Bisherige Arbeitsversion zum Antrag "Mehr therapeutische Hilfe für Pädophile!"

aus dem Wiki der GRÜNEN JUGEND

Wechseln zu: Navigation, Suche

Dieser Antrag wurde auf dem Seminar "Ich muss gar nichts - Die Gesellschaft und die Anderen" vom 18.-20.7. in Hannover von den Seminar-Teilnehmenden geschrieben. Anlässlich hierzu und generell der Thematik Pädophilie soll demnächst ein weiteres Seminar stattfinden. Dieser Antrag soll voraussichtlich auf dem kommenden Bundeskongress eingebracht werden.


Mehr therapeutische Hilfe für Pädophile!


Momentan liegt die Dunkelziffer der Opfer von sexuellem Missbrauch von Kindern bei 60'000, die tatsächliche Anzahl an Anzeigen beträgt 15'000. Um den sexuellen Missbrauch von Kindern zu verhindern, fordern wir mehr therapeutische Hilfe für pädophil veranlagte Menschen sowie mehr gesellschaftliche Aufklärung für diese Thematik. Leider herrscht immer noch ein riesiges Defizit an psychologischer Hilfe für Pädophile in Deutschland vor. Dies spiegelt die gesellschaftliche Realität wieder, in der Pädophile, obwohl die mehrheit von ihnen keinerlei sexuellen Kontakt mit Kindern hat, als Kinderschänder stigmatisiert werden.

Studien besagen, dass ca. nur die Hälfte der Täter tatsächlich pädophil sind. Als pädophil bezeichnet man Menschen die primär Kinder im vorpubertären Alter erregend finden. Dies bedeutet nicht, dass sie auch sexuellen Kontakt mit Kindern haben. Pädosexuelle hingegen sind Menschen, die sexuellen Kontakt mit Kindern haben, nicht aber zwingend pädophil sind. Ein Großteil der Pädophilen hat nie Sexualkontakt mit Kindern. Diese Differenzierung zwischen Pädophilen und Pädosexuellen findet in der gesellschaftlichen Debatte nicht statt.

Daher fordern wir eine sachliche Aufklärung jenseits von Panikmache, die sich auf wissenschaftliche, z. B. kriminalistische und sexualmedizinische Fakten stützt und nicht auf diskriminierend-verzerrende Mythen. Es wird eine seriöse Aufklärung über pädosexuelle Verbrechen benötigt, die auf Kinder, Eltern, LehrerInnen und andere Vertrauensperson von Kindern abzielt.

Pädophile, die Hilfe benötigen und diese auch anfordern, bekommen in Deutschland und weltweit so gut wie keine therapeutische Unterstützung. Um zu verhindern, dass Pädophile Täter werden, ist es absolut notwendig, umfassende therapeutische Angebote zu schaffen.

Besonders begrüßenswert finden wir das Projekt „kein Täter werden" der Charité, das weltweit bisher einzige Projekt dieser Art. Darauf aufbauend müssen flächendeckend weitere qualifizierte Angebote geschaffen werden.

Es ist absolut notwendig, eine gesicherte Finanzierung für derartige Bemühungen sicherzustellen. Hierfür fordern wir die Übernahme der Behandlungskosten durch die Krankenkassen, sowie umfassende Geldmittel für Forschung.



Begründung:

Pädophilie ist ein seit langem in der Öffentlichkeit populistisch und unsachlich behandeltes Thema. Und das, obwohl es schätzungsweise mehr als ein Prozent der Männer (also etwa 200.000 in Deutschland), sowie Kinder die Opfer sexuellen Missbrauchs werden und deren Familien, betrifft. Menschen, die unter ihrer Pädophilie leiden, haben quasi keine Chance, sich helfen zu lassen und das, obwohl therapeutische Maßnahmen mögliche Pädosexuelle Handlungen verhindern könnten. Es wäre somit gleich zwei Gruppen geholfen: den möglichen Tätern, als auch den möglichen Opfern.

Durch die konstante Tabuisierung des Themas ist es pädophilen nicht möglich, offen über ihre Ausrichtung zu reden. Und das, obwohl gleichzeitig von ihnen erwartet wird, diese Ausrichtung niemals auszuleben.

Wir fordern keine Änderung des Sexualstrafrechts (§176 StGB), sondern „nur" bessere Prävention. Diese ist allerdings nur möglich, wenn die Sexualforschung weiter vorangetrieben wird.

Für uns gilt: gute Prävention ist Opferschutz.


Weblink:

http://www.kein-taeter-werden.de/

Persönliche Werkzeuge