Eine Schule für Alle
aus dem Wiki der GRÜNEN JUGEND
"Die viel zu frühe Differenzierung in verschiedene Schulformen ist ein Relikt einer frühen Selektionspolitik. Kindern werden damit in einigen Bundesländern schon im Alter von zehn Jahren Rollen zugewiesen, die sie zu erfüllen haben. Kein anderes europäisches Land kennt diese frühe Differenzierung in verschiedene Schulformen. Auch in der Bundesrepublik muss diese Selektionskultur endlich korrigiert werden. Die GRÜNE JUGEND fordert daher ein integratives Schulsystem bis einschließlich der zehnten Klasse. Der Unterricht muss individueller werden. Eine deutliche Reduzierung der Klassenstärke ist dafür unbedingt erforderlich."
aus "Schule zum Ort des Lernens und Lebens machen!" 24.03.2002: Beschluss des Länderausschusses der GRÜNEN JUGEND (24. März 2002, Frankfurt)
Wir wollen Eine Schule für Alle,
+ Da die frühe Selektion in der 4.Klasse zu erhöhten Notendruck führt und die schulische Laufbahn zu sehr vom aktuellen Entwicklungsstand des 10-Jährigen Kindes abhängt
+ Um den Schüler_innen eine individuellere Förderung in ihren Stärken und Schwächen zu ermöglichen
+ Weil das gemeinsame Lernen Kinder und Jugendlicher mit unterschiedlichen Begabungen und verschiedenen sozialen Hintergründen dem sozialen Lernen mehr Gewicht gibt
+ Um wohnortnähere Schulen zu ermöglichen
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Gegen das Aber:
"Die schwächeren Schüler_innen halten die Anderen auf."
In unserem mehrgliedrigen Schulsystem wird in jedem Fach für die ganze Klasse, welche aus bis zu 32 Schüler_innen besteht, ein Tempo vorgegeben, was nicht dem Nötigen jedeR/S Einzelnen enspricht. Den Einen geht es zu langsam, Andere würden mehr Zeit brauchen um den Stoff effektiv zu behandeln. Dies ist eine Problematik, welche sich zwangsläufig entwickelt bei unterschiedlich lernstarken Schüler_innen. Dazu kommt, dass momentan nicht zwischen den unterschiedlichen Begabungsbreichen differenziert wird, sondern allein der Durchschnittwert der weitgefächerten Hauptfächer über den Schulübertritt in der 4. Klasse entscheidet. In Einer Schule für Alle wäre dies zwangsläufig ebenso ein Problem, wenn nicht verstärkt auf das Individuum eingegangen wird. Doch dies muss geschehen, durch Spezialisierung auf unterschiedliche Begabungsfelder und selbstbestimmtem Lernen, weg vom Frontalunterricht und der starren Notengebung, sodass jede_r Schüler_in genug Zeit hat.
"Mensch kann doch nicht einfach Hauptschüler_innen und Gymnasiast_innen in eine Klasse stecken."
Eine Schule für Alle geht über das zusammen in eine Klasse "stecken" hinaus. Es geht um eine völlig andere Art des Lernens, die jedem Mensch gerecht wird, niemanden benachteiligt und auch nicht in Klassen organisiert ist. Es geht nicht um das Erreichen von Klassenzielen oder Notendurchschnitten,
"Deutsche Schulabsolvent_innen sind im Ausland gern gesehene Arbeitskräfte"
Wir sehen Schüler_innen nicht als Humankapital für die Wirtschaft im In- und Ausland. Es geht uns auch in der Schule nicht darum auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten und möglichst realistische Wettkampfszenarien zu erschaffen, Schüler_innen sollen am besten mit- und voneinander Lernen. Mensch verbringt einen Großteil gesamten Jugend in und mit der Schule, trotzdem wird dem erzieherischen Aspekt keine Beachtung geschenkt. Schüler_innen sollen nicht möglichst soziale und glückliche Menschen werden, sondern viel Leisten und Erwirtschaften und das am besten mit viel Ellenbogeneinsatz. Die GRÜNE JUGEND fordert eine Schule, in der es um Schüler_innen und nicht um Wirtschaft geht und die mensch als eigenverantwortliche_r, selbstständige_r, voll entwickelte_r Mensch verlässt.
