besorgen der Filmrolle helfen. Einen guten Einstieg für die Suche nach einem freien Kino bei euch in der Nähe bietet http://www.komunalekinos.de . Selbstverständlich müsst ihr eine Miete für die Räume und den Projektor zahlen, außerdem für die Filmrolle. Deshalb bietet es sich natürlich an, einen Film zu zeigen, den das Kino sowieso gerade da hat. Es lohnt sich wie überall der Preisvergleich, gerade, weil so ein Kinoabend nicht ganz billig ist. Wohnt ihr auf dem platten Land, könnt ihr auch daran denken, etwas tiefer zu stapeln und eine eigene Filmvorführung mit DVD und Beamer auf die Beine zu stellen. Hier sei aber erstens darauf hingewiesen, dass unter Umständen das Leihen eines Beamers, aber vor allem die Gebühren teuer sind. Mit 100 € Vorführgebühren pro Aufführung müsst ihr rechnen. Fragt aber auch mal den Landesfilmdienst oder die Landeszentrale für politische Bildung ob man über diese politische Filme bestellen kann. Vielleicht kennt ja auch jemand von euch eineN LehrerIn, die/der sicher auch weiß, ob man irgendwo Filme leihen kann, wo diese Gebühren schon miteingerechnet sind. Hier der klare Hinweis, das jede öffentliche Aufführung einer DVD ohne Genehmigung der VerleiherInnen natürlich nicht erlaubt ist und zu hohen Strafgebühren führen kann. Ladet dann über die Presse und über Flyer zu einer kostenlosen Vorstellung ein. Einiges an Infomaterial der GRÜNEN JUGEND mit eurer Kontaktadresse sollte vorrätig sein, damit eure Gäste auch nicht vergessen, wer sie eigentlich eingeladen hat und euch schnell erreichen können. Im Anschluss an den Film könnt ihr dann noch eine Diskussionsrunde machen, wobei ihr natürlich neben dem Gespräch über den Filminhalt auch eure Gruppe vorstellen könnt.

Diskussionsveranstaltungen

Eine interessante aber zeitaufwendigere Variante eines Themenabends ist eine Podiumsdiskussion. Eine gut geplante Diskussion kann ein Anreiz für die Gäste sein, mal bei euch vorbeizuschauen. Zur guten Planung gehört zuerst, sich ein Thema herauszusuchen, das Jugendliche bewegt und zu dem man unterschiedliche Positionen einnehmen kann. Schulmisere und Drogenpolitik sind gute Beispiele. Als Faustregel gilt, dass das Thema entweder bei euch vor Ort in aller Munde sein muss oder zumindest in den Medien, die eure Zielgruppe konsumiert, im Moment ständig präsent ist. Denkt daran, dass Eure Veranstaltung nicht zum Zeitpunkt der Planung stattfindet und das Thema auch am Tag der Diskussion noch aktuell sein muss. Mit „Schnee von gestern“ werdet ihr niemanden begeistern. Am besten ist natürlich, wenn das Thema sowohl lokal- als auch landes- oder bundespolitische Bedeutung hat. Überlegt jetzt, wer bei dem ausgesuchten Thema eigentlich alles eine Rolle spielt. Einen guten Einstieg bieten das Internet, wenn ihr einige Schlüsselwörter eingebt, oder auch Zeitungen. Jetzt werdet ihr Stellungnahmen derjenigen finden, die sich zum Thema äußern. Bedenkt aber, dass häufig gerade die Betroffenen nicht zu Wort kommen. Aber gerade an die solltet ihr denken. Beispielsweise sind von der Kürzung der Sozialhilfe die SozialhilfeempfängerInnen betroffen, aber gerade deren Äußerungen werden in den Medien selten berücksichtigt. PodiumsdiskutantInnen der GRÜNEN JUGEND oder von Bündnis 90/Die Grünen vermittelt die Landesgeschäftsstelle. Jetzt habt ihr eine Liste von möglichen ReferentInnen und es geht ans Einladen. Beschränkt Euch auf maximal fünf Leute (besser zwei oder drei). Aus den jeweiligen Standpunkten solltet ihr ein kontroverses Podium herausarbeiten und sofort telefonisch bei den Ausgesuchten anfragen, ob sie Zeit und Lust hätten, an eurer Diskussion teilzunehmen. Wenn jemand nicht kann, versucht ihr sie/ihn durch jemanden mit ähnlichen Ansichten zu ersetzen. Organisiert einen passenden Raum und schätzt ungefähr ab, wie viele Leute wohl kommen werden. Drangvolle Enge ist genauso ätzend wie ein halb leerer Raum. Die Leute sollten den Raum leicht erreichen können. Nähe zu Bus und Bahn und behindertengerechter Zugang sind eindeutig Pluspunkte. Dann ladet ihr die ReferentInnen auch nochmal schriftlich mit Ort, Zeit und am besten Anfahrtsbeschreibung ein und bittet sie um Terminbestätigung, denn nur so könnt ihr relativ sicher gehen, dass die Leute auch kommen. Ein halb leeres Podium kann unangenehm für alle Beteiligten werden. Jetzt kann die interessierte Öffentlichkeit eingeladen werden. Greift hier auf die bewährten Wege Flyer, Presse, E-Mail und Web zurück. Als Info muss vor allem rüberkommen, wer was, wann, wo, wie warum und mit wem macht.

Eine anspruchsvolle Aufgabe ist die Diskussionsleitung. Strukturiert deshalb schon vorher den Ablauf und teilt das den Gästen auch mit, um Verwirrungen vorzubeugen.

  • Startet mit einer Eingangsrunde. Hier erhalten die ReferentInnen die Möglichkeit sich in eigenen, kurzen Statements (Faustregel 3 Minuten) mit der Fragestellung der Veranstaltung kurz auseinanderzusetzen. Eine andere Möglichkeit für eine gut informierte Diskussionsleitung ist, durch ein oder zwei gezielte Fragen die Positionen der DiskutantInnen abzufragen und so eine inhaltliche Vorstrukturierung zu ermöglichen.
  • In der folgenden Themenrunde sollten die verschiedenen Aspekte des Themas unter Beteiligung des Publikums genauer unter die Lupe genommen werden. Hier ist auch eine Möglichkeit, Wortmeldungen aus dem Publikum von einer zweiten Person aufnehmen zu lassen, um so den/die ModeratorIn zu entlasten.
  • Für die Themenrunde könnt ihr ruhig eine halbe bis dreiviertel Stunde ansetzen.
  • Fasst in der Abschlussrunde die vorgetragen Argumente zusammen und gebt den TeilnehmerInnen des Podiums die Möglichkeit eines „letzten Wortes“. Das allerletzte Wort habt aber ihr. Nutzt es für uer eigenes Fazit und Wünsche für eine gelungene Heimreise bzw. für die Einladung zu einem gemeinsamen Getränk.

Also: „Learnig by doing !“ Es ist ist noch keine Maischberger vom Himmel gefallen. Mit der Zeit werdet ihr das Moderieren lernen !

Checkliste Diskussionsveranstaltungen:

  • Auswahl eines aktuellen lokal-, landes- oder bundespolitischen Themas, das die Zielgruppe beschäftigt
  • Auswahl und Ansprache der ReferentInnen
  • Organisation von Raum, eventuell Technik wie Overheadprojektor, Beamer, Leinwand etc., Getränken
  • Förmliche Einladung der ReferentInnen
  • Zusage der ReferentInnen abchecken
  • Einladung per Flyer, Plakat, Presse, Internet
  • Festlegung der Moderation
  • Namensschilder der DiskutantInnen erstellen
  • Zwei Stunden vor der Veranstaltung: Aufbau von Tischen, Stühlen, Technik
  • Nach der Diskussion: Was war gut, was machen wir beim nächsten Mal anders ?

7. Der Umgang mit der Presse

Öffentlichkeitsarbeit

Ihr macht sehr viele Aktionen, wundert euch aber, dass sie kaum wahrgenommen werden? Ihr würdet euch wünschen, dass sich häufiger neue MitstreiterInnen bei euch melden? Überprüft kritisch wie ihr eure Arbeit darstellt und wie ihr andere darüber informiert. Die beste politische Arbeit ist ohne die entsprechende Öffentlichkeitsarbeit nur halb so viel wert. Es lohnt sich, zu dieser umfangreichen Thematik Seminare zu besuchen, zum Beispiel spezielle Pressearbeitsseminare oder Rhetorikseminare. Ihr könnt die Angebote der Heinrich-Böll Stiftung oder anderer Organisationen wie zum Beispiel der Jugendpresse hervorragend nutzen. Die Kosten hierfür sind häufig nicht sehr hoch und sollten euch auf Anfrage auch von den Grünen erstattet werden können. Aber auch durch das Beachten einiger einfacher, wichtiger und grundlegender Tipps und Hinweise kann man in der Öffentlichkeitsarbeit einiges verbessern.

Die klassische Pressearbeit

In der Gruppe sollte jemand verantwortlich für die Pressearbeit sein, zum Beispiel die SprecherInnen. Dies gibt der Pressearbeit den richtigen Stellenwert und sichert kontinuierliche Arbeit. Wie aber schaffst du es, dass eure Gruppe bei den örtlichen LeserInnen bekannt wird? Wie kommst du in das geliebte lokale Zillertaler Stadtblatt?

Der gute Kontakt – Vitamin B

Hilfreich für die Zusammenarbeit mit der Presse sind gute Kontakte zu den RedakteurInnen und MitarbeiterInnen der Lokalzeitung. Bringt in Erfahrung, wer für euch in der Regel zuständig ist, wer RedakteurIn für eure Thematik oder euren Ort ist. Ihr könnt euch auch als neue Gruppe an die Redaktionen wenden und mit ihnen ein Gespräch über Zusammenarbeit vereinbaren. Dies könnt ihr mit etwas Glück auch mit einem Gespräch über die neue Gruppe und einem Bericht darüber verbinden. Achtet bei Gesprächen auf eine gute Atmosphäre. Kommen die JournalistInnen zu euch, sind Getränke und etwas zu Knabbern ein guter Rahmen, der einen guten ersten Eindruck hinterlässt. Fragt auch die Grünen vor Ort. Die haben meistens schon sehr gute Kontakte in der Region zu PressevertreterInnen und können an euch Telefonnummern und Mail Adressen weiterleiten.

Der Presseverteiler

Damit ihr eure Mitteilungen möglichst schnell verbreiten könnt und auch immer die richtigen Adressen parat habt, empfiehlt es sich, einen Adressverteiler einzurichten. In diesem könnt ihr die Kontaktadressen der Redaktionen speichern und auch die für euch zuständigen AnsprechpartnerInnen. An den Verteiler könnt ihr dann regelmäßig eure Informationen per Mail schicken. Ihr solltet auch lokale Webseiten oder Radiosender berücksichtigen, da auch diese Nachrichten verbreiten. Auch Werbeblätter werden von vielen gelesen und übernehmen häufig eure Texte sehr ungekürzt, da sie über weniger große Redaktionen verfügen. Bedenkt!!!: nicht nur die externe Öffentlichkeit soll über eure Ziele und eure Arbeit informiert werden, auch eure Mitglieder, die es vielleicht nicht zu jedem Treffen schaffen, wollen mit Informationen versorgt werden. Baut daher neben einem Presseverteiler auch einen Infoverteiler für eure Mitglieder und InteressentInnen auf. Auch dies ist Aufgabe derjenigen, die für eure Öffentlichkeitsarbeit zuständig sind.

Die Pressemitteilung

Der umfangreichste Verteiler ist nutzlos, wenn er nicht zum Versand von Informationen genutzt wird.. Mitteilungen können zu allen öffentlich interessanten Aktionen oder Themen herausgegeben werden und sind die häufigste Form der Öffentlichkeitsarbeit. Wie aber sieht eine gute Pressemitteilung aus? Vor allem dürfen die wichtigsten Inhalte nicht fehlen – diese lassen sich immer noch an den berühmten „W-Fragen“ festmachen: WER? (die Grüne Jugend) – WAS ?(Thema) – WANN? (Zeitpunkt) –WO? (Ort) –WIE? (Aktion) – WARUM ?(Hintergründe) Im Vordergrund bei der Erstellung des Textes muss die Frage stehen, welches Ziel mit der Mitteilung erreicht werden soll und wer angesprochen werden soll. Der Text sollte interessant und aktuell sein. Versucht möglichst einfach und interessant zu formulieren. Achtet unbedingt auf den richtigen Zeitpunkt zur Veröffentlichung. Es gilt bei guten JournalistInnen das Motto „alte Nachrichten sind keine Nachrichten“. Achtet darauf, dass eure Pressemitteilungen auch ansprechend aussehen und den JournalistInnen in ihrer Arbeit nicht zuviel Mühe bereiten – das erhöht die Wahrscheinlichkeit der Veröffentlichung. Nutzt einen gut layouteten Briefkopf – das schafft einen hohen Wiedererkennungswert. Vorlagen dafür gibt es beider Landesgeschäftsstelle oder auch im internen Bereich der Internetseite des Bundesverbandes der GRÜNEN JUGEND. Schickt ihr die Mitteilung als Dokument, zum Beispiel als Fax, ist auch die Textaufteilung besonders wichtig. Der Text muss gut lesbar sein und es muss die Möglichkeit bestehen, damit zu arbeiten. JournalistInnen möchten darauf auch Anmerkungen machen können. Achtet auch auf gute Rechtschreibung – schickt ihr den Text digital, könnten bei Käseblättchen sogar Fehler übernommen werden. Bei guten Zeitungen machen zu viele Fehler keinen guten Eindruck. Beginnt mit immer mit dem Wichtigsten – denn es wird meist von unten gekürzt. Und fasst euch knapp – euer Text sollte nicht länger als eine DIN A4 Seite sein. Vermeidet lange und komplizierte Sätze – versucht eure Botschaft so kurz und einfach wie möglich zu vermitteln. Optimal ist eine interessante und amüsante Überschrift, die zum Lesen einlädt und der/m RedakteurIn die Mitteilung schmackhaft macht. Denkbar sind Wortspiele oder gute Reime. Viele RedakteurInnen sind dankbar für Pressemitteilungen als Email – greift hier auf euren aufgebauten Presseverteiler zurück.

Mehr zur Pressearbeit

Da hier nur ein kurzer Überblick gegeben werden und Pressearbeit nie professionell genug sein kann, empfiehlt es sich, bei Interesse noch einmal in den Anhang zu schauen. Dort befinden sich noch andere Tipps und weiterführende interessante Literatur.

8. In den Weiten des World Wide Web - die eigene Internetseite

Immer beliebter und auch unverzichtbarer für Gruppen ist eine eigene Seite im Internet. Eine Website bietet den Benutzern die Möglichkeit, sich in ihrem geschützten Raum zu Hause unverbindlich über eine Gruppe zu informieren – so fällt mancher/m der Einstieg leichter. Auch kann über die Seite unkompliziert Kontakt zu Verantwortlichen aufgenommen werden. Für die Einrichtung und Ausgestaltung gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Einige wollen wir euch hier aufzeigen und zu beachtende Tipps geben.

Wie komme ich ins WWW?

Wie schaffe ich es, meine Internetseite im Internet unterzubringen? Möglich ist es, sie über die Internetseite der GRÜNEN JUGEND Rheinland-Pfalz www.gj-rlp.de als Unterseite einzustellen. Fragt einfach mal die Geschäftsstelle oder den Landesvorstand. Vielfach wird aber auch eine eigene Adresse, wie zum Bsp. www.gruene-jugend-digitalhausen.de, bevorzugt. Eine solche Internetadresse, eine so genannte Domain, kann beispielsweise bei Anbietern wie Strato oder 1&1 registriert werden. Für eine monatliche Gebühr erhält man dann die Zugriffsrechte für die Seite und den notwendigen Speicherplatz auf den Servern der Firma. Auch der Landesverband kann euch sicher bei Einrichtung, aber auch der Finanzierung einer Domain helfen.

Wie erstelle ich eine Seite ?

Das größte Problem für die meisten ist die Erstellung der Internetseiten. Habt ihr jemanden in eurer Gruppe, die oder der vielleicht bereits Seiten in anderen Zusammenhängen erstellt hat ? Prima, dann fragt sie/ihn ob sie/er dieses auch für eure lokale Gruppe der GRÜNEN JUGEND übernimmt. Ihr solltet für die Seite eine/n Verantwortliche/n bestimmen, die/der sie erstellt und regelmäßig aktualisiert. Ihr habt niemanden in eurer Gruppe, der schon Internetseiten erstellt hat? Dann müsst ihr es versuchen. Wollt ihr nicht HTML-Programmieren lernen, was für AnfängerInnen sicher am Kompliziertesten ist, könnt ihr zahlreiche Hilfsprogramme verwenden. Einige seien hier genannt: Mit der Registrierung der Internetadresse und einem Vertrag mit einer Domain-Firma wird häufig auch Netobjects Fusion vertrieben. Bekannt ist auch das Programm Dreamweaver. Für den Mac gibt es Freeway, für Linux unzählige kostenlose Tools.

Diese Programme bieten Hilfe und auch manchmal auch Handbücher. Oft kann automatische eine Vorlage erstellt werden. Besonders vorteilhaft für Personen, die bisher noch keine Seiten erstellt haben ist, dass die Seiten wie in einem normalen Textverarbeitungsprogramm bearbeitet werden können. Probier einfach aus, welches Programm dir am ehesten in der Benutzung gefällt. Schnell gewöhnt man sich daran und ist mit den wichtigsten Schritten vertraut. Beinhalten sollte die Seite nähere Kontaktinformationen, eine Vorstellung eurer Gruppe und Links zu anderen grünen Gruppierungen. Eure aktuellen Vorhaben und Termine laden Interessierte ein vorbeizukommen und informieren über eure Neuigkeiten.

CMS – Content Management System

Die Pflege der Internetseiten kann auch über ein„CMS“ geschehen. CMS steht für Content Management System. Es ist ein Redaktionssystem, mit dem eine Seite leicht und auch von LaiInnen gepflegt werden kann. HTML-Kenntnisse sind nicht erforderlich. Die Texte und Inhalte können über den Internetbrowser hochgeladen werden, sie werden dann in das Layout passend eingefügt. Ort und Stelle in der Struktur der Seite können bestimmt werden. Ein CMS ist daher schnell und wird von vielen Organisationen zur Pflege des Web-Auftritts genutzt. Für NeueinsteigerInnen in der Erstellung von Internetseiten, die schon eine Textverarbeitung bedienen können, ist ein CMS System leicht verständlich und bedienbar. CMS gibt es als Open-Source-Programme, etwa Mamboo, oder dessen Nachfolgers Yoomla. Die GJ RLP nutzt selbst ein solches CMS. Der große Nachteil daran ist, dass es jemanden braucht, der/die dieses System aufsetzt. Leider kann die GJ RLP zur Zeit diesen Service nicht anbieten. Über die GRÜNE JUGEND Bundesverband ist ein solches vorinstalliertes System jedoch zu beziehen, allerdings entstehen hierbei Kosten, die erst einmal aufgebracht werden müssen.

Wie bekomme ich BesucherInnen auf meine Website?

Damit meine Seite auch aufgerufen wird, müssen einige Dinge beachtet werden. Wichtig ist, dass die Adresse auch bei den Grünen als Link auf der Seite zu finden ist. Teilt eure Adresse auch dem Bundes- und Landesverband der GRÜNEN JUGEND mit, dann könnt ihr auch über diese Seiten aufgerufen werden. Auch solltet ihr in euren Werbematerialien (Flyer, etc.) auf die Seite hinweisen. Die meisten Aufrufe entstehen aber durch Suchmaschinen wie z.B. Google. Damit die Seite in solchen Suchmaschinen gefunden wird, muss dort die Adresse eingetragen werden. Erstellt ihr eine Seite, achtet im Programm darauf, dass in den Quelltext sogenannte Suchwörter (Metadaten) eingetragen werden, damit eure Seite auch gefunden wird, wenn z.B. nach eurem Ort gesucht wird. Für den Eintrag solcher Suchwörter und den Eintrag in Suchmaschinen gibt es auch zusätzliche Programme, die teilweise auch bei Bestellung einer Internetadresse kostenlos mitgeliefert werden.

Was sollte ich sonst noch beachten ?

Weniger ist mehr! Das gilt sowohl für die äußere Form der Seite, als auch für den Inhalt. Viele machen gerade zu Beginn den Fehler, zu viele Farben, Schriftarten, Bilder usw. zu benutzen. Am besten ist eine klar gegliederte, übersichtliche Seite, die niemandem beim Betrachten in den Augen wehtut. (-:

Eine gute Internetseite muss regelmäßig aktualisiert werden. Versucht daher regelmäßig veraltete Beiträge zu entfernen oder in ein Archiv zu stellen und neue Beiträge einzufügen.

Internetblogs

Eine weitere Möglichkeit im Internet präsent zu sein, sind sog. Webblogs. Diese können übrigens auch als Homepage des eigenen KV funktionieren, da Webblogs sehr einfach zu bedienen sind.

Webblogs sind sozusagen die demokratische Revolution des Internets. Früher konnten nur Menschen die viel Ahnung vom Programmieren hatten, sich eine eigene Homepage machen. Webblogs sind aber super einfach zu bedienen und deswegen kann jeder sich innerhalb on fünf Minuten eine eigene Seite basteln.

Webblog Anbieter gibt es viele, z.B. http://blogsport.de/, https://www.blogger.com/start oder http://de.wordpress.com/. Dort ist ganz einfach beschrieben, wie ihr euer eigenes Webblog erstellen könnt. Ihr müsst euch nur einen guten Namen überlegen und los gehts!

Webblogs haben eben den großen Vorteil, dass sie sehr benutzerfreundlich sind und außerdem kann jeder Mensch Artikel, die ihr online stellt kommentieren, so kommt es auch zu einer Interaktion mit den BesucherInnen eurer Seite. Je nachdem bei welchem Anbieter ihr seid, ist euer Webblog außerdem in ein großes Blogger Netzwerk eingebunden. Viele andere Blogger können die Beiträge die ihr schreibt mitverfolgen und wenn jemand euren Beitrag interessant findet, dann verweist er/sie vielleicht auf euren Beitrag in einem eigenen Artikel und euer Blog wird bekannter. Immer wenn jemand einen Teil eures Artikels írgendwo in seinem eigenen Artikel zitiert, dann bekommt ihr beim nächsten Einloggen in euren Blog eine Nachricht, einen sogenannten Trackback. Trackbacks könnt ihr auch selebr setzen, wenn ihr einen anderen Blog Eintrag interessant findet.

Webblogs sind schon eine eigene, kleine Wissenschaft für sich, aber sie haben auf jeden Fall dazu geführt, dass das Internet noch dynamischer geworden ist. Versucht doch auch mal einen Blog auf einer der oben genannten Seiten zu erstellen. Der Blog der GRÜNEN JUGEND Rheinland-Pfalz ist übrigens unter http://trotzdem.blogsport.de zu finden.


9. Euer eigenes Geld - Finanzen leicht gemacht

Das Geld, das man besitzt, ist das Mittel zur Freiheit, dasjenige, dem man nachjagt, das Mittel zur Knechtschaft.Jean-Jaques Rousseau (1712-78)

Als Kreisverband eigenes Geld zu haben, macht eigenständig und hilft in der täglichen Arbeit unheimlich weiter. Man kann z.B. einmal selbst Infomaterial bestellen und ab und an auch mal teurere Dinge wie Aufkleber anschaffen. Vielleicht wollt ihr auch eure eigenen Flyer und Plakate drucken oder kopieren. Aber woher die nötige Knete nehmen?

Wo gibts die Euros

Es gibt mehr Geldquellen für politische Arbeit, als man glaubt, man muss sich aber ein wenig darum bemühen. Hierfür sollte im Vorstand eine Person zuständig sein (SchatzmeisterIn, KassiererIn)

Partei

Fragt doch mal im eurem grünen Orts- oder Kreisverband nach, ob nicht ein gewisser Beitrag für Aktionen und Veranstaltungen zur Verfügung gestellt wird. In der Regel unterstützen die Altgrünen vor Ort junge Gruppen - sofern diese es wollen - finanziell, ohne sich Einfluss auf deren Aktivitäten im Gegenzug zusichern zu lassen. Die Beträge sind aber je nach Ort sehr verschieden und liegen zwischen 100 bis 300 Euro. Schaut mal, was ihr aushandeln könnt!

Stadt oder Landkreis

Eine andere Möglichkeit ist das zuständige Amt eurer Stadt/eures Kreises. In vielen Städten und Kreisen in RLP gibt es den Ring politischer Jugend (RpJ), zu dem sich die Jugendorganisationen der politischen Parteien zusammengeschlossen haben. Je nach Finanzierungsschlüssel (Pauschalbeträge, Sitzverteilung der „Mutterpartei“ im Rat, u.s.w) erfolgt dann von städtischer Seite eine Unterstützung der politischen Jugendarbeit. Ob es bei euch eine solche Finanzhilfe gibt, können die Grünen sicher für euch rausfinden. Da die GRÜNE JUGEND RLP und der Bundesverband der GRÜNEN JUGEND ebenfalls Mitglied des RPJ sind, bestehen keine Bedenken gegen die Aufnahme eurer Gruppe in diesen Kreis von Organisationen. Manchmal machen die Jugendorganisationen der anderen Parteien Stress, wenn ihr in den RpJ wollt, denn ihr Teil vom Kuchen wird dann kleiner, weil der Kuchen bei der derzeit meist miserablen Finanzlage der Städte insgesamt nicht größer wird. Gebt nicht klein bei, sondern wendet Euch bei Problemen vertrauensvoll an die Alt-Grünen oder auch die GRÜNE JUGEND RLP. Gibt es noch keinen solchen Ring, lohnt es sich unter Umständen, wenn ihr euch mit allen politischen Jugendverbänden zusammentut und gemeinsam die Einrichtung fordert. Manchmal werden auch städtische Geldtöpfe gezielt für Aktionen z.B. gegen Rassismus zur Verfügung gestellt. Dann müsst ihr nur bei der zuständigen Stelle in der Stadtverwaltung einen Antrag stellen. Informiert euch mal über das mögliche Finanzierungsangebot im Jugendamt.

Spenden

Eine etwas mühselige Arbeit ist es, Spenden von SympathisantInnen zu sammeln. Ihr könnt da natürlich neben Grünen-Mitgliedern auch alle eure Mamas, Papas, Omas, Opas, Tanten und Onkel fragen ;-). Einfacher aber nicht sehr Ertrag bringend ist es, bei eurem nächsten Infostand eine Spendenkasse neben euer Material zu stellen.

(Politische) Stiftungen oder die EU

Es gibt zahlreiche Stiftungen, die für mehr oder weniger Beantragungsaufwand Mittel für (politische) Jugendarbeit zur Verfügung stellen. Auch die Europäische Union fördert Jugendprojekte. Die Bundeszentrale für politische Bildung (www.bpb.de) betreibt den „Akquisos“-Email-Newsletter, in dem zahlreiche Finanzierungsmöglichkeiten vorgestellt werden.

GRÜNE JUGEND RLP

Wenn alle Stricke reißen, kann euch natürlich auch die GJ RLP unterstützen. Da der Landesverband aber selbst nicht im Geld schwimmt, sind leider nur projektabhängige Zuschüsse möglich. Redet einfach mal mit dem Landesvorstand, wenn ihr Unterstützung braucht. Was bisher immer möglich war, ist eine Unterstützung in Form von Infomaterial, sofern sie nicht absolut die Kapazitäten sprengt.

Wie das Geld verwalten?

Das System der Finanzierung der GRÜNEN JUGEND durch Mittel des Rings der Politischen Jugend (RPJ) ist kein einfaches. Das Schlimmste daran ist, dass es keine allgemeingültigen Richtlinien gibt, die einfach anzuwenden sind. Informiert euch daher genau bei der Verwaltung, wie die Verwendung dieser Gelder nachgewiesen werden muss! Auch die/der LandesschatzmeisterIn hilft euch gerne bei Fragen weiter. Zur Verwaltung des Geldes ist es sinnvoll ein Konto einzurichten. Holt euch Angebote mehrerer Banken/Sparkassen ein. Normalerweise wird auch eine kostenlose Kontoführung irgendwie möglich sein. Einige Banken machen auch Stress, weil ihr eventuell keine organisierte Rechtsform habt. Organisiert euch daher bevor ihr dort erscheint eine schriftliche Zusicherung der Grünen, dass ihr als Jugendverband von ihnen anerkannt seid. Nehmt außerdem eure Satzung und ein von der Protokollperson unterschriebenes Protokoll der letzten Vorstandswahlen mit, damit die Bank weiß, wer für euch das Konto verwalten darf. Wenn ihr kein Konto einrichten wollt oder könnt, solltet ihr eine Barkasse führen. Ein Konto ist aber deutlich vorzuziehen, da gerade bei Jugendverbänden die verantwortlichen Personen oft wechseln. Ohne jemandem etwas zu unterstellen, bzw. gerade damit keine Verdächtigungen aufkommen können, ist es daher sinnvoll durch Kontoauszüge Klarheit in der Kassenführung zu haben. Ein Finanzhaushalt und eine „professionelle“ Buchhaltung werden erst bei vielen Geldverschiebungen wirklich nötig. Solltet ihr wirklich in die Situation kommen, in der die Finanzarbeit droht unübersichtlich zu werden, wendet euch sofort an den Landesvorstand oder die/den SchatzmeisterIn der Alt-Grünen. Diese helfen euch gerne dabei weiter. Meldet euch aber nicht erst wenn es bereits zu spät ist und ihr nicht mehr durchblickt.

10. Alleine macht einsam - Kooperationen mit anderen Verbänden und Organisationen

Wir wünschen uns alle, die Welt zu verbessern. Wir wünschen uns auch, dass die Welt so grün wird, wie wir sie wollen. Dazu müssen wir versuchen, alle Menschen von unseren Zielen überzeugen. Dies ist eine große Aufgabe und vor allem als kleiner Orts- oder Kreisverband ziemlich utopisch. Große Projekte, wie eine Demonstration oder eine eigene Kampagne scheinen mit wenigen Menschen nicht umsetzbar zu sein Dennoch ist das kein Grund dazu, den Kopf in den Sand zu stecken. Denn es gibt viele Möglichkeiten noch mehr Menschen zu erreichen. Ganz wichtig dabei ist es, Bündnisse mit anderen Organisationen mit ähnlichen oder gar Teils gleichen Zielen einzugehen. Es mag vielleicht für die GRÜNE JUGEND selbst wichtig sein, viele Mitglieder zu bekommen und alle möglichen Menschen in unserer Organisationsstruktur zu vereinen, Manche haben sich aber schon anders entschieden oder sind z.B. zu alt für die GJ. Um auch deren Arbeitskraft und Können dennoch für unsere Ziele zu nutzen lohnt es sich Gemeinsamkeiten zu finden und diese zusammen zu vertreten. Mögliche BündnispartnerInnen sind weit gefächert:

Bündnis90/ Die Grünen

Die Zusammenarbeit mit den „Alt-Grünen“ ist natürlich das erste woran man denken mag, wenn man PartnerInnen für die eigenen Ziele sucht. Ganz zentral ist hierbei, dass viele Ansichten sich sehr ähneln oder sogar identisch sind. Sicherlich sind die Positionen der GJ zugespitzter, teils progressiver und aus dem Blickwinkel junger Menschen, die unter anderem die Zukunft ihrer Generation gestalten wollen, aber die Grundrichtung ist doch die gleiche. Die meisten Unterschiede liegen wohl an der Art der Vermittlung und an der wohl meist „steiferen“ und formaleren Stimmung bei Treffen und Sitzungen. Trotzdem ist eine Zusammenarbeit gut und wirkungsvoll. Die Grünen bringen große Erfahrung mit, ihr dafür vielleicht etwas mehr Schwung. Trefft euch doch mal mit dem Kreisvorstand der Partei oder besucht grüne Veranstaltungen und stellt eure Gruppe dort vor. Ansatzpunkte für Kooperationen gibt es viele. Ein gemeinsamer Themenabend oder Infostand sind nur Beispiele für nahezu endlos viele Möglichkeiten. Vielleicht wollt ihr ja sogar Parteimitglied werden und dort auch mitarbeiten und vor allem mitgestalten.

Andere (Partei-) Jugendorganisationen

Auch mit Nicht-Grünen kann man natürlich viele Gemeinsamkeiten finden. Manchmal gibt es etwas, zu dem es sich nahezu aufdrängt, zusammen etwas auf die Beine zu stellen. Gerade die Bekämpfung des Rechtsextremismus liegt allen DemokratInnen sehr am Herzen. Vielerorts gibt es schon Anti-Rechts-Bündnisse, an denen sich die GRÜNE JUGEND beteiligt. Hier könnt ihr eine Kampagne für euren Landkreis oder eure Stadt ausarbeiten, eine Demo oder einfach nur einen Flyer zusammen machen. Mögliche PartnerInnen sind selbstverständlich alle Jugendverbände, es liegt jedoch nahe, zuerst mit denen zu sprechen, deren Ansichten weniger stark von den eigenen abweichen. Erfolgreiche Kooperationen gab es daher schon oft mit den Jungsozialisten in der SPD (Jusos) oder den JungdemokratInnen./Junge Linke (jd/jl). Bei einer gemeinsame Sitzung mit dem jeweiligen Vorstand können auch noch weitere ähnliche Ziele und Kooperationsmöglichkeiten hervortreten. Die GRÜNE JUGEND RLP arbeitet mit einigen linksgerichteten politischen Verbänden in einem Netzwerk, dem so genannten „raising left projekt (rlp) – die Jugendlinke“. Ihm gehören neben uns, den Jusos und Jd/JL auch die „Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken“ und die DGB-Jugend West an. Mit diesem finden jedes Jahr einige Aktionstage statt, die die jeweiligen Orts- oder Kreisverbände dann auf lokaler Ebene, zusammen umsetzen. Das heißt, dass die GRÜNE JUGEND Kreisverband XY, und die Jusos Kreisverband XY zusammen mit der DGB-Jugend XY auch vor Ort zu dem jeweiligen Thema an dem vorher landesweit koordinierten Tag gemeinsam etwas auf die Beine stellen. Bisherige Themen der Aktionstage waren Rechtsextremismus und die Ausbildungsplatzlage. Ebenso gab es einen solchen Aktionstag schon zum Weltfrauentag.

Andere Verbände und Interessenvertretungen

Selbstverständlich sollten Kooperationen nicht am Alter scheitern, wobei es oft einfacher ist, mit Gleichaltrigen zu tun zu haben. Viele Organisationen haben erstrebenswerte Ziele. So solltet ihr vielleicht daran denken euch auch in Form eines Themenabends mit einer anderen Gruppe und ihren Inhalten auseinander zu setzen. Dies können die verschiedenartigsten Projekte sein. Ein Flüchtlingshilfeverein oder ein globalisierungskritisches Netzwerk wie attac sind hier genauso zu nennen, wie ein feministisches Frauenzentrum, der Kreisverband des Naturschutzbund (NaBu) oder die Friedens-AG einer Kirchengemeinde. Schaut euch einfach einmal um, welche Verbände es bei euch gibt und wo Gemeinsamkeiten erkennbar sind. Ladet dann den Vorstand zu einem Gespräch oder eben gleich als ReferentInnen zu einem Themenabend ein. Wenn das gut läuft, eröffnen sich sicher weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit.

Anhänge

Forderungen

Was wir wollen!


Einen kleinen Überblick über unsere Inhalte gibt dieser 2005 beschlossene Antrag, ergänzt und modifiziert durch aktuelle Beschlüsse

„Mitwirkung – mit Wirkung“

Wahlplattform 2006 der GRÜNEN JUGEND Rheinland-Pfalz Die GRÜNE JUGEND hat in den vergangenen Jahren zu den unterschiedlichsten Politikfeldern immer wieder klar und kritisch Stellung bezogen. Im Folgenden formulierten wir unsere wichtigsten Ziele, Forderungen und Schwerpunkte im Hinblick auf die Landtagswahl 2006 in Rheinland-Pfalz: Wir wollen mitwirken – mit Wirkung!

Jugendliche besser beteiligen!

Die Shell-Studien der letzten Jahre zeigen, dass der Vorwurf, die junge Generation sei politikverdrossen, nicht haltbar ist. Vielen Jugendlichen fehlt das Vertrauen in die institutionalisierte Politik. Eine entscheidende Ursache dafür ist oftmals die Erfahrung, dass „man eh nichts ändern kann“ oder „nicht ernst genommen wird“.

Junge Menschen haben Interesse an Engagement und setzen sich in Vereinen, Organisationen und Initiativen für Werte und Ziele ein, die ihnen wichtig sind. Damit Jugendliche und junge Erwachsene bereit sind, sich auch in der etablierten Politik zu engagieren, ist es notwendig, endlich nicht mehr nur über junge Menschen, sondern mit ihnen zu reden.

Die GRÜNE JUGEND Rheinland-Pfalz setzt sich dafür ein, dass Politik zugänglicher glaubwürdiger, transparenter, verständlicher und interessanter wird. Vertrauen der jungen Menschen in Politik kann auch über eine Steigerung des Vertrauens in PolitikerInnen aufgebaut werden. Dies erfordert direkte Begegnungs- und Gesprächsmöglichkeiten zwischen PolitikerInnen und jungen Menschen. Diese Begegnungen und Gespräche müssen von dem Bemühen geprägt sein, sich gegenseitig anzuhören und zu verstehen.

Die GRÜNE JUGEND RLP fordert endlich ehrliche und umfassende Mitgestaltungsmöglichkeiten in Schule, Universität und allen anderen öffentlichen Einrichtungen die Jugendliche im Speziellen nutzen und die Senkung des Wahlalters in einem ersten Schritt auf 16 Jahre.

Damit Beteiligung und Engagement gelingen können, sind bestimmtes Wissen und Fähigkeiten unerlässlich. Deshalb fordert die GRÜNE JUGEND eine Reform des Sozialkundeunterrichts. Er muss praxisnaher gestaltet, früher beginnen und zeitlich ausgebaut werden. Ein breites Wissen über politische Partizipationsmöglichkeiten muss in den Lehrplan Einzug finden.

Die GRÜNE JUGEND fordert mehr direkten Einfluss für junge Menschen. Dies darf aber nicht in einer Pseudo- Partizipation enden mit der Jugendliche ruhig gestellt werden. Lebendige Demokratie lebt vom Mitmachen und Mitentscheiden, also müssen Jugendliche auch mitmachen und mitentscheiden können. Nur wenn es gelingt, bei jungen Menschen die Bereitschaft zur politischen Teilhabe zu wecken, statt sie auf ein politisches Abstellgleis zu schieben, kann das demokratische Gemeinwesen als Ganzes gestärkt werden. Dazu müssen verbesserte Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Partizipation und Mitwirkung junger Menschen an politischen Entscheidungen geschaffen werden. Das Motto: „Ein offenes Ohr für junge Menschen haben“ darf nicht nur eine PolitikerInnen-Floskel bleiben, sondern muss mit Leben gefüllt werden. Nur so kann glaubhaft Politik betrieben und Politikverdrossenheit entgegengewirkt werden.

Lebensraum Schule schaffen!

Die GRÜNE JUGEND RLP fordert die flächendeckende Einführung der gemeinsamen 9-jährigen Basisschule. Die viel zu frühe Selektion ist ungerecht und entbehrt jeglicher Logik. Sie verhindert Chancengleichheit und den sozialen Aufstieg. Wir wollen die neue Schule der Vielfalt, ähnlich wie sie von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Projekt „9 macht klug“ ausformuliert ist, flächendeckend in Rheinland-Pfalz einführen.

Ganztägig lernen, Ideen für mehr

So heißt das Ganztagsschulprogramm der Bundesregierung. Rheinland-Pfalz hat bisher die meisten Gelder des 4 Milliarden Programms abgerufen. Leider wurde das Geld nicht zu einer wirklichen Verbesserung schulischer Konzepte verwendet. Ganztagsschule bedeutet bisher nur eine Verlängerung des vormittäglichen Unterrichts durch Hausaufgabenbetreuung oder einer Musik-AG. Ganztagsschule kann viel mehr! Zentral bei der Ganztagsschule ist die gewonnene Zeit, die es möglich macht, den Unterricht zu rhythmisieren und Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern. Dafür muss die Schule auch mit außerschulischen, nicht kommerziellen, nicht gewerblichen PartnerInnen, wie Sportvereinen, Musikschulen oder der Kinder- und Jugendhilfe, kooperieren. Die personelle Besetzung der Ganztagsschule muss verbessert werden. SozialpädagogInnen und -psychologInnen müssen mit Lehrerinnen und Lehrern zusammenarbeiten.

Demokratie bereits in der Schule leben

Schule muss demokratischer werden. Nur durch sinnvolle Partizipationsmöglichkeiten im Unterricht und eine Stärkung der SchülerInnenvertretung kann Schule zu einem Lebensraum werden, denn nur dann kann sie von allen Beteiligten gleichermaßen gestaltet werden. Dabei müssen SchülerInnen und LehrerInnen auf einer Ebene miteinander kommunizieren können. Anzustreben ist eine Sensibilisierung der LehrerInnen dahingehend, autoritäres Verhalten und Dogmendenken abzulegen.

Lernen ohne Druck

Lernen in der Schule basiert derzeit auf Druck und Repressalien. Das verhindert sinnvolles Lernen und entwertet den Bildungsbegriff enorm. Noten fördern das Konkurrenzdenken und führen zu einer ungerechten Selektion. Wir fordern die Einführung eines Lernentwicklungsberichtes, der Schülerinnen und Schüler nicht nur auf eine Ziffer reduziert, deren Vergleichbarkeit oft fragwürdig ist. Das erzwungene Sitzen bleiben muss abgeschafft werden!

Neue Medien in die Neue Schule!

Neue Medien gehören mittlerweile zum Alltag, doch leider sucht mensch sie in der Schule meist vergeblich. Wir wollen nicht nur den Einsatz von Neuen Medien im Informatikunterricht. Die Neuen Medien gehören fächerübergreifend in den Unterricht. Deswegen müssen allen Lehrerinnen und Lehrer entsprechende Fortbildungen angeboten werden. Medienkompetenzen werden immer wichtiger und dürfen nicht nur eine Nebenrolle im Unterricht spielen.

Für offene, gebührenfreie, öffentlich finanzierte, demokratische und gute Hochschulen!

Bildung und Forschung sind die entscheidenden Grundlagen für den Zugang zur Wissensgesellschaft und die aktive gesellschaftliche, politische und ökonomische Teilhabe. Alle Menschen dieser Welt haben ein Recht auf Bildung - unabhängig von Kriterien, wie z.B. Geschlecht, Religion und Herkunft. Chancengleichheit und Zugangsgerechtigkeit sind Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bildungspolitik. Gute Bildung kostet Geld, doch schlechte Bildung kostet uns unsere Zukunft!

Hochschule für alle!

Bereits heute gibt es einen Mangel an HochschulabsolventInnen und dies wird sich in den nächsten Jahren noch verschärfen. In Deutschland gibt es keine Bodenschätze und es ist ein Irrglaube, dass wir tschechische Löhne erreichen können. Gut ausgebildete Fachleute sind der beste Standortvorteil, den wir erreichen können, auch deswegen muss verstärkt in die Zukunft unserer jungen Generation investiert werden. Gelder für Bildung sind Investitionen und keine Kosten.

Hochschulbildung muss für alle gesellschaftlichen Gruppen gleichermaßen geöffnet werden. Gebraucht werden deutlich mehr HochschulabsolventInnen. An den Hochschulen müssen die Voraussetzungen geschaffen werden diese auszubilden um soziale Chancengleichheit und einen umfassenden gesellschaftlichen Fortschritt zu gewährleisten. Deswegen setzen wir uns auch dafür ein den Hochschulzugang für Berufstätige auszubauen und zu fördern.

Studiengebühren ablehnen - studentische Proteste unterstützen!

Studiengebühren sind unsozial und bildungsfeindlich, denn sie verstärken die bestehenden sozialen Bildungshemmnisse. Sie müssen bundesweit verhindert werden. Studiengebühren werden nicht zu einem schnelleren Studium, sondern zu einer Erhöhung der Studienabbruchquote führen. Studiengebühren verstoßen gegen die Generationengerechtigkeit. Die Einführung von Studiengebühren bedeutet eine weitere Verschiebung gesellschaftlichen Reichtums zu Gunsten der Kinderlosen und zu Lasten der Eltern. Studiengebühren verstoßen gegen die Geschlechtergerechtigkeit. So lange Akademikerinnen deutlich niedrigere Lebenseinkommen als ihre männlichen Kollegen haben, ist eine Belastung mit Studiengebühren eine Verschärfung der Ungerechtigkeit, da gleichen Ausgaben geringere spätere Einnahmen gegenüberstehen.

Die GRÜNE JUGEND RLP spricht sich mit Nachdruck klar gegen jegliche Form von Studiengebühren aus. Auch verdeckte Gebühren in Form von so genannten Studienkontenmodellen, nachgelagerten Studiengebühren, Bildungsgutscheinen, überhöhten Verwaltungsgebühren oder „Strafgebühren“ für Langzeitstudierende lehnen wir ganz entschieden ab.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung befindet sich auf dem Irrweg in Richtung Studiengebühren – in Form von Studienkonten und überzogenen Verwaltungsgebühren. Die GRÜNE JUGEND RLP lehnt Studienkonten als eine Form von Gebühren entschieden ab.

Hochschule gerecht finanzieren!

Bildung muss öffentlich und sozial gerecht finanziert werden. Es geht um die Verteilung gesellschaftlicher Teilhabechancen, soziale Mobilität und die Statuszuweisung für in Ausbildung befindliche Personen. Eine öffentliche Bildungsfinanzierung kann nur so gerecht sein wie das Steuersystem, aus dessen Einnahmen die Bildungsausgaben finanziert werden sollen. Statt einer pauschalen Heranziehung von HochschulabsolventInnen zur Finanzierung von Bildung als öffentliche Daseinsvorsorge, müssen gehobene Einkommen zu einer gehobenen Steuerlast führen und somit weiterhin und noch stärker als bisher einen Beitrag zur Hochschulfinanzierung leisten. Entsprechende Belastungen müssen an Vermögen, Vererbungen, Einkommen und Konsumverhalten gekoppelt sein. Die Ausbildungsförderung muss bedarfsgerecht, elternunabhängig und sozial gerecht gestaltet werden, um die finanzielle Eigenständigkeit der Studierenden zu stärken. Ein wichtiger Reformschritt ist auch die Einführung eines elternunabhängigen Studien- und Ausbildungsfinanzierungssystems als Weiterentwicklung des BAFöG. Um die Fördermittel der kurzfristigen Haushaltspolitik zu entziehen wird eine Stiftung gegründet, die diese verwaltet. Die Förderungsdauer und -höhe orientiert sich zunächst am bestehenden BAFöG.

Hochschulen weiter demokratisieren!

Wir wollen die Hochschule als Gemeinschaft forschender, lehrender und lernender Mitglieder neu beleben. Dazu bedarf es einer Stärkung der Hochschulautonomie in demokratischer Verfassung. Wir wollen die Stärkung der Selbstverwaltung der Hochschulen, insbesondere der Senate als parlamentarisch verfasste Gremien. Wir setzen uns dafür ein, dass alle an den Hochschulen vertretenen Gruppen und beteiligten Menschen gleichberechtigten Einfluss auf alle Entscheidungen bekommen. Dies bedeutet für die GRÜNE JUGEND RLP insbesondere die Abschaffung der professoralen Stimmenmehrheit in den universitären Gremien. Wir setzen uns für die Ausweitung der Kompetenzen der studentischen Selbstverwaltungen, Beihilfen zur Gewährleistung der Arbeitsfähigkeit der Studierendenschaften an kleinen Hochschulen und die Etablierung einer einheitlichen Rechtsaufsicht durch das zuständige Ministerium ein.

Gute Hochschulen schaffen!

Während die Zahl der Studierenden in Rheinland-Pfalz stetig ansteigt, müssen die Hochschulen ihre Angebote zurückfahren. Viele Studierende beklagen überfüllte Hörsäle und Seminarräume. Schuld sind die Sparmaßnahmen der Landesregierung.

Die GRÜNE JUGEND Rheinland-Pfalz fordert die Schaffung richtig guter Hochschulen unter anderem dadurch, dass wir ihnen mehr Geld zur Verfügung stellen. Wir wollen eine Aufstockung der Landesmittel für die Hochschulen um mindestens 5 Mio. EUR pro Jahr. Die Gelder sollen vor allem für die Ausweitung der Vielfalt im Lehrangebot, eine Modernisierung der Bibliotheken und die Verbesserung der Beratungs- und Orientierungsangebote beim Übergang von der Schule an die Hochschulen eingesetzt werden. Wir setzen uns für die konsequente Gleichstellung der Universitäten und Fachhochschulen ein.

Ausbildung für alle

Wir stehen ein für das Recht aller jungen Menschen auf einen erfolgreichen Start ins Erwerbsleben, in eine selbst bestimmte Existenz. Wirtschaft, Land und Kommunen stehen hier in der Verantwortung. Wenn das Recht auf freie Berufswahl nicht vom Markt allein gewährleistet wird, muss es durch die Gesellschaft garantiert werden!

Wer nicht ausbildet wird umgelegt!

Leider werden nicht genügend qualifizierte Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt. Dieses Versäumnis ist nicht nur schädlich für die junge Generation, es schadet letztlich auch der Wirtschaft selbst. Wenn es nicht genügend gut ausgebildete Fachkräfte gibt, finden Unternehmen keine geeigneten Arbeitskräfte. Dies muss eine verantwortungsbewusste Politik verhindern. Deshalb ist es notwendig, diejenigen Unternehmen, die sich wegen der kurzfristigen Kosten vor der Ausbildung drücken, in Form einer Ausbildungsplatzumlage zur Kasse zu bitten, die der Ausbildung junger Menschen zu Gute kommt. Dabei müssen Größe und besondere Situation des Unternehmens berücksichtigt werden. Bei einer Ausbildungsplatzumlage handelt es sich nicht um eine Strafsteuer. Die Ausbildungsplatzumlage wird für ausbildungsfähige, aber ausbildungsunwillige Unternehmen erhoben und sorgt für einen gerechten Ausgleich zugunsten kleiner und mittelständischer Ausbildungsbetriebe.

Umlagemodelle funktionieren vorbildlich in Dänemark und Frankreich. Bundesweit gibt es einen von ArbeitgeberInnen und Gewerkschaften anerkannten Umlagefonds seit Jahrzehnten auch im Baubereich. In Rheinland-Pfalz wird die Ausbildungsvergütung im Pflegebereich in einem Umlageverfahren finanziert. Gerade der Staat, der eigentlich als Vorbild voran gehen sollte, stellt viel zu wenige Ausbildungsplätze zur Verfügung. Außerdem muss es ermöglicht werden, dass sich mehrere kleine Unternhemen eineN AuszubildendeN teilen.

Ein gerechteres Ausbildungssystem schaffen – Die Ausbildungslücke schließen

Die rot-grüne Bundesregierung steuerte der Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt unter anderem mit dem Jugendsofortprogramm JUMP entgegen, durch das seit 1999 mehr als 500.000 junge Menschen mehr eine Ausbildung und Beschäftigung bekommen haben. Wir setzen uns dafür ein, dass JUMP, aber auch Unterstützungs- und Förderstrukturen im Jugendhilfe- und Ausbildungsbereich erhalten bleiben und verbessert, vernetzt und ausgeweitet werden. Zwar konnten mit dem JUMP-Programm viele Jugendliche "von der Straße" geholt und untergebracht werden, eine konkurrenzfähige Berufsausbildung blieb den meisten aber verwehrt. Die GRÜNE JUGEND RLP fordert kommunale und eng hiermit verzahnte regionale Fördernetzwerke mit Landesmitteln aufzubauen und zu fördern.

Auch das Land und die Kommunen müssen ihren Beitrag leisten. Einerseits müssen sie mehr Ausbildungsplätze als derzeit schaffen und andererseits gute Berufsschulen gewährleisten. Berufsbildende Schulen sollen zu reformierten Zentren für berufliche Aus- und Weiterbildung ausgebaut werden. Wir wollen die Abkehr vom berufstätigkeitsbezogenen Lehrberuf, hin zur auf Berufsfelder bezogenen Grundbildung mit individuell wählbaren Vertiefungsschwerpunkten in Form von Qualifizierungsbausteinen. Insbesondere müssen modulare Angebote zum Nachholen eines Ausbildungsabschlusses für berufstätige „ungelernte“ Jugendliche angeboten werden.

Gleichzeitig muss die Qualität der schulischen, aber auch insbesondere der praktischen Ausbildung besser durch die zuständigen Kammern überprüft werden. Ziel muss es sein möglichst vielen Jugendlichen eine möglichst gute Ausbildung zu ermöglichen.

Perspektiven für die berufliche Bildung – Stärkung individueller Gestaltungsmöglichkeiten

Unser Leitbild ist die Gleichwertigkeit von Berufsbildung und Hochschulbildung bei größtmöglicher Durchlässigkeit zwischen beiden Bereichen. Wir fordern, dass Gesamtschulen eine integrierte Berufsausbildung anbieten. Ferner sind der Ausbau der Fachhochschulen und die Integration von Modulen der Hochschulbildung in die berufliche Ausbildung erforderlich.

Durch die Zusammenführung der Berufsberatung in Schulen, Berufsschulen, Arbeitsamt und Hochschulen zu einer integrierten Lebenslaufberatung soll die künstliche Trennung beruflicher und allgemeiner Bildung, hin zur Vermittlung individuell gestaltbarer Kompetenz- und Qualifikationsprofile, auch als solide Grundlage für eine permanente Anpassung an den stetigen Wandel der Arbeitswelt, überwunden werden. Auch Betriebe und Kammern müssen in diesen Prozess eingebunden werden.

Wir wollen die demokratischen Interessenvertretungen der Auszubildenden stärken. Partizipations- und Teilhaberechte in der betrieblichen und schulischen Berufsausbildung müssen ausgebaut werden.

Arbeitslosigkeit bekämpfen, Sozialsysteme nachhaltig und sozial gerecht reformieren

Die GRÜNE JUGEND RLP bewertet die Agenda 2010 der rot-grünen Bundesregierung äußerst kritisch. Grundlegende Reformen sind angesichts von Massenarbeitslosigkeit, drohender Rezession, Staatsverschuldung und der demographischen Entwicklung unbedingt erforderlich. Wir brauchen einen Umbau des Sozialstaates geleitet von sozialer Gerechtigkeit, Generationengerechtigkeit, Geschlechtergerechtigkeit und Teilhabegerechtigkeit.

Sozialpolitik ist Steuerpolitik

Die öffentlichen Haushalte sind in einer katastrophalen Verfassung. Auch in Rheinland-Pfalz können die Haushalte kaum noch verfassungskonform gestaltet werden und in den Kommunen hat vielerorts die Kommunalaufsicht(ADD) die Haushaltsführung übernommen. Diese enorme Staatsverschuldung ist ungerecht – zukünftige Generationen werden durch den Schuldenberg in ihrer Handlungsfähigkeit beschränkt. Die zunehmende Staatsverschuldung lässt die Kluft zwischen „arm�? und „reich�? immer größer werden, denn NutznießerInnen der Zinszahlungen sind die GläubigerInnen des Staates, also Kreditinstitute, ihre GesellschafterInnen und AnlegerInnen.

Ein reines Kaputtsparen, der völlige Verzicht auf dringende Zukunftsinvestitionen ist jedoch weder sozial noch generationengerecht. Es gilt auch zu berücksichtigen, dass die enorme Staatsverschuldung zum Teil bewusst in Kauf genommen wurde: sie ist die Folge der jahrzehntelangen neoliberalen Politik der Steuersenkung. Die Versprechen der NutznießerInnen dieser Politik, z.B. mehr Arbeitsplätze zu schaffen, wurden jedoch nicht eingehalten. Wir wollen einen handlungsfähigen und effektiven Staat, der auch in Bildung, Ökologie und Soziales investieren kann. Zur Senkung der Lohnnebenkosten ist eine stärkere Steuerfinanzierung der Sozialsysteme notwendig. Gleichzeitig müssen die Haushalte aus Rücksicht auf die zukünftigen Generationen konsolidiert werden. Steuererhöhungen dürfen dabei kein Tabu sein.

Neoliberale Steuersenkungen stoppen

Wir wollen die Einführung der Vermögensteuer auf Landesebene vorantreiben. Es darf nicht länger sein, dass viele große Unternehmen in Deutschland jahrelang keine Steuern zahlen. Hier bedarf es einer effektiven Reform der Unternehmenssteuern, insbesondere der Gewerbesteuer, mit dem Ziel Unternehmen wieder angemessen zu belasten. Die GRÜNE JUGEND RLP fordert daher die Einbeziehung der Produktivität durch eine Wertschöpfungsabgabe. Rheinland- Pfalz soll eine entsprechende Bundesratsinitiative ergreifen.

Arbeitslosigkeit – die zentrale Herausforderung

Für die GRÜNE JUGEND RLP ist die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit eines der obersten Ziele der aktuellen Reformpolitik, grenzt sie doch Millionen von Menschen vom wirtschaftlichen und sozialen Leben aus und gefährdet den sozialen Frieden. Arbeitslosigkeit ist allerdings kein Problem, das mit einer besseren Vermittlung von Arbeitslosen in offene Stellen oder der Vergrößerung des Leidensdrucks von Arbeitslosen zu lösen ist. Vielmehr muss die soziale Verantwortung der Unternehmen wieder in das Bewusstsein aller ArbeitgeberInnen gelangen.

Schwarzarbeit bekämpfen, reguläre Arbeitsplätze schaffen

Die Schwarzarbeit weist nach Schätzungen zweistellige Zuwachsraten aus. Ziel einer nachhaltigen Wirtschaftspolitik muss es sein, die ohne jede Absicherung in der Schwarzarbeit Beschäftigten in sozialversicherungspflichtige Jobs zu überführen. Auch aus diesem Grund ist die Senkung der Lohnnebenkosten sinnvoll.

Wirtschaftliches Wachstum allein wird nicht ausreichen um Vollbeschäftigung zu erzielen. Die anfallende Arbeit muss vielmehr gerechter verteilt werden. Hier kann der öffentliche Dienst eine Vorbildfunktion übernehmen. Statt über Lohnerhöhungen oder Entlassungen zu diskutieren, halten wir Arbeitszeitverkürzungen für ein sinnvolles Modell bestehende Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen. Auch Teilzeitarbeit muss verstärkt gefördert werden. Insbesondere Teilzeitmodelle in Führungsetagen sind zu fördern. Auch Männern muss die Idee der Teilzeitarbeit näher gebracht werden.

Für einen ehrlichen 2. Arbeitsmarkt

Jugendeinrichtungen, Umweltverbände, Behindertenwerkstätten u.a. leisten ihre für die Gesellschaft äußerst wichtige und notwendige Arbeit zu einem hohen Anteil durch öffentlich finanzierte Maßnahmen. Im Zuge radikaler Sparmaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit drohen diese Maßnahmen in Zukunft nicht mehr ausreichend gefördert zu werden. Es soll unser Anspruch sein, diejenigen, die momentan trotz aller Bemühungen keine Chance auf Beschäftigung im 1. Arbeitsmarkt haben, in den 2. Arbeitsmarkt zu integrieren. Parallel dazu muss die Arbeit der gemeinnützigen Verbände und Pflegeeinrichtungen stärker honoriert und mit Steuermitteln unterstützt werden, so dass in diesem Bereich mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstehen.

Armut verhindern - Grundeinkommen einführen

Die GRÜNE JUGEND steht für die Einführung einer bedarfsdeckenden Grundsicherung ein. Die Zusammenführung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe in das neue Arbeitslosengeld II (nach Hartz IV) lediglich auf Sozialhilfeniveau lehnen wir ab. Die Sozialhilfe und das ALG II schützen nicht vor Armut, schützen also nicht armutsfest; vor allem allein erziehende Frauen und ihre Kinder sind betroffen. Deutschland mit einem der höchsten Bruttoinlandsprodukte weltweit, muss seinen Sozialstaat so organisieren, dass niemand in Armut leben muss. Wir fordern daher ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle in Deutschland lebenden Menschen einzuführen.

Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt!

Die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen, der schonende und sparsame Umgang mit den Ressourcen unserer Erde und ein artgerechter Umgang mit Tieren sind zentrale Aufgaben einer verantwortungsvollen Umweltpolitik.

Wir wollen auch in Zukunft noch Energie haben!

Wir wollen den Energieverbrauch senken und regenerative Energien fördern. Wir begrüßen die Nutzung von Windkraftanlagen und Solarzellen und Investitionen in die Forschung zukunftsweisender Energieversorgung.

Wir wollen eine verantwortliche Klimapolitik!

Die deutliche Zunahme extremer Wetterereignisse, Dürren und der Anstieg des Meeresspiegels sind sehr ernst zu nehmende Warnsignale eines zunehmend zerstörten Ökosystems. Hier fordern wir rasches und konsequentes Gegenlenken, auch und gerade auf internationaler Ebene. Die weltweite Reduktion von Treibhausgasen, Luftschadstoffen und der Wasserverschmutzung muss weiter vorangetrieben werden. Fahrverbote und strengere Normen für Abgaswerte begrüßen wir als Schritte in die richtige Richtung.

Wir wollen Naturräume erhalten!

Die Land- und Forstwirtschaftspolitik muss die ökologische Landwirtschaft weiter stärken und die Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes sichern. Wir lehnen den Einsatz gentechnisch veränderter Organismen strikt ab und fordern ein Anwendungsverbot für Hormone in der Landwirtschaft, da die Auswirkungen auf Natur, Umwelt und Gesundheit unkalkulierbar sind.

Wir wollen mindestens 10% des öffentlichen Waldes als Naturwaldreservat ausweisen und fordern den Ausbau von pädagogischen Projekten, die einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Wald zum Ziel haben, wie beispielsweise Waldkindergärten. Das Bundesnaturschutzgesetz muss in Rheinland-Pfalz konsequent umgesetzt werden. Die langfristige Pflege und Erhaltung von Schutzgebieten ist nur durch die Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Naturschutz möglich.

Wir wollen Tierrechte weiter stärken!

Nicht artgerechte Tierhaltung muss härter als bisher verfolgt und geahndet werden. Wir lehnen Legebatterien und andere Formen lebensverachtender Unterbringungsmaßnahmen strikt ab. Wir sprechen uns gegen Tierversuche und das Töten von Tieren, besonders zu wissenschaftlichen Zwecken aus und fordern den Einsatz von alternativen Forschungsmethoden. Die steigende Zahl von Tieren, die im „Dienste der Wissenschaft“ getötet werden, ist nicht hinnehmbar! Das durch Rot-Grün in der Verfassung verankerte Staatsziel Tierschutz muss endlich konsequent auf Landesebene umgesetzt werden. Wir streben langfristig eine vegetarische Gesellschaft an.

Für umwelt- und ressourcenschonenden Verkehr

Der Anteil des ökologisch ungünstigen Straßenverkehrs ist hoch und nimmt zu- das muss nicht so bleiben! Es gibt heute immer mehr Möglichkeiten, mobil zu sein und gleichzeitig Umwelt und Mitmenschen zu schonen: Ob Mountainbike, Inline-Skates oder Cityroller: Dies sind für junge Menschen immer öfter auch schnelle, umweltfreundliche und lärmvermeidende Fortbewegungsmittel und schon lange nicht mehr nur Freizeit- oder Sportgeräte. Mit dem Fahrrad ist man -gerade in Dorf oder Stadt- oft sowieso schneller als mit dem Auto. RadfahrerInnen, Inline-SkaterInnen oder FußgängerInnen verdienen die gleichen Bedingungen wie Autos: Die Rad- und FußgängerInnenwege müssen verbessert werden, damit auch andere Arten der Fortbewegung sicher sind und Spaß machen. Wo es nötig ist, wollen wir die Wege verbreitern. Dunkle und unsichere Stellen müssen besser beleuchtet werden, damit man auch nachts sicher unterwegs sein kann. Darüber hinaus fordern wir, dass neue verkehrsberuhigte Zonen und ein landesweites Radwegenetz geschaffen werden.

Der öffentliche Personennahverkehr muss gefördert werden! Um dies zu erreichen, müssen die Liniennetze ausgebaut und die Fahrpläne besser aufeinander abgestimmt werden. Gerade für Jugendliche sind Verbindungen am Wochenende wichtig: Hier muss es häufiger und vor allem auch nachts Verbindungen in Form von Nacht- und Discobussen geben. Um Jugendlichen überhaupt die Möglichkeit der Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs zu bieten, sind Projekte wie das "Maxx-Ticket" für SchülerInnen und StudentInnen sehr sinnvoll. Gegen einen monatlichen Festbetrag steht in diesem Beispiel das gesamte Verbundgebiet des VRN zur Nutzung frei. Wir fordern, derartige Projekte auszuweiten, damit junge Menschen sich öffentliche Verkehrsmittel leisten können, unser Verkehr weniger Schadstoffe und Lärm verursacht und gleichzeitig der Energiebedarf gesenkt wird! Wir fordern ein solches Ticket mit flächendeckender Gültigkeit in Rheinland-Pfalz.

An einem erschreckend hohen Anteil der Unfälle im Straßenverkehr sind FahranfängerInnen beteiligt. Um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen, setzt sich die GRÜNE JUGEND RLP dafür ein, dass unter anderem psychologische Aspekte stärker in die Führerscheinprüfung einbezogen werden.

Wir machen’s gleich!

Die GRÜNE JUGEND RLP steht in der Genderpolitik für eine Kombination aus schnellem zielorientiertem Handeln und der grundlegenden Veränderung des Bewusstseins der am Entscheidungsprozess Beteiligten.

Mehr Chancengleichheit!

47,6 % der Studierenden sind Frauen, doch nur 8 % der C4- Professuren sind mit Frauen besetzt und nur 1 % der Vorstandsmitglieder der 30 größten deutschen Unternehmen sind Frauen. Deshalb fordern wir mehr Chancengleichheit! Ein zentraler Aspekt ist hierbei die Vereinbarung von Familie und Beruf. Kind und Karriere sind leider auch im Jahr 2005 für Frauen noch diametrale Widersprüche. Die Politik, aber auch die Gesellschaft insgesamt haben noch einiges zu tun, bis es jungen Müttern endlich möglich ist, Kinder und Erwerbstätigkeit ohne Karriereknick zu kombinieren. Mehr Betreuungseinrichtungen für unter Dreijährige, mehr Kindertagesstätten mit Ganztagsangeboten und die Möglichkeit flexiblerer Arbeitszeiten für junge Eltern müssen geschaffen werden!

Mehr Kohle!

Was die Lohngleichheit angeht, ist Deutschland Entwicklungsland: Frauen verdienen nur 76 % dessen, was Männer verdienen. Das liegt unter anderem an einer Unterbewertung typischer Frauenberufe, dadurch, dass sich die Maßstäbe, an denen die beruflichen Belastungen gemessen werden, an Männerberufen orientieren. Deshalb fordern wir gleichen Lohn für gleiche Arbeit! Nicht nur körperliche Belastungen entscheiden über den Wert eines Berufs, sondern auch psychosoziale Belastungen, intellektuelle Fähigkeiten und der Grad der zu übernehmenden Verantwortung!

Mehr Macht!

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist weiblich, doch im Bundestag werden nur knapp ein Drittel der Mandate (32,2%) von Frauen ausgeübt. Wir fordern deshalb, dass Frauen und Männer gemeinsam Politik machen. Wir wollen Geschlechterdemokratie! Wir wollen, dass Frauen nicht nur die Hälfte der Mandate einnehmen, sondern auch die Hälfte der Macht haben!

Mehr Gesundheit!

Frauen und Männer sind verschieden. Diesem Umstand muss auch in der Medizin Rechnung getragen werden: Frauen sind anders krank! Zum einen können Medikamente bei Frauen ganz anders wirken als bei Männern und zum anderen treten bei Krankheiten häufig unterschiedliche Symptome auf. Deshalb fordern wir, dass Medikamente sowohl an Frauen als auch an Männern getestet werden. Bisher liegt der Frauenanteil bei diesen Studien gerade mal bei 10 %.

Mehr Frauenrechte weltweit!

Wir fordern mehr Engagement im Bereich internationaler Frauenrechte! Genitalverstümmelung, Zwangsprostitution und Vergewaltigung sind nur einige traurige Beispiele dafür, dass viele Frauen weltweit ihrer fundamentalen Grundrechte beraubt werden. Wir wollen Frauenrechte weltweit einfordern und geben uns nicht mit Lippenbekenntnissen zufrieden, sondern fordern endlich konkrete Taten!

Europa grüner machen!

Die GRÜNE JUGEND engagiert sich für ein gemeinsames, ökologisches, soziales, gerechtes, weltoffenes, demokratisches und friedliches Europa! Die Chance zur Gestaltung des zukünftigen Europas gilt es zu nutzen, gerade auch in Rheinland-Pfalz, im Herzen Europas!

Die Europäische Union hat mit dem Verfassungsentwurf und der Erweiterung historische Schritte vorwärts gemacht. Mit der Verfassung wird die EU deutlich demokratischer, transparenter und bürgerInnennäher. Aus der Wirtschaftsgemeinschaft wird eine Politische Union, aus dem Europa der Staaten wird immer mehr ein Europa der Bürgerinnen und Bürger. Mit der neuen Verfassung wird die EU die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts besser bewältigen können. Gleichwohl bleibt die Verfassung in ihrer gegenwärtigen Gestalt ein Reformauftrag für die Zukunft. Die Grüne Jugend empfindet die Erweiterung der EU als Chance, sich in einer friedlichen, die Menschenrechte und die unterschiedlichen Kultur achtenden Union näher zu kommen.

Für eine Stärkung der europäischen Zivilgesellschaft!

Wir brauchen ein Mehr an partizipatorischer Demokratie für die Zivilgesellschaft und die Nichtregierungsorganisationen. Wir wollen kein Europa der Staaten, sondern ein Europa der Menschen! Die Achtung und Bewahrung der Menschenrechte, das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Selbstbestimmung der Einzelnen sind zentrale Aspekte, denen Europa verpflichtet sein muss.

Für ein friedliches und ziviles Europa!

Im Mittelpunkt der europäischen Außen- und Friedenspolitik muss die zivile Konfliktprävention und Konfliktlösung stehen. Der Grundsatz eines friedlichen und zivilen Europas muss mit Leben gefüllt werden. Ein friedliches Europa kann und muss seine eigenen Waffen abrüsten und die Abrüstung weltweit vorantreiben. Ein Schwerpunkt der europäischen Außenpolitik muss auch der Bereich der Entwicklungshilfe und wirtschaftlichen Zusammenarbeit insbesondere mit Staaten der so genannten dritten Welt sein.

Für ein soziales und ökologisches Europa!

Europa muss sich wirtschafts- und sozialpolitisch noch radikal wandeln. Es werden Rahmenbedingungen dafür benötigt, dass sich die europäische Gesellschaft sozial und ökologisch weiterentwickeln kann. Europaweit einheitliche Sozial- und Gesundheitsstandards zum Schutz der europäischen Bevölkerung und eine verstärkte regionale Förderpolitik für strukturschwache Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit müssen ein Ziel sein. Wir brauchen eine wirkliche europäische Energie- und Verkehrswende! Es ist z.B. unerlässlich, noch stärker auf Erneuerbare Energien zu setzen und die Gewinnung von Energie durch Atomkraft endlich zu beenden! Wir müssen zukünftigen Generationen eine lebenswerte Natur überlassen. Die Europäische Union muss daher eine treibende ökologische Kraft in der internationalen Politik sein.

Für ein Europa der Bildung und des Austauschs!

In der Bildungs- und Jugendpolitik liegt der Schlüssel zu mehr europäischem Bewusstsein und Integration. Die europäische Bildungspolitik, wie auch die europäischen Inhalte in der nationalen Schulpolitik, werden bis jetzt allerdings sträflich vernachlässigt. Die europäische Bildungspolitik muss finanziell und politisch gestärkt werden. Dazu gehört z.B. der Ausbau der Jugend- und Austauschprogramme SOKRATES (Schul- und Hochschulaustausch), JUGEND (Europäischer Jugenddienst) und LINGUA (Spracherwerb). Die Anrechenbarkeit von Bildungsabschlüssen in Europa muss verbessert werden. JedeR EuropäerIn muss sich zu jedem Zeitpunkt ohne institutionelle oder finanzielle Barriere innerhalb von Europa bewegen und ihre/seine Bildungslaufbahn weiterführen können. Auch in der rheinland-pfälzischen Schulpolitik muss in den Lehrplänen die Beschäftigung mit europäischer Politik, Geschichte und Kultur stärker verankert werden.

Kultur für alle!

Kulturpolitik ist eines der entscheidenden Politikfelder, wenn es um die Gestaltung des Zusammenlebens unserer Gesellschaft geht, denn die Art und Weise unseres Umgangs miteinander, unseres Denkens und unseres Handelns werden durch unsere kulturelle Prägung bestimmt.

Kultur nimmt unter dem Gesichtspunkt einer schweren Haushaltslage immer mehr eine LückenbüßerInnenrolle ein. Die GRÜNE JUGEND Rheinland-Pfalz fordert die Landesregierung auf die Förderung von Kultur zu erhalten und auszubauen! Die Kulturpolitik muss die Vielfalt der vorhandenen Kulturen anerkennen, fördern und jungen KünstlerInnen und ihren Kunstformen die nötigen Entfaltungsspielräume zugestehen. Der Kulturbegriff muss deutlich erweitert werden und auch alternative, freie, sowie neue Formen der Kultur umfassen, wie z.B. Underground-, Internet- oder Digitalkultur. Diese benötigen neben finanzieller Hilfe vor allem politische Toleranz und Unterstützung. Das Kopfgeld auf GraffitikünstlerInnen bspw. widerspricht diesem Anliegen krass. Diese Wildwest-Methoden sind sofort einzustellen.

Der Zugang zu kulturellen Angeboten ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Es ist Aufgabe der Bildung, möglichst breite Schichten der Bevölkerung an der Kultur teilhaben zu lassen. Dazu muss die Bedeutung der künstlerischen, literarischen und musischen Fächer als zentraler allgemein bildender Bestandteil aller Schulen gestärkt werden.

Außerdem sollte die Schule das Kennen lernen unterschiedlicher Kulturen und Religionen aktiv aufnehmen. Geisteswissenschaftliche Studiengänge müssen an unseren Universitäten erhalten bleiben.

Rassismus bekämpfen!

Die GRÜNE JUGEND Rheinland- Pfalz tritt an gegen Rassismus und für Weltoffenheit. Rechte Gewalt, fremdenfeindliche Ressentiments und dumpfe Parolen dürfen nicht geduldet werden. Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sind in allen Bevölkerungsgruppen weit verbreitet. Die Ausgrenzungs- und Gewaltbereitschaft gegen soziale Randgruppen, "Andersartige" und "Fremde" nimmt zu. Dies darf nicht so bleiben!

Wir fordern eine Integration, die alle eingewanderten Menschen zu einem aktiven Teil unserer Gesellschaft machen will. Integration muss dabei immer ein beidseitiger Prozess sein und dazu führen, aufeinander zu zugehen. Anstelle einer vielfach proklamierten "Leitkultur" stehen wir ein für eine Kultur gegenseitiger Anerkennung und Achtung und begreifen multikulturelle Vielfalt als Bereicherung und Chance voneinander zu lernen. Wir streben eine selbstverständliche kulturelle Freiheit der Einzelnen auf der Basis gemeinsamer Werte an. Diese basieren auf der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, auf Demokratie und auf der Gleichheit aller Menschen und Geschlechter vor dem Gesetz.

Deutschland ist ein Einwanderungsland. Wir fordern ein weltoffenes, großzügiges Einwanderungsrecht, das internationales Recht wie die Genfer Flüchtlingskonvention einhält. Humanitäre Gründe, nichtstaatliche und geschlechtsspezifische Verfolgung müssen darin Berücksichtigung finden!

Deutschland und Europa haben als eine der reichsten Regionen der Welt die Pflicht, durch zivile Konfliktprävention Armut, Elend, Kriegen und Totalitarismus in der Welt entgegen zu treten! Erinnern und Wissen um die Ursprünge und die eigene Geschichte ist wichtig: Die Lehren aus der Vergangenheit bilden in der Gegenwart Bausteine für eine gefestigte demokratische Zukunft. Es muss verstärkt Aufklärungs-, Mahn- und Gedenkarbeit geleistet werden, die Aufarbeitung der Geschichte muss fest im Schulunterricht verankert werden, um einen kritischen Blick auf die Geschichte zu schaffen. Hiermit nicht vereinbar sind die vielen Denkmäler, die, zum Teil von NationalsozialistInnen errichtet, unkritisch die Geschichte darstellen. Auch Straßennamen beziehen sich heute noch auf Personen, die dazu beigetragen haben, dass die NationalsozialistInnen ihre Schreckensherrschaft ausüben konnten.

Aufklärung über Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Faschismus muss zu einem festen Bestandteil des Unterrichts in allen Schulen und Klassenstufen werden. Wir fordern die Landesregierung auf, sich an der Finanzierung derartiger Programme zu beteiligen!

Oft unterschätzt wird die Gefahr rechtsextremer Musik. Besonders junge Menschen werden durch derartige Konzerte in die rechte Szene gezogen. Wir fordern Jugendzentren und andere potentielle Konzertorte auf, sich sorgfältig darüber zu informieren, welche Inhalte in der Musik der Bands thematisiert werden und Musikgruppen mit rechtsextremem Inhalt den Auftritt zu untersagen! Wir dürfen nicht hinnehmen, dass die Rechten öffentlichen Raum finden und dass rechtsextreme DemagogInnen und GewalttäterInnen sich als Biedermänner Zustimmung erschleichen. Es ist eine Pflicht aller BürgerInnen einzugreifen und direkte oder indirekte Diskriminierungen niemals zu ignorieren!

Legalize it

Die Grüne Jugend RLP steht für die Gleichbehandlung aller Drogen, insbesondere von Cannabis, mit den gesellschaftlich anerkannten Drogen wie Alkohol und Nikotin. Wir fordern die schnellstmögliche Umsetzung des Gerichtsurteils des Bundesverfassungsgerichtes einen Grenzwert für THC im Straßenverkehr einzuführen.

Stoppt die Kriminalisierung, fangt an zu helfen

Die derzeitige Drogenpolitik ist geprägt durch repressive Gesetze und Kriminalisierung von Suchtkranken. Anstatt diese einzusperren und ihnen Vorstrafen zu geben, muss ihnen geholfen werden. Das kann nur durch eine ganzheitliche und nachhaltig objektive Aufklärung über Wirkung und Risiken von Drogen geschehen. Suchtkranken muss der Zugang zur Gesellschaft offen bleiben, damit sie nicht weiter abrutschen. Uns geht es nicht um die Förderung des Drogenkonsums! Es geht vorrangig darum, endlich eine Drogenpolitik zu betreiben, die die Probleme an der Stelle anfasst, an der sie beginnen. Jährlich sterben mehr Menschen an Alkohol und Nikotin als an allen illegalen Drogen zusammen. Es ist daher widersinnig, eine Droge wie Cannabis zu verbieten!

Cannabis legalisieren, Drogenkonsum entkriminalisieren

Viele Cannabis-KonsumentInnen kommen erst durch die Illegalität dieser Droge mit anderen Drogen in Kontakt. Durch eine Legalisierung erreichen wir das Austrocknen dieses DealerInnennetzes und somit einen Rückgang der Kriminalität. Durch intensive Beratung, sowohl in Drogenfachgeschäften als auch an Schulen, soll außerdem das Verständnis für die Gefahr, die mit dem Konsum von Drogen verbunden ist, gestärkt werden. Die kontrollierte Abgabe von Heroin und Ersatzstoffen unter ärztlicher Aufsicht und unter hygienischen Bedingungen wird endlich auch in Rheinland-Pfalz zu einem Rückgang der Herointoten führen, da die Gefahr der HIV-Infektion so gut wie wegfällt. Eine weitere Folge der Legalisierung wird das Wegfallen der Beschaffungskriminalität und der Beschaffungsprostitution sein.

Aktionen

Ausgewählte Jahrestage (nicht abschließend), die sich gut für Aktionen Themenabende oder Pressemitteilungen eignen:

  • 13.01.1980 – Gründung der Grünen Partei auf dem 3. Kongress der „SPV Die Grünen“
  • 27.01. - Holocaust-Gedenktag
  • 30.01.1933 – Machtergreifung der Nazis
  • 05.03.1871 – Rosa Luxemburg wird geboren
  • 03.03.1983 – Die Grünen kommen erstmals in den Bundestag
  • 07.03.1940 – Rudi Dutschke wird geboren
  • 08.03. - Internationaler Frauentag
  • 16./17.03.1979 – Gründung der „Sonstigen politischen Vereinigung die Grünen“
  • 20./21.03. - Frühlingsanfang
  • Ende März – Beginn der Sommerzeit
  • 22.03. - Weltwassertag
  • 01.04. - Tag des Scherzes
  • 04.04.1949 – Abschluss des Nordatlantikpaktes NATO
  • 07.04. - Weltgesundheitstag
  • 26.04.1986 – Tschernobyl-Katastrophe
  • 30.04. - Tanz in den Mai
  • 01.05. - Tag der ArbeiterInnenklasse
  • 08.05.1945 – Ende des zweiten Weltkriegs in Europa
  • 14.05.1955 – Warschauer Pakt wird gegründet
  • 23.05.1949 – Gründung der BRD
  • 28.5.1961 - Amnesty-Gründung
  • 05.06.1972 Eröffnung der UNO-Konferenz zu Schutz der Umwelt – Tag der Umwelt
  • 12.06. - Internationaler Tag gegen Kinderarbeit
  • 14.06.1928 – Che Guevara wird geboren
  • 18.06.1712 – Rousseau wird geboren
  • 20.06.1951 – Annahme der Weltflüchtlingskonvention in der UNO – Weltflüchtlingstag
  • 27.06.1969 – Schwul-Lesbischer Aufstand in der Christopher Street, New York
  • 04.07.1776 – Menschenrechte in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung
  • 16.07.1985 – Heinrich Böll gestorben
  • 20.07.1944 – Hitlerattentat
  • 06.08.1945 – Hiroshima
  • 08.08.1945 – Nagasaki
  • 13.08. 1961 – Mauerbau
  • 21.08.1968 – Prager Frühling durch sowjetische Panzer
  • 26.08.1789 – Französische Nationalversammlung proklamiert die Menschenrechte
  • 01.09.1939 – Überfall auf Polen, Beginn des 2. WK – Antikriegstag
  • 05.09.1977 – Arbeitgeberpräsident Schleyer wird von TerroristInnen der RAF entführt
  • 11.09.1973 – Allende wird beim Pinochet-Militär-Putsch ermordet
  • 11.09.2001 – World Trade Center Anschlag
  • 18.09.1973 – BRD und DDR werden in die UNO aufgenommen
  • 20.09. - Weltkindertag
  • 21.09. Internationaler Tag des Friedens
  • 22.09. Internationaler autofreier Tag
  • 02.10.1869 – Gandhi wird geboren
  • 03.10. Tag der grünen (deutschen ;-)) Einheit
  • 03.10. Tag der offenen Moschee
  • 04.10. Welttierschutztag
  • 07.10.1949 DDR-Gründung
  • 10.10.1981 – 300.000 Friedliche im Bonner Hofgarten – Demo gegen die atomare Bedohung
  • 14.10.1906 – Hannah Arendt geboren
  • 17.10. - Welt-Armutstag
  • 23.10.1956 - Ungarn-Aufstand
  • 24.10.1945 – UNO-Charta tritt in Kraft , Tag der Vereinten Nationen
  • 09.11.1983 – Reichsprogromnacht
  • 09.11.1989 - Maueröffnung
  • 01.12. - Welt-Aids-Tag
  • 03.12. - Tag der Behinderung
  • 10.12. - Tag der Menschenrechte
  • 12.12.1985 – wird in Hessen der weltweit erste grüne Minister (in Turnschuhen) vereidigt
  • 18.12. - Tag der MigrantInnen
  • 20.11. - Weltkindertag
  • 21.12.1917 – Heinrich Böll wird geboren


Infostand

Eyecatcher:

Kostüme + Bastelanleitungen (Schwein, Kuh, Huhn, Pinguin), Hühnerkäfig

Aktionen:

Atomkekse; Bodenzeitung; Quiz; Umfrage; Bodenplatten; Chill-Out-Zone mit Shisha, Sesseln, Decken, Kissen


Sonstige Aktionen:

-Besuch eines „Erneuerbare-Energien-Unternehmens“; Viele Unternehmen freuen sich, wenn sie sich präsentieren können, gerade gegenüber jungen Menschen oder der eingeladenen Presse. Versucht doch eine Windradbesichtigung mit Erklettern des Rades zu ergattern. Das bringt neben einer sehr wahrscheinlichen Presse-Berichterstattung auch einen großen Erlebnisfaktor mit sich.

-junggrüner Kochabend

-grün spielt auf: Sportturnier (Beach-Volleyball, Darts, Fußball, Boule)

Presse

Aufbau von Presseerklärungen - Details

Eure Pressemitteilungen sollten höchstens 1-2 Seiten lang sein, Zitate von Mitgliedern eures KVs enthalten und am besten immer den gleichen Absenderkopf enthalten, da der Redakteur dann einen Wiedererkennungseffekt hat. Achtet auch darauf, dass ihr ans Ende der Pressemitteilung einen Ansprechpartner von euch mit Mailadresse und Handy Nummer (oder Festnetz) setzt- einige Journalisten wollen nämlich auch nachfragen!

Das Aussehen der Pressemitteilung: - lasst rechts einen großen Korrekturrand frei - doppelte Abstände zwischen den Zeilen - gut lesbare Schrift, z.B. Arial - Keine eigenen Unterstreichungen im Text, besser ist ist kursiv oder fett

Schickt eure Pressemeldung am besten per Fax und Mail nachts heraus, auf jeden Fall vor 10 Uhr morgens, weil dann in der Regel die Redaktionssitzung der Zeitung stattfinden und über den nächsten Tag berichtet wird. Im Zweifel könnt ihr auch mal hinterhertelefonieren und nachfragen, ob eure PM angekommen ist.

Checkt auch immer die Nachrichtenlage. Eure PM konkurriert immer mit anderen Ereignissen. Wenn gerade in eurer Stadt ein großes Fest stattfindet und dann auch noch Sporttermine stattfinden, solltet ihr bei einer PM die kein aktuelles Thema hat, lieber abwarten.

Hier haben wir mal eine Muster PM für euch, die wir in diesem Jahr herausgegeben haben.

"Letzter Platz für Rheinland-Pfalz beim Klimaschutz - Die Richtung stimmt nicht, Frau Conrad!" Laut einer von der Zeitschrift „Geo“ herausgegebenen Studie belegt Rheinland Pfalz auf dem Gebiet des Klimaschutzes den letzten Platz aller deutschen Bundesländer. Dies macht deutlich, wie beschönigend der dieses Jahr von der Landesregierung vorgestellte Energiebericht ist, in dem Umweltministerin Conrad die sinkenden CO2-Emissionen lobt und bescheinigte: "Die Richtung stimmt." Ihr zufolge brauche man nur "mehr Dynamik". Die GRÜNE JUGEND Rheinland-Pfalz fordert Landesregierung und Kommunen auf, als dynamische Maßnahme die geplanten Kohlekraftwerke in Mainz und Trier zu verhindern, sowie die ÖPNV-Preise drastisch zu senken.

Für das schlechte Abschneiden im Bundesvergleich ist vor allen Dingen die hohe Autodichte und der damit verbundene Kraftstoffverbrauch verantwortlich. „Gerade in einem Bundesland mit ländlichen Strukturen, wie Rheinland-Pfalz eines ist, sind preisgünstige öffentliche Verkehrsmittel sowie ein gut ausgebautes und aufeinander abgestimmtes öffentliches Verkehrsnetz ein Muss. Wird hier nicht konsequent gehandelt, darf man sich nicht wundern, dass Bus und Bahn für die Menschen keine Alternative zum Auto darstellen“, so Anna Weiß, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Rheinland-Pfalz.

Die einzigen Stärken von Rheinland-Pfalz liegen laut Studie im hohen Anteil erneuerbarer Energien. Auf diesem Gebiet liegt das Land sogar auf Platz drei. Doch geht es nach der Landesregierung, wird Rheinland-Pfalz mit den geplanten Kohlekraftwerken auch auf diesem Gebiet weit zurückfallen. Die GRÜNE JUGEND Rheinland-Pfalz fordert daher das Ende der Kohlesubventionierung und einen intelligenten Mix aus erneuerbaren Energien.


Literatur

„Handbuch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“ Daten.... Dieses Buch ist speziell für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in kleineren und mittleren Verbänden. Die Landesgeschäftsstelle der GJ RLP hat dieses Buch und verleiht es auch gerne an Menschen, die sich in Kreisverbänden engagieren wollen.

„Handbuch des Journalismus“ von Wolf-Schneider und Paul-Josef Raue, Rowohlt Verlag. Dieses Buch richtet sich zwar an JournalistInnen und NachwuchsjournalistInnen, gibt aber einen guten Überblick über die Arbeit mit Texten und einen Einblick in die Arbeit der RedakteurInnen, mit denen ihr zusammenarbeitet.

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