Drogenbasisinformationen
aus dem Wiki der GRÜNEN JUGEND
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Weitere Informationen gibt es auch auf der FaFo Drogen Wiki-Startseite, u.a. Anfänge von neunen Substanzbroschüren
Drogenkonsum in Deutschland
Cannabis
"Cannabis ist in Deutschland weiterhin der am häufigsten konsumierte illegale Suchtstoff. Nach einer aktuellen Befragung haben in der Altersgruppe der 12- bis 15-Jährigen bereits 7 % mindestens einmal Cannabis konsumiert. Unter den 18- bis 25-Jährigen hat jeder fünfte Jugendliche Cannabis im letzten Jahr konsumiert, im letzten Monat mehr als jeder siebte. Fast jeder Zweite in dieser Altersgruppe hat mindestens einmal Cannabis probiert. Die Zahl der Cannabiskonsumenten (innerhalb der letzten 12 Monate) der 18- bis 39-Jährigen ist zwischen 1990 und 2003 deutlich von 5 % auf über 12 % gestiegen. Mehr als ein Drittel der Cannabiskonsumenten konsumiert häufig, teilweise mehrfach täglich und häufig in Verbindung mit anderen psychoaktiven Substanzen. Auch in der Europäischen Union steigt der Cannabiskonsum unter Jugendlichen an. Knapp 10 % der Cannabiskonsumenten mit einem häufigen Konsum können als abhängig eingestuft werden."
- Drogen -und Suchtbericht der Bundesregierung 2005
Kokain
- Spiegel: "Deutsche koksen ungeahnte Mengen" von Markus Becker
Inhalt:
- Es koksen mehr als alle Glauben"Die Bundesregierung und die Europäische Union gehen in aktuellen Veröffentlichungen davon aus, dass 0,8 Prozent der 18- bis 59-jährigen Deutschen, mithin rund 400.000 Menschen, mindestens einmal im Jahr koksen."
- ""Sind die Ergebnisse des IBMP korrekt, dann liegt die tatsächliche Zahl der Kokainkonsumenten offensichtlich deutlich über den bisherigen Annahmen", sagt Roland Simon vom Münchner Institut für Therapieforschung (IFT)"
- "Die bisher gültige 0,8-Prozent-Quote für Deutschland müsste revidiert werden."
- "Insbesondere starke Drogenkonsumenten seien aber mit dieser Methode nur schwer erreichbar und zeigten "eine Tendenz zur Untertreibung" ihres Konsums, wie das Bundeskriminalamt im "Bundeslagebild Rauschgift 2004" bemerkt."
- "Die Schätzungen, von denen unter anderem die Bundesregierung und EU bisher ausgegangen sind, seien lediglich als "untere Grenzwerte" zu verstehen."
- Stand bisher: 35 Gramm Kokain pro Jahr und Konsumentennase, Messung: 60 Gramm => Mehr Konsumenten
Zur Studie "Kokainkonsum in Deutschland: Bisherige Entwicklung und sich abzeichnende Trends": "Die Autoren weisen Kokain unter den illegalen Drogen in Deutschland eine untergeordnete Rolle zu, berichten aber auch von einer Konzentration des Drogenkonsums z.B. in der Partyszene und im großstädtischen Bereich." http://www.ginko-ev.de/studien_show.aspx?Page=143
Aktuelle Studie "Kokainkonsum und kokainbezogene Störungen: Epidemiologie, Therapie und Prävention", Download hier
Zitate aus der Studie:
- "Zinberg (1984), der sich in einer Reihe von Studien mit dem Phänomen nicht abhängigen Drogenkonsums beschäftigte, kritisiert den vorherrschenden Forschungsansatz, der jeglichen Drogenkonsum von vorne herein als missbräuchliches Verhalten bezeichnet, und damit eine rationale Auseinandersetzung mit dem Thema unterlaufen hat."
- "Ein Reihe von Studien legt nahe, dass beispielsweise der Konsum von Heroin nicht notwendigerweise zu Abhängigkeit und dysfunctionalem Verhalten führen muss [...] konnten zeigen, dass es sich bei Drogenkonsumenten (Amphetamine, Kokain, Heroin) mit und ohne Kontakt zum Drogenhilfesystem um zwei unterschiedliche Populationen handelt, wobei die ‚verborgene’ Population der Konsumenten in der Regel keine Drogenprobleme hatte."
- "In den wenigsten Studien zum Konsum illegaler Drogen wird jedoch zwischen einem moderaten und/oder exzessiven und damit problematischen Konsum unterschieden."
Abschnitt im Drogen- und Suchtbericht 2005, basierend auf der Studie: "4.1.6. Exkurs: Kokainkonsum in Deutschland", Seite 83-84, Auszüge:
- "Trotz der geringen Verbreitung des Kokainkonsums in der Allgemeinbevölkerung lassen sich in den Industrienationen dennoch in bestimmten Szenen der jugendlichen Subkultur (Partyszene), [...] bei Jugendlichen im Großstadtmilieu [...] erhöhte Prävalenzwerte mit steigender Tendenz beobachten."
- "Die wenigen qualitativen Studien, die sich explizit mit dem Thema Kokain beschäftigen, stammen aus dem Bereich der offenen Szene oder dem Partysetting und decken damit nur diejenigen Konsumenten ab, die Kokain in der Regel in Begleitung zu ihrem Heroinkonsum bzw. im Wechsel mit Ecstasy verwenden."
- "Aufgrund der Veränderungen in den neuen Bundesländern erhöhte sich die Zahl auf ca. 440.000 Kokainkonsumenten im Jahr 2000 für die gesamte Bundesrepublik. Ihr größter Teil scheint Kokain in einer Häufigkeit und Menge einzunehmen, die zu keinem behandlungsbedürftigen Störungsgrad führt, oder sie nehmen für die Behandlung ihrer kokainbezogenen Störungen andere Behandlungseinrichtungen als die Suchtkrankenhilfe in Anspruch."
Artikel "Fast auf jedem Euroschein ist Kokain nachweisbar"
Ärzte Zeitung: Hoher Drogenkonsum in Fitneß-Studios, Quelle für den Artikel "Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin" 7/8, 2005, 211 und 267, Zitat "Zur Auswertung kamen 261 Fragebögen (Rücklauf: 75 Prozent). 29,5 Prozent der Befragten - nach Angaben der Autoren fast ausschließlich Akademiker - gaben an, schon einmal Substanzen eingenommen zu haben, die auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur stehen."
Vergleich Kokain / Heroin:
- Polizeiliche Rauschgiftsicherstellungen von 2000-2004 (Falldatei Rauschgift, zitiert von http://www.optiserver.de/dhs/daten_zahlen_drogen.html)
Heroin: 796 kg 836 kg 520 kg 626 kg 775 kg
Kokain: 913 kg 1.288 kg 2.136 kg 1.009 kg 969 kg
- Erstauffällige Konsumenten Harter Drogenvon 2000-2004 (Bundeslagebild Rauschgift 2004)
Heroin: 7.914 7.868 6.378 5.443 5.324
Kokain: 5.327 4.872 4.933 4.346 4.802
- Erich Strass, RD-Leiter (RD = Rauschgift Dezernet, d.A.) des BKA meinte im Spiegel "Schickeria-Droge KOKAIN" (1982): "Aber gewiß: Das hohe C (Cocain, d.A.) ist keine Straßendroge, die User sind "Leute intellektueller Herkunft, Künstler oder sie kommen aus Halbweltkreisen - gnz grob überschrieben: die Schickeria." Ansehen würde mensch denen ihren Kokainkonsum nicht und dieser fände: "weitgehend im intimen Bereich, wo die Polizei keinen großen Einblick hat." statt.
Zitiert aus Kokain - Informationsreihe Drogen, Walter Hartmann, Raymond Martin Verlag
- "Sie kann sogar auf bestimmte Berufsgruppen, laut Werner Gross, ,,Was ist das süchtige an der Sucht?", NEULAND, Geesthacht 1992, aufgeteilt werden: Werbung, Medien, Filmindustrie, Musikbranche, Börsenbroker etc. Die Konsumenten kommen natürlich auch aus allen anderen gesellschaftlichen Schichten, doch in den genannten Berufsgruppen findet man häufig Kokain-Konsumenten mit hohem Bekanntheitsgrad. So zum Beispiel das Gerücht um den Kokainmissbrauch von Christoph Daum und Konstantin Wecker."
Heroin und Kokain - Ihre Auswirkungen auf die Psyche
- "Noch Anfang der 1990-er Jahre, jedenfalls in den 1980-er Jahren, galt Kokain als Jet-Set-Droge in einem geschlossenen Kokainmilieu. Inzwischen hat Kokain eine gesellschaftliche Karriere hinter sich, die in dieser Schriftenreihe schon vor über zehn Jahren prognostiziert wurde (Schweer, T. u. H. Strasser, 1991): Die Jet-Set-Droge hat sich mittlerweile zu einer Alltagsdroge entwickelt, die in allen Schichten der Gesellschaft konsumiert wird. Dabei haben sich auch schichtspezifische Konsummuster herausgebildet."
- "Studien weisen immer wieder darauf hin, dass der Kokainkonsum in allen Schichten der Bevölkerung praktiziert wird und die sozialen Hintergründe der Konsumenten entsprechend breit variieren."
- "In den USA war der Kokaingebrauch in den siebziger Jahren wegen des hohen Preises der Droge vornehmlich ein Merkmal der weißen Mittel- und Oberschicht."
Berühmte Kokser (quelle wikipedia):
- Marco Pantani, italienischer Profi-Radrennfahrer, starb an einer Kokain Überdosis
- Christoph Daum, deutscher Fussballtrainer
- Michel Friedman, deutscher Rechtsanwalt, Politiker und Fernsehmoderator.
- Stephen King, US-amerikanischer Schriftsteller
- Sherlock Holmes, fiktiver Detektiv
- Konstantin Wecker, deutscher Musiker und Liedermacher
- Falco, österreichischer Sänger und Musiker
- Sigmund Freud, deutsch-mährischer Neurologe und Tiefenpsychologe
- Rainer Werner Fassbinder, starb an einer Kokain Überdosis
- Robert Pastorelli, US-amerikanischer Schauspieler, starb vermutlich an einer Kokain Überdosis
- Andreas Goldberger, Skispringer
- Elton John, britischer Sänger, Komponist und Pianist
- John Entwistle, Bassist von The Who
- Jörg Immendorff, deutscher Maler und Bildhauer
- Dave Gahan, Sänger und Frontmann Depeche Mode
- René Weller, ehemaliger deutscher Weltmeister im Boxsport
- James Caan, US-amerikanischer Schauspieler
- Kate Moss, britisches Fotomodell
- Drew Barrymore, US-amerikanische Schauspielerin
- Gilberto Simoni, italienischer Radrennfahrer
- Eckart Witzigmann, österreichischer Koch
Drogenabhängigkeit in Deutschland
Medikamentenabhängige: 1,3 - 1,9 Mio. meist Benzodiazepinderivaten
- Schätzung der DHS; Glaeske, Psychotrope und andere Arzneimittel mit Mißbrauchs- und Abhängigkeitspotential Jahrbuch Sucht 2005, Neuland 2004, Institut für Therapieforschung, zitiert von [Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen: Daten und Fakten: Medikamente]
Tabak - riskanter Konsum: 13,1 Mio.
Tabak - Abhängigkeit: 4,3 Mio.
- Institut für Therapieforschung, zitiert von [Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen: Daten und Fakten: Tabak]
Alkohol - Riskanter Konsum: 10,4 Mio.
Alkohol - Missbrauch: 1,7 Mio.
Alkohol - Abhängigkeit: 1,7 Mio.
- Institut für Therapieforschung, zitiert von [Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen: Daten und Fakten: Alkohol]
Zu Missbrauch und Abhängigkeit von illegalen Drogen (mindestens eine Diagnose bei den Substanzen Cannabis, Amphetamine, Ecstasy, Opiate und Kokain) der 18 - 59jährigen wurden für die 12-Monats-Prävalenz auf der Grundlage von DSM-IV folgende Zahlen erhoben:
- Missbrauch 0,3% der 18- bis 59jährigen (=145000), Männer: 0,5 %, Frauen: 0,1 %
- Abhängigkeit 0,6% der 18- bis 59jährigen =(290000), Männer: 0,9 %, Frauen: 0,4 %
- Quelle: Repräsentativerhebung zum Gebrauch psychoaktiver Substanzen bei Erwachsenen in Deutschland 2000, Sucht - Zeitschrift für Wissenschaft und Praxis, 47, Sonderheft 1, zitiert von [Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen: Daten und Fakten: Illegale Drogen]
- Vorsicht bei den Zahlen von illegalen Drogen ! Hier werden meist jeder Konsum als Missbrauch oder Abhängigkeit bewertet. Vgl.:
"Der Kreis der Konsumenten illegaler Drogen ohne Cannabis wird auf 250.000 bis 300.000 Personen geschätzt." (Quelle: IFT, München; Bühringer et al., 1997). Illegale Substanzen ohne Cannabis: Riskanter Konsum: 275.000 Personen, Abhängigkeit: 175.000 Personen (nur Opiate) (Quelle: IFT, München)
Wirksamkeit des Drogenverbots
"Die Strafbarkeit des Besitzes von Drogen, die knapp 90% der Befragten kennen, ist nur bei 6% Grund für die Ablehnung (BZgA 2005a)." - Bericht 2005 des nationalen REITOX-Knotenpunkts an die EBDD Deutschland, PS: Die im Berich genannte Quelle ist falsch, es müßte BZgA 2004a = "Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2004. Eine Wiederholungsbefragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Teilbände Alkohol, Rauchen, Illegale Drogen." heißen.
Studien über Drogenkonsumenten
"Cannabiskonsum: Entwicklungstendenzen, Konsummuster und Risiken" von Dieter Kleiber und Reante Soellner, schon einige Jahre alt aber noch immer sehr lesenswert, wurde vom damaligen Gesundheitsminister Seehofer (CSU) in Auftrag gegeben, sicherlich kein Kifferliebhaber ... http://www.cannabislegal.de/studien/kleiberstudiezusammen.htm
Zahlen und Daten
Ermittelte Tatverdächtige bei Rauschgiftdelikten - Zeitreihe (PKS) und Erfasste Delikte - Zeitreihe (PKS)
- 2000 202.291 244.336
- 2001 202.281 246.518
- 2002 205.962 250.969
- 2003 212.491 255.575
Quelle: BUNDESLAGEBILD RAUSCHGIFT 2003
Verurteilte 2003 (Früheres Bundesgebiet einschl. Gesamt-Berlin; Angaben für die neuen Länder liegen nicht vor.) Insgesamt 736 297, nach dem Betäubungsmittelgesetz 46 676 Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland 2004, http://www.destatis.de/basis/d/recht/rechts4.php
Erster Periodischer Sicherheitsbericht (Bundesministerium des Innern und Bundesministerium der Justiz, 2001)
Drogenabhängige spielen auch im Strafvollzug eine bedeutsame Rolle. Die Strafvollzugsstatistik erfasst dazu keine Angaben. Vielmehr wird dort nur die Zahl derjenigen Gefangenen ausgewiesen, deren schwerste zu verbüßende Strafe nach den Zählregeln ein Betäubungsmitteldelikt nach dem BtMG ist. Dies waren am 31.03.2000 immerhin 8.772 Gefangene oder 14,4% aller Strafgefangenen und Sicherungsverwahrten. Jedoch impliziert die Verurteilung nach BtMG nicht notwendig eigenen Drogenmissbrauch oder gar Drogenabhängigkeit. Verlässliche Angaben anhand von empirischen Erhebungen für ein ganzes Bundesland oder gar für ganz Deutschland gibt es bislang nicht. Nach verbreiteten Schätzungen von Fachkundigen hat sich das Drogenproblem in den Vollzugsanstalten allerdings in den letzten Jahren nicht nur in Deutschland, sondern in Europa insgesamt deutlich verschärft. Ging man lange Zeit von bis zu 15% Drogenkonsumenten in den Anstalten aus, so werden in jüngerer Zeit Werte bis 30% oder mehr, je nach Vollzugsart und Gefangenengruppe, genannt.1321
1321 Vgl. WALTER, M., 1999, RN 282 c mit weiteren Nachweisen.
Ein vergleichsweise sehr verlässliches und präziseres Bild lässt sich aus einer besonderen Untersuchung gewinnen, welche die "Arbeitsgruppe Kriminologischer Dienst" des Justizministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit den Anstaltsärzten mehrerer Vollzugsanstalten für den Zeitraum vom 1. April bis 30. Juni 1997 als Pilotstudie durchgeführt hat. Es handelt sich um eine Zugangsuntersuchung über "Drogenerfahrung und Suchtproblematik bei Neuzugängen im Justizvollzug des Landes Nordrhein-Westfalen".1322 Mit insgesamt 1.858 in die Untersuchung einbezogenen Fällen ist eine im ersten Zugriff relativ breite Basis für die Beurteilung der speziellen Drogengefährdung von Gefangenen gegeben, auch wenn die Ergebnisse methodisch nicht ohne weiteres für Deutschland verallgemeinert werden können. Die Untersuchung erbrachte folgende Ergebnisse: Knapp die Hälfte der Neuzugänge (49,3%) hatte nach eigenen Angaben in einem unbestimmten Zeitraum vor der aktuellen Inhaftierung Drogen konsumiert. 17% der Gesamtgruppe hatten Drogenerfahrung, ohne Suchtsymptome zu zeigen. Bei einem knappen Drittel jedoch (32,3%) fanden die untersuchenden Ärzte Hinweise auf akute Drogenabhängigkeit. Akute Medikamentenabhängigkeit wurde bei 13,4% diagnostiziert, und akute Alkoholabhängigkeit bei 8,1%. Bei der Art und Häufigkeit des Drogenkonsums vor der Inhaftierung standen Heroin und (andere) Opiate im Vordergrund. Fast zwei Drittel aller Drogenkonsumenten (oder rund 31% aller Inhaftierten) konsumierten diese Drogen mehrmals in der Woche oder täglich, in der Regel durch intravenöses Spritzen.1323 Diese Befunde belegen den erheblichen Behandlungsund insbesondere Therapiebedarf, dem sich die Anstalten konfrontiert sehen, und der mit den Anforderungen von Sicherheit und Ordnung vielfach nur sehr mühsam, vor allem auch wegen begrenzter Ressourcen, ausbalanciert werden kann.1324
1322 Vgl. WIRTH, W., 1997. 1323 Ebenda, S. 8 ff. mit weiteren Details. 1324 Vgl. kritisch beispielsweise STÖVER, H., 1999, S. 91 ff.; zu externen Angeboten für suchtgefährdete und suchtkranke Gefangene vgl. KÜFNER, H. u. a., 2000, mit weiteren Nachweisen.
Tabelle 3.6-4: Strafgefangene und Sicherungsverwahrte am 31.3.2000 nach Art der Straftat Rang 2 Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz 8.772 14,4% Anteil an allen Gefangenen Vermerk: Basis = 60.798 Insassen mit Delikten insgesamt. Datenquelle: Strafvollzugsstatistik (Stichtagserhebung zum 31.3.).
1973 - 2004 1973-1990 alte Bundesländer, 1991 alte Länder mit Gesamt-Berlin, ab 1992 gesamtes Bundesgebiet http://de.wikipedia.org/wiki/Drogentod 32653 Quelle: Blutalkohol 37 No.5, September 2000, ab 2000 ap/Tagespiegel
Kosten von Prävention
Kosten von Repression
Präventionsmodellen
Drogenfachgeschäft
- Zum Weiterlesen: http://www.drogenfachgeschaeft.de
Drogenführerschein
Vergleiche zwischen Alkohol, Tabbak, Canabis, Kokain, Heroin und Crack
Kosten für Strafverfolgung und Drogenbekämpfung
Mögliche Einnahmen aus legalisiertem besteuertem Drogenhandel
Anzahl an Erkankungen pro Jahr für 1995-2005 durch Tabbak, Alkohol, Cannabis, Heroin, Crack
Anzahl an Toten pro Jahr für 1995-2005 ...
Illegale Drogen: Insgesamt 32653 seit Beginn der Zählung 1973
- Zum Weiterlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Drogentod
Kosten durch .... im Gesundheitssystem
- Insgesamt
Krankheitskosten (2002)
Gesamtausgaben: 224 Milliarden Euro, d.h. rund 2.700,- Euro pro Person (Frauen 3.160, Männer 2.240 Euro).
Die höchsten Ausgaben entfielen auf:
* Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems: 35,4 Milliarden Euro * Krankheiten des Verdauungssystems: rund 31 Milliarden Euro * Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems: ca. 25 Milliarden Euro * Psychische Erkrankungen: knapp 22 Milliarden Euro
Die Menschen ab 65 Jahren (derzeit ca. 17 % der Bevölkerung) verursachten knapp 43 % der Gesamtausgaben.
(Quelle: Studie des Statistischen Bundesamtes "Krankheitskosten in Deutschland im Jahr 2002") Zitiert von http://de.wikipedia.org/wiki/Gesundheitswesen
- Tabak
KERNAUSSAGEN von Professor Dr. Reiner Leidl, Leiter der Abteilung Gesundheitsökonomie, Universität Ulm
1. Jährlich sterben in Deutschland über 110 000 Menschen an tabakbedingten Krankheiten, damit gehen mehr als 1,5 Millionen Lebensjahre verloren.
2. Das Rauchen verursacht jährlich in Deutschland Kosten von 18,8 Milliarden Euro. Davon entfallen auf die medizinische Versorgung rund 5,1 Milliarden. Alleine durch Arbeitsausfall entstehen Kosten in Höhe von 13,7 Milliarden Euro.
3. Rauchen führt für die Sozialversicherung nicht zu Einsparungen.
"Insgesamt fallen in Deutschland durch das Rauchen jährliche Kosten in Höhe von 18,8 Milliarden Euro an (vgl. Abbildung 4). Pro aktivem Raucher sind dies 891 Euro. Ungefähr ein Viertel dieser Kosten, rund 5,1 Milliarden Euro, entfällt auf die medizinische Versorgung von Rauchern. Nahezu die Hälfte davon entsteht im Krankenhausbereich, knapp zwei Drittel der Versorgungskosten betreffen Herzkreislauferkrankungen. Auf den Bereich des Arbeitsausfalls entfallen 13,7 Milliarden Euro."
- aus Wirtschaftliche und gesundheitliche Aspekte des Tabakrauchens in Deutschland, Die Drogenbeauftrage der Bundesregierung
Verkehrstote durch Drogenmisbrauch im Straßenverkehr
| Unfälle insgesamt | |||||
| Jahr | Unfälle mit Personenschaden | Verunglückte insgesamt | Getötete | Schwerverletzte | Leichtverletzte |
| 2002 | 362 054 | 483255 | 6842 | 88382 | 388031 |
| 2003 | 354 534 | 468783 | 6613 | 85577 | 376593 |
| 2004 | 339 310 | 445968 | 5842 | 80801 | 359325 |
| darunter: Unfälle unter Einfluss von Alkohol | |||||
| Jahr | Unfälle mit Personenschaden | Verunglückte insgesamt | Getötete | Schwerverletzte | Leichtverletzte |
| 2002 | 25333 | 33862 | 932 | 9953 | 22977 |
| 2003 | 24245 | 32060 | 817 | 9343 | 21900 |
| 2004 | 22548 | 29521 | 704 | 8555 | 20262 |
| darunter: Unfälle unter Einfluss anderer berauschender Mittel | |||||
| Jahr | Unfälle mit Personenschaden | Verunglückte insgesamt | Getötete | Schwerverletzte | Leichtverletzte |
| 2002 | 1262 | 1931 | 68 | 595 | 1268 |
| 2003 | 1409 | 2109 | 67 | 625 | 1417 |
| 2004 | 1521 | 2220 | 60 | 667 | 1493 |
Aus Verkehrsunfälle - Zeitreihen 2004, Statistisches Bundesamt Deutschland 2006
Drogenkonsum nach sozialer Herkunft und Position in der Gesellschaft
JH: Mich würde sehr intressieren welcher Gebraucht und Missbrauch von welchen Drogen (ausgenommen Alkohl und Tabbak, nicht weil mindergefährlich, sondern weil besser erforscht und Informationen auffindbar) von welchen Personen getätigt wird. Oft kommen aus der Repressiven Ecke Argumente wie:
- Die sind ja selbst schuld (100% Eigenverantwortung)
- Sucht ist keine Krankheit sondern Eigenverschulden
- Die stellen eine Bedrohung für Kinder und/oder Gesellschaft dar
Mit "Die" sind aber weder Drogenkonsumenten im Allgemeinen noch Drogenabhänigige im Allgemeinen gemeint. Ausgeschlossen wird grundsätzlich Alkohol und Tabbak, während erstes bei Sucht als Krankheit akzeptiert wird und letzeres eigentlich nicht diskutiert und einfach akzeptiert wird. Aber selbst unter Ausschluss dieser Süchte und Konsuma (ist das der Plural) sind mit "Die" nicht gemeint:
- Individuen, die regelmäßig Schlafmittel und Schmerzmittel konsumieren oder abhänigig davon sind
- ", die Antidepressiva, u.a. Aufputschmittel konsumieren oder abhängig davon sind
- Invididuen die Kokain, Heroin und andere "böse Drogen" konsumieren, aber in keiner Weise auffällig sind.
Gibt es Drogenkonsum und/oder Drogenabhänigigkeit in der breite der Gesellschaft, gibt es Drogenkonsum und/oder Sucht auch in den sogenannten Spitzen der Gesellschaft, unter Börsianern, Politikern, Unternehmern, (bekannten) Künstlern usw.
Gründe für Tod durch Drogenkonsum durch Drogen
Quellenangaben bei "Zitaten"?
- Illegale Drogen
- JH: Das ist der Grund?
- Zusammenfassung u.a. der Analyse des Institut für Therapieforschung (IFT), Münschen, eine bekanntes Institut :
- Mix aus Morphin (Abbauprodukt von Heroin), Benzodiazepine und Alkohol sehr verbreitet
- Sehr verbreiter sind suizidaler Vorbelastung (28%) und psychischen Störungen(34%).
- Drogenkonsumrückfall, Abbruch einer Therapie oder Hilfemaßnahme oder Haftentlassung kurz vor Drogentod
- Beimengungen von Streckmitteln und Verunreinigungen belasten Gesundheit zusätzlich
- "Die Wirkung der konsumierten Heroinmenge ist von der aktuellen, individuellen Toleranzschwelle abhängig." (Zitat aus IFT Analyse)
- Toleranz bildet sich bei einem Entzug z.B. während der Haft zurück
- "Gut belegt ist inzwischen das erhöhte Risiko einer Überdosierung durch einen synergistischen Effekt mehrerer gleichzeitig genommener Substanzen, vor allem Opiate in Kombination mit anderen ZNS-Depressiva wie Alkohol und Benzodiazepinen."
- "Ein weiterer Risikofaktor, der die Wirkung einer bestimmten Menge Heroins beeinflußt, ist ein wechselnder Reinheitsgehalt des Stoffes." (Zitat aus IFT Analyse)
- "Die überwiegende Mehrheit der Drogentoten wird im Privatbereich aufgefunden" (Zitat aus IFT Analyse)
- "Bei über 80% der Drogentoten wurde eine Überdosierung als Todesursache festgestellt." (Zitat aus IFT Analyse)
- Kein Schulabschluss, Haupt- / Sonderschule sind die Regel
- "In 58% aller Fälle ist bekannt, dass der letzte Konsum alleine stattgefunden hat." (Zitat aus IFT Analyse)
- Ergebnis: Die Leute sterben meist alleine in einer Wohnung aufgrund von Substanzfehlgebrauch
Weblinks
- Artikel zum Drogentod
- Notdienst-KlientInnebbefragung zu Drogentoten 1999
- Zur Aussagekraft der Anzahl der Drogentoten
Definition von Krankheit
"Eine Krankheit (synonym: Erkrankung, Morbus, Nosos) ist eine Störung der körperlichen, kognitiven und/oder seelischen Funktionen, die die Leistungsfähigkeit oder das Wohlbefinden eines Lebewesens subjektiv oder intersubjektiv deutlich wahrnehmbar negativ beeinflusst oder eine solche Beeinflussung erwarten lässt." http://de.wikipedia.org/wiki/Krankheit
Definition Sucht / Abhängigkeit
Der Begriff Sucht wird als Fachbegriff ist von der WHO inzwischen durch Abhängigkeit ersetzt worden. Abhängigkeit ist nach der WHO eine Krankheit, genauer eine psychische Störung (so wie Schlafstörungen, Eßstörungen, Spielsucht, Kleptomanie, Schizophrenie, Angststörungen etc.). Abhängig ist wer von den folgenden 6 Kriterien mindestens 3 und mindestens ein Monat lang erfüllt oder innerhalb von zwölf Monaten wiederholt erfüllt.
- starker Wunsch oder Zwang, Droge zu konsumieren
- verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Konsums
- Toleranzausbildung
- körperliches Entzugserscheinungen
- Vernachlässigung anderer Interessen zu Gunsten des Drogenkonsum; Drogenkonsum rückt in den Lebensmittelpunkt
- anhaltender Substanzkonsum trotz gesundheitlicher oder sozialer Schäden
Dies ist die Definition nach ICD-10 (Weltgesundheitsorganisation: Internationale Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10 Kapitel V), Genf 1992)
Die Alternative DMS IV ist ähnlich (American Psychiatric Association: Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 4th ed. (DSM-IV), Washington DC 1994)
- Zum Weiterlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Abhängigkeit_(Medizin)
Definition (Genuß-)Konsum / Fehlgebrauch / Mißbrauch
Konsum ist nicht gleich Fehlgebrauch, auch wenn er nicht medizinische Gründe hat. Robert M. Julien definiert nennt einige Gebrauchsformen, die keinen Fehlgebrauch darstellen: zu medizinischen Zwecken wie der Behandlung von Krankheiten oder zur Linderung von Unwohlsein sowie Genußzwecke wie Angstlinderung, Enthemmung und Euporie, Bewußtseinsverändungern, Flucht, Simmungsbeeinflussung oder für zwischenmenschliche oder kreative Zwecke.
Als Definition des Fehlgebrauchs nennt er bei Medikamenten die Verschreibung eines Sedativums wie Benzodiazepin auf Patentienwusch ohne medizinische Begründung oder als Taktik den Patienten los zu werden, bei Genußdrogen ein Konsum der zu sozialen, körperlichen oder geistigen Nachteilen führt. Der Mißbrauch ist schlicht die Steigerung eines Fehlgebrauchs, als leider real existierendes Beispiel sei der massive Einsatz von Beruhigungsmittel in deutschen Altersheimen genannt.
Die Begriffe Fehlgebrauch / Mißbrauch sind somit unscharf, die aktuellen Definitonen der WHO lauten:
- Unstatthafter Gebrauch: Mißbilligung durch die Gesellschaft
- Risikoreicher Gebrauch: wahrscheinliche Schädigung des Konsumenten
- Funktionsbeeinträchtigender Gebrauch: geistige Funktionen oder soziale Beziehungen werden eingeschränkt
- Schädlicher Gebrauch: nachweisliche Schädigung oder psychische Krankheit (z.B. Abhängigkeit)
Sinn und Zweck von Spritzenautomaten
"Gerade diese Automaten sind ja ungeheuer wichtig, weil es um die Eindämmung von HIV/HCV geht! Es ist dem User, wenn er eine gebrauchte 'Pumpe' zweifelhafter Herkunft benutzt, doch nahezu egal, ob er dadurch nach Jahren eventuell mal gesundheitliche Probleme bekommt - solange er dadurch den akuten quälenden 'Affen' hier und jetzt beenden kann!" - Mathias Häde von Selbsthilfenetzwerk JES (Junkies, Ehemalige und Substituierte).
Zum Weiterlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Spritzentausch, http://de.wikipedia.org/wiki/Needle_Sharing
THC Gehalt bei Cannabis
"In Gesprächen mit Erwachsenen taucht häufig eine gewisse Akzeptanz des Cannabiskonsums auf. Solche Aussagen wie - wir haben doch früher auch mal ne Tüte geraucht - höre ich nicht selten," berichtet Gall und stellt klar, dass der Gehalt des in Cannabisprodukten vorhandenen berauschenden Wirkstoffs THC (Delta-9-Tetrahydrocannabiol) seit den 70er Jahren durch spezielle Züchtungen erheblich gesteigert wurde. Damals lag der THC-Gehalt bei 6 bis 8 Prozent, heute sind 30 Prozent und mehr THC-Substanz im Umlauf. Dadurch wurden auch die gesundheitlichen Gefahren deutlich erhöht. - Paderzeitung - 4. Dez. 2006, "Ich kenne einen, der kann dir was besorgen"
Begriffe
Rauschgift ist ein populistischer Begriff und sollte deswegen vermieden werten, siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Rauschgift Für Suchtstoff oder Suchtmittel gilt das Gleiche.
Ein neutraler Begriff ist Droge, Max verwendet auch psychotrope Substanzen / Pharmaka im nicht-medizinischen Einsatz.
Betäubungsmittel ist ebenfalls bei vielen Drogen wie beispielsweise Speed von Wortsinn her falsch, als juristische Bezeichnung für derzeit illegale Drogen ist er richtig.
Ferner gibt es psychotrope (Bewußtseinsbewegend) / psychoaktive (In der Psyche wirkend) Mittel, was auch neutrale Begriffe sind. Drogen könnten auch als Genußmittel bezeichnet werden.
